Hunderte Ehrenamtliche bei Gluthitze

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Barbara Sohler

Während die eisenharten Sportler durch den Triathlon schwimmen, Rad fahren und laufen, sorgen Sanitäter, Rettungsschwimmer und Streckenposten für die Gesundheit und Sicherheit der Athleten und Zuschauer. Bei außergewöhnlich heißen Temperaturen um die 33 Grad Celsius haben wieder Hunderte von Helfern mit ihrem Einsatz für ein großartiges Sportevent gesorgt.

Streckenposten Uli Rittler steht mit Käppi und Wasserflasche bewaffnet an der neuralgischsten aller gesperrten Straßen. Im Knollengraben, an der Zufahrt zum Flappach. „Aber die meisten der Autofahrer haben Verständnis, Triathlon ist ja nur einmal im Jahr“, sagt Rittler, schiebt das rot-weiße Absperrgitter wieder energisch in Position und sich in ein handtuchgroßes Stück Schatten. Es herrschen 33 Grad. Da ist es im weißen Mannschaftszelt des Deutschen Roten Kreuzes, keine 20 Schritte vom Weiher entfernt, mitten im Wettkampfgeschehen, doch bedeutend angenehmer. Die Zeltplanen am Eingang sind hochgeschlagen, hinten lupft ein Infusionsständer die Plane, damit Durchzug entsteht. Gegenüber den vier Feldbetten steht ein Sauerstoffgerät. Ein Rollcontainer liefert Desinfektionsmittel, Pflaster, Kompressen. Sogenannte Coldpacks liegen bereit. Und ein Insektenstift. Als schnelle Hilfe bei Wespenstichen.

Schwimmen ist nicht die beste Disziplin

Zehn ehrenamtliche Sanitäter des DRK und ein Notarzt stehen für etwaige Hilfe und Versorgung bei diesem großen sportlichen Ereignis zur Verfügung. Zwei Rettungswagen haben Position bezogen entlang der Radstrecke, eine Fahrradstaffel mit jeweils zwei Rettungssanitätern begleitet die Rennradler auf dem Höhenkamm. Immer per Funk mit Einsatzleiterin Cornelia Ammedick verbunden. Einen Notfall gab es jedoch heute noch nicht. Thomas Barth, der über 40 Jahre hauptamtlich im Rettungsdienst gearbeitet hat, weiß weshalb. „Der Triathlon ist eine friedfertige Sportveranstaltung. Die Teilnehmer sind alle gut vorbereitet, Keiner überschätzt sich“, Barth. An den letzten Einsatz im Vorjahr erinnert er sich nur zu gut: Eine tierliebe Dame aus dem Team der Streckenposten war in den Finger gebissen worden. Von einem Maulwurf, den sie aus der Gefahrenzone befördern wollte.

Apropos Gefahrenzone: Das Schwimmen sei nicht gerade die beliebteste Disziplin der Triathleten, weiß DLRG-Einsatzleiter Mathias Leißle. Immer wieder gebe es „schwache Schwimmer“, auf die sein 29-köpfiges Einsatzteam auch am Samstag besonderes Augenmerk hat, als die Sportler sich in den Flappach stürzen. Aber weder seine vier Motorrettungsboote noch die beiden Tretboote oder der Rettungsschwimmer mit dem Rettungsbrett müssen eingreifen. Kein Einsatz notwendig. „Früher gab es das öfter, dass mal ein Schwimmer überschwommen wurde im Startgetümmel, Krämpfe hatte oder einfach erschöpft war“, erinnert sich Leißle. Heute aber laufe das Schwimmen beim Triathlon „sehr geordnet“.

Ordnung zu halten ist indes an der Wasserverpflegungsstation auf der Buswendeplatte am Ausgang des Flappachbades bisweilen unmöglich. Lisa und Marlena Rehm sind nur zwei von knapp zwei Dutzend Helfern, die binnen zwei Stunden während des Laufs der Triathleten Hunderte von Wasserbechern füllen, Schwämme nass machen, den Läufern anreichen und dann den schnell weggeworfenen Ballast wieder einsammeln. Damit keiner der nachfolgenden Läufer ins Straucheln gerät. „Es war selten so heiß wie heute“, erinnert sich Karin Rehm. „Wir hatten auch schon Hagelschauer. Aber das war auch nicht schöner“, ergänzt sie.

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