Jazztime enthüllt das Festival-Design

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 Die Studenten der Dualen Hochschule vor ihren Plakatentwürfen für das Landes-Jazz-Festival.
Die Studenten der Dualen Hochschule vor ihren Plakatentwürfen für das Landes-Jazz-Festival. (Foto: DHBW)
Schwäbische Zeitung

Das Landes-Jazz-Festival 2019 in Ravensburg und Weingarten wirft seine Schatten voraus: Das Programm steht laut Veranstalter komplett, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dazu würden auch Plakate, Flyer, Programmhefte und ein eigens eingerichteter Internet-Auftritt gehören. Und hier komme die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ins Spiel: Das grafische Design sei von Studenten des Studiengangs Mediendesign entwickelt worden. Nun seien die verschiedenen Vorschläge präsentiert und die „Gewinner“ ausgewählt worden.

Rasch nach Vergabe des Festivals durch den Jazzverband Baden-Württemberg an Jazztime-Ravensburg reifte beim Vereinsvorstand laut Mitteilung die Idee, hinsichtlich Grafik und Design ganz neue Wege zu gehen. Schließlich richte man ein solch großes Festival höchstens alle 20 Jahre aus – und: Der ehrenamtlich tätige Verein verfüge über enormes Know-how in Sachen Musik und Veranstaltungsorganisation, nicht jedoch hinsichtlich Grafik und Design. Man habe sich daher an die DHBW gewandt, wo semesterweise wechselnde Studenten im Studiengang Mediendesign genau das erlernen, worauf es bei der Öffentlichkeitsarbeit für große Veranstaltungsreihen ankomme: ein schlüssiges Konzept, wie rund 30 Veranstaltungen visuell präsentiert werden können.

Für die Dozenten der DHBW habe sich durch diese mehrjährige Kooperation somit die Möglichkeit ergeben, die Studenten mehrerer Semester durch eine Reihe von Projektarbeiten die komplette visuelle Identität eines großen internationalen Musikfestivals zu prägen. Unter der Leitung von Professor Markus Rathgeb erarbeiteten die Studenten ab Herbst 2018 in mehreren Stufen, wie das Landes-Jazz-Festival optisch ansprechend präsentiert werden kann – in sämtlichen Medien und im öffentlichen Raum.

Plakate, Programmhefte und Flyer wurden von mehr als zehn Teams oder einzelnen Studenten erarbeitet. Das Thema „Jazz“ seien für manche Studenten absolutes Neuland, die Bedingungen jedoch für alle gleich gewesen, heißt es. Das „Key Visual“ (Leitmotiv) und die Kernelemente des Designs mussten verwendet und die gestalterische Idee verstärkt werden. Diese waren von den Vorgängerinnen Rachel Gozal und Jennifer Beck entworfen worden. Dazu gehört neben dem Logo des LJF vor allem ein bewegliches 3D-Objekt mit prägnanten Buchstaben. Markus Rathgeb zum Design: „Im Kern der Aufgabe geht es um die Visualisierung von Musik. Für das Key Visual wurden große Buchstaben manuell gebaut und als Mobile arrangiert. Durch Bewegung der bunten Elemente, und die unterschiedlichen Perspektiven entstehen unzählige Varianten und Improvisationen – genau wie im Jazz.“

Machen diese Vorgaben die Arbeit leichter oder schränken sie eher ein? Katharina Vahlenkamp (20, aus der Nähe von Neuzittau) und Tabea Wöhr (22, aus der Nähe von Heilbronn) bildeten ein Team, dessen Entwürfe für Poster umgesetzt werden: „Wir fanden es schön, daran anknüpfen zu können, waren uns aber auch einig, dass es eine große Herausforderung ist, daraus etwas Neues zu machen. Wir haben viel mit Farben experimentiert. Insgesamt waren wir zehn Wochen damit beschäftigt, neben diversen Vorlesungen und anderen Projekten. Aber wie heißt es: Das Glück kommt zu den Fleißigen!“

Max Baier (24, aus Freiburg) und Samira Kuhr (20, aus Nürnberg) haben vor allem durch ihre Eltern schon Erfahrungen mit „Jazz“ machen können. Ihre Herangehensweise an die Aufgabe? „Wir haben die Buchstaben aus dem Logo zunächst ergänzt und das Alphabet vervollständigt, um dieses Design durchgängig verwenden zu können. Dann hatten wir dieses Video gesehen, bei dem die Buchstaben an Fäden hängen und sich bewegen. Das hat uns zu neuen Kombinationen inspiriert, und wir spielten mit Distanz und Format: Eine Programmheftseite über einen Künstler ist viel näher als ein Plakat. Dementsprechend haben wir dann die Buchstaben herangezoomt, darin die Infos integriert.“

In jedem Fall hat sich die Arbeit laut Veranstalter gelohnt. Alle Entwürfe hätten etwas Besonderes, und sowohl die Dozenten wie auch die „Auftraggeber“ von Jazztime ihre Favoriten – die seien nicht immer identisch gewesen. „Natürlich sehen wir manches mit anderen Augen, wir haben ja auch nicht so viel Sachverstand wie die Professoren“, sagt Gerhard Reuther, Vorsitzender von Jazztime: „Aber dafür haben wir vielleicht einen emotionaleren Blick auf die Arbeiten. Insgesamt eine fantastische Arbeit!“

Letztlich machten aber die Entwürfe von Lukas Neukam (23, aus Pforzheim) und Louis Kurz das Rennen für das Programmheft sowie die Sonderbeilage in der „Schwäbischen Zeitung“ und werden nun realisiert. Im Rahmen weiterer Projektaufgaben wird im Studiengang Mediendesign an Entwürfen für die Kommunikation und Partizipation im öffentlichen Raum gearbeitet, ebenso an der Erstellung von Kurzvideos für Social Media.

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