Kalteis lässt die Berger spät jubeln

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 Berger Jubel (von links): Jonas Schuler, Torschütze Andreas Kalteis, Christian Hepp, Trainer Oliver Ofentausek und David Brielm
Berger Jubel (von links): Jonas Schuler, Torschütze Andreas Kalteis, Christian Hepp, Trainer Oliver Ofentausek und David Brielmayer. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Stürmer Andreas Kalteis hat dem TSV Berg mit einem Tor in der 90. Minute drei Punkte bei der U23 des FV Ravensburg gesichert. Der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga biss sich im Derby lange Zeit die Zähne an einer sehr gut positionierten FV-Defensive aus.

Der FV fuhr alle Mittel auf, um der Berger Offensive das Leben schwer zu machen. Der Hauptplatz ist in einem ordentlichen Zustand, trotzdem wurde die Partie auf den Kunstrasenplatz verlegt. Der ist sehr eng – natürlich sollte das dabei helfen, die Räume für den TSV eng zu machen. „Das ist legitim“, zuckte Oliver Ofentausek mit den Schultern – der Berger Trainer hatte das geahnt und sein Team im Training auf einen kleinen Platz eingestellt.

Dennoch ging die Rechnung der Ravensburger zunächst auf. Die Berger versuchten, mit viel Tempo und Spielverlagerungen Lücken zu reißen, aber der FV gab sich keine Blöße. Im Gegenteil: Die erste Großchance der Partie hatte der Außenseiter. Nach einem Ballgewinn bediente Awed Issac Abeselom in der 15. Minute Robin Hettel. Der umspielte sogar Stephan Hiller im Berger Tor, traf aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

Erst im Gegenzug hatte der TSV seine erste Möglichkeit: Stürmer Andreas Kalteis schoss aus der Drehung knapp am Tor vorbei. Das war lange Zeit die letzte gute Chance der Gäste. Auch wenn die Berger versuchten, mit schnellem Kurzpassspiel durchzukommen, hatten die Ravensburger spätestens im letzten Zweikampf die Oberhand. Auf der anderen Seite konnte der FV aber auch nichts aus eigenem Ballbesitz machen. Bei einem Ballgewinn den schnellen Awed Issac Abeselom schicken und der bedient dann Rene Zimmermann im Zentrum – das wäre die Idee gewesen. Aber den jungen Spielern fehlte dazu die Handlungsschnelligkeit im Kopf und das Gefühl im Fuß – und die starke Berger Verteidigung um Andreas Frick an der Spitze erstickte jede zarte Ravensburger Initiative im Keim.

Entscheidende Einzelaktion

Kurz nach der Pause war der TSV nah dran an der Führung – einmal ließ Luka Borgelott im Ravensburger Tor den Ball fallen, die FV-Defensive klärte in höchster Not. Kurz darauf landete ein Berger Schlenzer am Aluminium. Ofentausek wechselte mit Vlad Munteanu und Oluwabori Falaye offensiv und zog Jan Biggel von der Sechs eine Position nach vorne. Biggel versuchte es zweimal aus der Distanz, schoss aber jeweils knapp daneben. Die Ravensburger hielten dem zunehmenden Druck Stand – bis zur 90. Minute: Da bediente Falaye Kalteis, der setzte sich in einer Einzelaktion durch und schloss mit rechts ab – Borgelott hatte keine Chance, als der Ball aus seiner Sicht rechts unten einschlug.

Klar: Eine Niederlage gegen den TSV Berg ist verkraftbar. Wenn man aber gegen den klaren Tabellenführer bis zur 90. Minute ein 0:0 hält, ist es sehr bitter, am Ende ohne Punkte dazustehen. „Die Jungs haben sehr stark verteidigt und kaum Berger Chancen zugelassen“, sagte FV-Trainer Nectad Fetic. Die große Baustelle bleibt die Offensive: „Wir machen zu wenig aus Ballgewinnen.“

Wer in der 90. Minute das Siegtor macht, war natürlich auch ein Stück weit mit dem Glück im Bunde. Trotzdem hat sich der TSV den Dreier erarbeitet, Trainer Ofentausek hob die Mentalität seines Teams hervor: „Die Mannschaft hatte bis zur letzten Minute den unbedingten Willen, dieses Spiel zu gewinnen.“

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