In 23,26 Sekunden zu Deutschlands Nummer 1

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Fabian Schneider vom 1. SC Ravensburg mit seinem Trainer Magnus Tulburean.
Fabian Schneider vom 1. SC Ravensburg mit seinem Trainer Magnus Tulburean. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Lange musste Fabian Schneider auf den Wettkampf in Berlin warten, doch am Ende hat sich das Warten für den Schwimmer des 1. SC Ravensburg gelohnt. Die deutschen Meisterschaften in Berlin, der Saisonhöhepunkt für viele Topathleten, wurden in diesem Jahr um einen Monat nach hinten verschoben. Zudem hatte sich auch der Qualifikationsmodus verschärft. In einem Qualifikationszeitraum von Dezember bis Juni musste eine vom Deutschen Schwimmverband (DSV) geforderte Normzeit unterboten werden. Schneider musste sich bei den Junioren unter den ersten 30 der deutschen Bestenliste befinden.

So hatte sich für SCR-Trainer Magnus Tulburean und seinen Schützling Fabian Schneider eine ungewohnte Situation ergeben. Ende April trainierten die Ravensburger Schwimmer des A-Kaders in Sizilien in einem 50-Meter-Becken. Bei den baden-württembergischen und süddeutschen Meisterschaften im April mussten die ersten geforderten Zeiten unterboten werden, im Mai reiste Schneider noch nach Wien zu einem hochklassigen Wettkampf, bei dem er schon sehr stark war.

Anschließend waren zwei Monate hartes Training angesagt – im Wasser und im Athletikbereich. Nur sechseinhalb Stunden Wasserzeit in der Woche stehen den 15 Schwimmern des Topteams des 1. SC Ravensburg im städtischen Hallenbad zur Verfügung. Manchmal weichen die Schwimmer daher zusätzlich noch auf den Samstagabend aus. Auf der Langbahn dürfen die Schwimmer von Magnus Tulburean im Freibad von Bad Waldsee trainieren.

Am vergangenen Wochenende ging es dann „endlich“, wie Fabian Schneider sagte, mit seinem Trainer zu den deutschen Meisterschaften nach Berlin. Schneider durfte zum letzten Mal in der Juniorenklasse starten. Seinen ersten Start in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark hatte er am Freitag über 100 Meter Freistil. Schneider ließ es nicht so schnell angehen, wie er das eigentlich kann, war mehr als eine Sekunde langsamer als gemeldet und wurde Zwölfter. Kurz darauf startete er über 50 Meter Schmetterling, überzeugte mit einem schnellen Start und einem schnellen Rennen. Beim Anschlag machte der Ravensburger jedoch einen Zug zu wenig und wurde mit 25,54 Sekunden Siebter. Zufrieden war er mit diesen Ergebnissen nicht.

A-Finale knapp verpasst

Am Sonntag wollte es Schneider bei seinem Start über 50 Meter Freistil deshalb noch einmal wissen. Mit einer Zeit von 23,27 Sekunden war er als viertschnellster Junior gemeldet. Bei seinem Start und dem ganzen Rennen im drittletzten Vorlauf passte dieses Mal alles, Schneider verbesserte sich um eine Hundertstelsekunde auf 23,26 Sekunden. Die Konkurrenz in den folgenden Läufen konnte diese Zeit nicht mehr unterbieten und so gingen Goldmedaille und der deutsche Meistertitel bei den Junioren an Fabian Schneider vom 1. Schwimmclub Ravensburg. Mit seiner Zeit aus den Vorläufen verpasste Schneider als Neunter knapp eine Teilnahme am offenen A-Finale, im B-Finale war er nicht mehr so schnell und erreichte Platz 14.

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