In Seibranz treffen sich zwei Spätstarter

Lesedauer: 7 Min
Ihre Form in der Vorbereitung (hier der Torjubel über einen Treffer beim 5:0 gegen den FC Leutkirch im Finale des Fürst-Georg-Po
Ihre Form in der Vorbereitung (hier der Torjubel über einen Treffer beim 5:0 gegen den FC Leutkirch im Finale des Fürst-Georg-Pokales) haben die Seibranzer nicht voll in die Runde retten können. (Foto: Michael Panzram)
Klaus Eichler

Im Fupa-Spiel der Woche in der Fußball-Bezirksliga Bodensee erwartet der SV Seibranz die punktgleiche SG Argental.

Der SV Seibranz, 2016 aufgestiegen, war schon immer ein Spätstarter. Mehr als sieben Punkte, aktuell sind es sechs, hatte Seibranz nach den ersten sechs Spieltagen noch nie auf dem Konto. „Es spielen zu Beginn der Saison immer mehrere Faktoren zusammen“, sagt Trainer Thomas Hess, „Urlauber, verletzte Spieler, das braucht seine Zeit“. Im Widerspruch dazu steht der Einzug ins Achtelfinale des Bezirkspokals nach einem 2:1-Sieg beim SV Kressbronn, „Kressbronn hatte zu Beginn der Saison die gleichen Probleme wie wir“, sagt Hess. Auf den ersten Heimsieg wartet Seibranz noch. Die Partie gegen den SV Maierhöfen-Grünenbach ging knapp mit 0:1 verloren und die Begegnung gegen den nicht angetretenen SV Mochenwangen gewann der SVS am Grünen Tisch. „Wir wollten lieber sportlich gewinnen“, gibt Hess zu.

Die SG Argental, ebenfalls ein Spätstarter, kassierte zum Auftakt drei Niederlagen. „Gegen die SG taten wir uns immer schwer“, sagt Hess. Drei der letzten vier Heimspiele gegen die SG gingen verloren, „keine gute Bilanz“, meint Hess.

„Statistik ist das eine“, sagt SG-Trainer Peter Riedlinger, „wir werden auch in diesem Spiel wieder an unsere Leistungsgrenze gehen müssen“. Die SG hat in der Saison auswärts schon sechs Punkte geholt. „In Mochenwangen hatten wir zuletzt mal wieder das Quäntchen Glück auf unserer Seite“, sagt Riedlinger.

16 Gegentore kassierte die SG in den ersten fünf Spielen. „In gewissen Situationen fehlt uns hinten noch die Abgeklärtheit“, bestätigt Riedlinger, „aber unsere Stärke liegt in der mannschaftlichen Geschlossenheit und mit der können wir auch in Seibranz punkten“.

Der TSV Heimenkirch ließ gegen Aufsteiger TSV Ratzenried die ersten Punkte liegen, hat mit dem SV Achberg gleich den nächsten Aufsteiger vor der Brust. „Heimenkirch zählt technisch und spielerisch zu den besten Teams“, sagt Achbergs Coach Michael Riechel, „ich weiß, was die können“. Die Frage nach der Favoritenrolle stellt sich da für Riechel erst gar nicht. „Zuletzt gegen Maierhöfen haben wir zu viele Gastgeschenke verteilt.“ Geht’s nach Riechel, dann soll sich das gegen den Tabellenführer ändern.

Der SV Beuren erwartet den TSV Eschach. Beide stehen ganz oben in der Tabelle. Für TSV-Trainer Philipp Meißner eine echte Standortbestimmung, wer Tabellenführer Heimenkirch weiter Paroli bieten kann. „So richtig auf dem Zettel hatte uns vor der Saison keiner“, sagt Meißner, „die Partie wird zeigen, wo wir wirklich stehen.“

„Wir sind in Eschach ausgerutscht und auf die Nase gefallen“, sagt Thomas Gadek, neuer Trainer des SV Oberzell, nach seinem Premierenspiel gegen den TSV Eschach. „Wir hatten zwischen Offensive und Defensive zu große Abstände, die keiner zulief.“ Außerdem vermisste Gadek so einiges bei seinen Spielern. „Die Zweikämpfe annehmen, den Sieg wollen“ – Tugenden, die für Gadek unerlässlich sind, um auch zu Hause gegen Aufsteiger TSG Bad Wurzach zu bestehen.

Eine Begegnung auf Augenhöhe ist die Partie SV Kressbronn gegen den SV Fronhofen. Beide Teams stehen, nicht ganz unerwartet, in der oberen Tabellenhälfte. Der letzte Sieg des SV Fronhofen gegen Kressbronn liegt allerdings schon mehr als acht Jahre zurück. „Die Leistung gegen Beuren stimmt mich positiv“, sagt Fronhofens Trainer Gerhard Schmitz, „der Sieger dieser Partie wird sich erst mal oben festsetzen“.

Patrik Noack und Ergün Kale langfristig verletzt, Ademi Ngadhnjim und Marcel Moll privat verhindert, Ivan Sosic beruflich weg – der SV Mochenwangen reist mit dem letzten Aufgebot zum TSV Ratzenried, einem Aufsteiger, der nicht nur Punkte, sondern auch ordentlich Selbstvertrauen getankt hat. „Wir müssen weiterarbeiten und hoffen, dass sich keiner verletzt“, sagt Trainer Patrick Hehn. Alles andere als eine Niederlage des SV wäre eine Überraschung. Mochenwangen ist angeschlagen, „aber so ein Gegner ist immer gefährlich“, warnt TSV-Coach Markus Steidle. Der TSV scheiterte am Mittwoch im Bezirkspokal am A-Ligisten Spvgg Lindau mit 3:6 nach Elfmeterschießen.

Die drei Punkte, die der SV Bergatreute gegen Achberg am Grünen Tisch verloren hat, zeigten bei der Mannschaft von Trainer Norbert Badstuber Wirkung. „Man merkt, wir sind verunsichert“, sagt Badstuber vor dem Gastspiel beim FC Leutkirch. Spitze ist der Aufsteiger nur, was die Gegentore angeht – 19 in sechs Spielen, soviel wie kein anderer. „Wir müssen wieder mehr Stabilität reinbringen, müssen nach vorne schauen“, sagt Badstuber, der drei oder vier Umstellungen vornehmen wird, „vielleicht bringen die den erhofften frischen Wind“, sagt Badstuber.

Fünf Niederlagen, nur ein Sieg – Landesligaabsteiger SG Kißlegg tut sich schwer in der neuen Liga. Vor der Begegnung beim TSV Meckenbeuren werden Erinnerungen wach an den letzten Spieltag der Saison 2017/18. Die SG stand bereits als Meister fest, bekam beim TSV ein halbes Dutzend Tore eingeschenkt, was für Meckenbeuren am Ende den Klassenerhalt bedeutete.

„Wir machen uns das Leben selber schwer“, sagt Trainer Rolf Weiland vom VfL Brochenzell, „stehen uns im Moment selber im Weg“. Will der VfL zu Hause gegen den SV Maierhöfen-Grünenbach dreifach punkten, braucht es Tore, „auch da tun wir uns schwer“. Für Weiland wird das Ganze zur Kopfsache.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen