Juwelierraub-Prozess: Vernehmung per Video geplant

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 Die voraussichtlich beiden letzten Verhandlungstermine am Ravensburger Landgericht sind der 15. Mai sowie der 29. Mai.
Die voraussichtlich beiden letzten Verhandlungstermine am Ravensburger Landgericht sind der 15. Mai sowie der 29. Mai. (Foto: Symbol: Peter Steffen)
Schwäbische Zeitung

Der Vorsitzende Richter beim Juwelierraub-Prozess, Franz Bernhard, hat sich zu Beginn des neunten Verhandlungstages zuversichtlich gezeigt, nun endlich einen Zugriff auf zwei Zeugen aus Litauen zu haben. Gemeinsam mit der dortigen Generalstaatsanwaltschaft wurde eine audiovisuelle Vernehmung bei der nächsten Verhandlung am 15. Mai angekündigt. Damit scheint ein Ende des Verfahrens in Sicht. Richter Bernhard zum Verteidiger des Angeklagten: „Wir als Gericht haben nun alles Erforderliche getan.“

Der 38-jährige Angeklagte aus Litauen soll bei einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in der Ravensburger Unterstadt im April 2015 eine Waffe auf zwei Goldschmiedinnen gerichtet und eine mit Pfefferspray verletzt haben. In der Zwischenzeit schlugen seine Komplizen blitzschnell Vitrinen ein und erbeuteten gezielt wertvolle Uhren, hauptsächlich von Rolex, im Verkaufswert von rund 116 000 Euro.

Der Angeklagte konnte im Sommer 2018 mit einem europäischen Haftbefehl in Litauen festgenommen werden und wurde Ende Oktober 2018 nach Deutschland ausgeliefert. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Zwei Täter sind bereits wegen Beihilfe zu schwerem Raub verurteilt worden: ein inzwischen 24 Jahre alter Mann zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten und ein inzwischen 38 Jahre alter Mann zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und fünf Monaten.

Richter Bernhard verlas zudem ein DNA-Gutachten des Landeskriminalamtes. Unter anderem wurden auf einer zurückgelassenen Softair-Pistole DNA-Spuren gefunden, die mit einer Wahrscheinlichkeit von neun Millionen zu eins vom Angeklagten stammen.

Die voraussichtlich beiden letzten Verhandlungstermine am Ravensburger Landgericht sind der 15. Mai mit der geplanten audiovisuellen Vernehmung der litauischen Zeugen sowie der 29. Mai, mutmaßlich mit den Plädoyers und der Urteilsverkündung. Beide Verhandlungen beginnen um 9 Uhr.

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