Junge Menschen pflegen Kriegsgräber in Italien und Frankreich

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 Zur „Arbeit für den Frieden“ gehört die Pflege von Soldatenfriedhöfen – damit weder die Inschriften auf den Grabsteinen noch di
Zur „Arbeit für den Frieden“ gehört die Pflege von Soldatenfriedhöfen – damit weder die Inschriften auf den Grabsteinen noch die Erinnerungen an die Kriegsopfer verblassen. (Foto: Stiftung Liebenau)
Schwäbische Zeitung

Auszeichnung für soziales Engagement: Junge Menschen aus dem Berufsbildungswerk (BBW) der Stiftung Liebenau haben sich um die Pflege von Kriegsgräbern in Italien und Frankreich gekümmert, damit diese Orte als Mahnmale für den Frieden erhalten bleiben. Als Anerkennung gab es nun vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die entsprechenden Zertifikate für die Jugendlichen und ihre Begleitpersonen.

Drei Ausbildungs- und Berufsvorbereitungsgruppen aus den BBW-Standorten Ravensburg und Ulm waren in diesem Jahr im Rahmen der Aktion „Arbeit für den Frieden“ unterwegs. Ihr Einsatz führte sie nach Straßburg, ins elsässische Bergheim und ins italienische Costermano am Gardasee. Auf den dortigen Gedenkstätten für gefallene Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges verrichteten die Jugendlichen Gartenarbeiten, jäteten Unkraut und reinigten die Grabsteine sowie -kreuze samt Inschriften und spürten dabei hautnah die besondere Atmosphäre, heißt es in der Pressemitteilung der Stiftung Liebenau. Deshalb beschäftigten die Teilnehmenden auch nach getaner Arbeit noch die vielen menschlichen Schicksale von Krieg und Gewaltherrschaft. Die einen schrieben daraufhin persönliche Briefe an die gefallenen Soldaten, die anderen ließen das Erlebte durch Erzählungen Revue passieren. So berichteten die jungen Frauen und Männer von „beeindruckenden“ und „schönen Erfahrungen“, die sie zum Nachdenken brachten. „Viele waren noch nicht einmal so alt wie ich, sondern erst 17 oder 18“, so eine Teilnehmerin über die viel zu früh gestorbenen Soldaten.

„Irgendwie nimmt einen das schon mit“, war auch zu hören. Oder, dass ihnen, angesichts der unzähligen Namen auf den Grabsteinen, klar geworden sei: „Krieg macht nicht vor ethnischer Herkunft eines Menschen, vor seiner Hautfarbe, Sprache und Religion halt.“ Und so empfinden die Jugendlichen die „Arbeit für den Frieden“ auch als wertvoll, „damit die nächsten Generationen an die Folgen eines Krieges erinnert werden“.

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