In Ravensburg fehlen Wohnungen für Flüchtlinge

Lesedauer: 4 Min

Raus aus der Gemeinschaftsunterkunft, rein in die eigene Wohnung: Die Unterbringung von geflüchteten Menschen ist in Ravensburg
Raus aus der Gemeinschaftsunterkunft, rein in die eigene Wohnung: Die Unterbringung von geflüchteten Menschen ist in Ravensburg nach wie vor schwierig. (Foto: dpa/Paul Knecht)
stellv. Redaktionsleiter

Die Stadt Ravensburg benötigt dringend weitere Unterkünfte für Flüchtlinge. Zwar ist die Zahl der Geflüchteten stark rückläufig. Doch es fehlen sowohl Plätze in der Anschlussunterbringung als auch Wohnungen auf dem freien Markt.

Rund 780 Flüchtlinge leben derzeit in Ravensburg in der vorläufigen Unterbringung (Gemeinschaftsunterkünfte des Landkreises) und in der Anschlussunterbringung (Räumlichkeiten der Stadt). „Wir haben große Rückgänge bei den Flüchtlingszahlen“, berichtete Erster Bürgermeister Simon Blümcke in der Sitzung des Sozialausschusses. Er sprach von einer „machbaren Größe“. Eine „große Herausforderung“, so Blümcke, sei jedoch der Übergang in normale Unterkünfte: „Wir brauchen ganz viele bezahlbare Wohnungen.“

„Unser Thema ist der Übergang von der Not-Unterbringung in den Alltag“, sagte Sozialamtsleiter Stefan Goller-Martin im Gremium. Rund zwei Drittel der Geflüchteten, die in den Jahren 2015 und 2016 gekommen seien, würden ein Bleiberecht mit unterschiedlichem Status erhalten. Nach der Erstaufnahme durch das Land kam dieser Personenkreis in die vorläufige Unterbringung durch den Landkreis. Nun, so Goller-Martin, verschiebe sich dies in die Anschlussunterbringung, für die die Stadt Ravensburg zuständig ist. Was danach folgt, ist die größte Hürde: Das Finden einer Wohnung auf dem freien Markt.

In Ravensburg leben derzeit rund 280 Personen in der vorläufigen Unterbringung und 500 in der Anschlussunterbringung. 2018, so die Schätzung, werden zwei Drittel der Menschen, die derzeit in der vorläufigen Unterbringung sind, in eine Unterkunft der Anschlussunterbringung wechseln. Zudem werden, so die Stadtverwaltung, 50 bis 70 weitere Personen kommen, die im Rahmen des Familiennachzugs ein Bleiberecht erhalten. „Wir brauchen daher 100 bis 120 weitere Plätze in der Anschlussunterbringung“, sagte Goller-Martin. Und es fehlen nach wie vor von der Stadt anmietbare oder private Wohnungen, in die Flüchtlinge nach der Zeit in Gemeinschaftsunterkünften umziehen können.

Räumlichkeiten der vorläufigen Unterbringung befinden sich in Ravensburg in der Weidenstraße, in der Schmalegger Straße, in der Gartenstraße, in der Karlstraße, im Grünlandweg und in der Wangener Straße. Plätze in der Anschlussunterbringung befinden sich in der Florianstraße, in der Seestraße, in Oberzell, in der Robert-Bosch-Straße, in der Springerstraße, in der Ringgenburgstraße sowie in städtisch angemieteten und privaten Wohnungen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen