JVA Hinzistobel wird besucherfreundlicher

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JVA-Direktor Alexander Boger zeigt, wo außerhalb der bisherigen Gefängnismauer das neue Besuchergebäude hinkommen wird.
JVA-Direktor Alexander Boger zeigt, wo außerhalb der bisherigen Gefängnismauer das neue Besuchergebäude hinkommen wird. (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

Die Großbaustelle in Hinzistobel ist alles andere als alltäglich. Nicht alle Tage wird schließlich ein Gefängnis, pardon: eine Justizvollzugsanstalt (JVA), um- und ausgebaut. Für alle am Bau beteiligten bedeutet das genaue Sicherheitskontrollen. Nur wer ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis hat, kann auf der JVA-Baustelle arbeiten. „Die Sicherheit muss stets gewährleistet sein“, sagt JVA-Leiter Alexander Boger.

Der neue Eingangsbereich für Besucher links von der jetzigen Torwache steht bereits. Doch in Betrieb geht er erst im Juli, wenn wieder absolute Sicherheit gewährleistet ist. Dann hat der Zugang bedeutend mehr Platz für Besucher, die sich dann bei der Untersuchung nicht mehr in einen kleinen Raum quetschen müssen.

1,6 Millionen Euro kosten Neubau und Erweiterung der Torwache, die mit großer Glasfront und schwarz lasiertem Sichtbeton nach der Fertigstellung im März 2012 richtig edel wirken wird. In der Torwache läuft alles zusammen. Da werden auf 32 Monitoren die auf die Außenbereiche gerichteten Kameras und der Besucher- und Warenverkehr überwacht. Die Bediensteten haben dann künftig einen getrennten Zugang.

17 000 Besucher, täglich rund 50, gehen in der JVA Hinzistobel ein und aus. Ihnen – und natürlich den Gefangenen – dient auch das neue, langgezogene Gebäude, das außerhalb der derzeitigen Gefängnismauer gebaut wird. Es wird im Erdgeschoss Gemeinschafts- und Familienräume für Besucher haben, die von der neuen Torwache dann auf direktem Weg hierher gelangen. Die Gefangenen kommen über einen unterirdischen Zugang ins Gebäude.

Im Obergeschoss des neuen Traktes werden 21 Haftplätze für Frauen in U- und in Strafhaft geschaffen. Für Anstaltsleiter Boger ist es ein großes Anliegen, dass damit die „Geschlechtertrennung“ in Hinzistobel noch deutlicher ist. Hinzistobel mit seinen derzeit insgesamt 480 Insassen ist neben Gotteszell bei Schwäbisch Gmünd die einzige Haftanstalt in Baden-Württemberg, in der Frauen auch nach der U-Haft ihre Strafe absitzen können.

Doch an der Sicherheit gibt es deshalb keinerlei Abstriche. Und so wird der 4,3 Millionen Euro teure Neubau erst dann im April 2012 bezogen, wenn eine neue Mauer das um rund 12000 Quadratmeter erweiterte Gefängnisareal umgibt.

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