Keltische Tradition trifft Rockmusik

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 Die Fitzgeralds sind nicht nur erstklassige Fiddler, sie steppen auch auf eine sehr exaltierte Weise.
Die Fitzgeralds sind nicht nur erstklassige Fiddler, sie steppen auch auf eine sehr exaltierte Weise. (Foto: Morgan Brown)
Schwäbische Zeitung

Das Irish Folk Festival lebt von Gegensätzen, die Gefühle in Wallung bringen. Am 1. November findet das dreistündige, von mehreren Bands bestrittene Festival im Konzerthaus in Ravensburg statt. Bereits am 20. Oktober ist das Festival in der Big Box in Kempten zu erleben. Die Protagonisten des Abends sind laut einer Pressemitteilung Caroline Keane und Tom Delaney, Barry Kerr, The Fitzgeralds und Manran.

Caroline Keane und Tom Delaney spielen die Uillean Pipes mit Rohrblättern aus Schilf und die Concertina mit Zungen aus Metal. Das Duo hat einen Master für traditionelle irische Musik an der Uni in Limerick gemacht.Trotz des Studiums kommt ihre Musik direkt aus dem Herzen und erreicht die Gemüter damit emotional. Sie sind eine Hälfte des Quartetts „Four Winds“, das sich weltweit nach und nach einen Namen macht. Das Zusammenspiel des Duos ist geschmeidig, frei fließend und von einer großen Ausdrucksstärke. Ein Klang so erfrischend wie ein sprudelnder Bergbach. Wer seinen Durst nach Tradition pur mal so richtig löschen möchte, der hat jetzt dazu die Gelegenheit.

Unterwegs zu den Großen

Barry Kerr aus Nordirland wiederum wird mit Singer-Songwritern wie Christy Moore und Dick Gaughan in einem Atemzug genannt. Hervorragende Interpreten wie Cara Dillon, Karan Casey, Beoga, Kate Rusby oder auch The Rapparees coverten schon seine Lieder. Barry Kerr spielt meisterhaft Gitarre, Uillean Pipes, Whistles und Flute.

The Fitzgeralds aus Kanada setzen sich aus den drei Geschwistern Kerry, Julie und Tom zusammen. Sie sind hochkarätige Fiddlespieler, die laut Presseinformation alle Nuancen der Tradition verinnerlicht haben. Oft schaffen zwei Fiddles eine groovende Polyrhythmik und die dritte Fiddle tobt sich dann auf diesem Fundament in halsbrecherischen Soli aus. Die jungen Kanadier haben aber auch Einsprengsel aus Bluegrass, French-Canadian und Jazz im Repertoire. Hier und da meint man eine Inkarnation der Jazzlegende Stéphane Grappelli zu hören. Aber The Fitzgeralds spielen nicht nur, sie steppen auch noch dabei auf eine völlig ausgeflippte Art und Weise.

Die schottische Band Mànran, die auch schon im Bahnhof Fischbach in Friedrichshafen ein Solokonzert gegeben hat, dürfte die Stimmung auf den Siedepunkt führen. Die schottische Tageszeitung Daily Record titelt: „If you want a party, call Mànran!“ Gesagt getan. Mànran reisen mit der Misson zum Festival an, die Puppen tanzen zu lassen. Was macht den Mànran-Sound so tanzbar und so attraktiv? Die Stimme vom Ewen Henderson und das Duett zwischen irischen Uillean und schottischen Bagpipes. Es gilt als teuflisch schwer, zwei Dudelsäcke mit zwei verschiedenen Tonlagen stimmig zu spielen. Das schafft einen Klang, den laut Pressetext keine andere Band als Bläsersatz zu bieten hat.

Zudem sind es eigene Songs mit hohem Wiedererkennungswert und eine feine Auswahl der besten Scottish und Irish Folk Klassiker. Gesungen wird sowohl auf Gälisch als auch Englisch. Rock und Tradition halten sich bei Mànran die Waage. Die fünf Schotten und ein Ire sind Meister, wenn es um eine feine Balance von Pipes, Fiddle, Akkordeon mit Schlagzeug, Gitarre und E-Bass geht.

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