Hunde machen einen Haufen Ärger

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Ein Hund kann nicht lesen. Deshalb weiß er auch nicht, dass er nicht überall hinmachen darf. Stattdessen ist es die Aufgabe sein
Ein Hund kann nicht lesen. Deshalb weiß er auch nicht, dass er nicht überall hinmachen darf. Stattdessen ist es die Aufgabe seines Herrchens, den Hundekot zu entsorgen. (Foto: Colourbox)
Jasmin Bühler

Hundekot auf öffentlichen Flächen finden viele Menschen einfach nur ekelhaft. Denn so mancher Hundebesitzer schert sich nicht darum, wo sich sein Vierbeiner erleichtert, und lässt die Hinterlassenschaften einfach liegen. Das riecht nach mächtig Ärger. Dabei gibt es in Ravensburg und Weingarten genaue Regeln, wie die Hundekacke zu entsorgen ist.

„Egal, ob auf Spielplätzen, am Straßenrand, auf Feldwegen und Wiesen oder sogar inmitten von Wohnsiedlungen – man kann doch nirgends mehr laufen, ohne ständig auf den Boden schauen zu müssen, damit man nicht in jeden Haufen hineintritt“, sagt Karin Graeff aus Zogenweiler. Die 51-Jährige hat selbst einen Hund – einen Welpen, mit dem sie viel rausmuss und dessen Kot sie stets wegräumt. Doch weiß sie von anderen Hundebesitzern, die nicht so verantwortungsbewusst sind wie sie. Einer soll schon gesagt haben: „Wieso sollte ich den Hundekot wegräumen, ich zahle doch Hundesteuer?“

Kühe meiden verkotetes Gras

Einstellungen wie diese ärgern Graeff: „Als Mutter muss ich meine Kinder draußen mit Argusaugen bewachen, damit sie nicht in Hundekot treten oder die Scheiße ständig von den Schuhen putzen.“ Wie die Zorgenweilerin berichtet, wüssten viele Hundebesitzer nicht, dass die Kühe das Gras nicht mehr fressen, wenn Hundekot dran sei. „Das haben mir Landwirte selbst erzählt“, sagt sie.

Karin Graeff ist der Ansicht, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Unrat der Vierbeiner und ausgelegten Giftködern gibt. „Würden nicht fast alle Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Hunde liegen lassen, sondern Kotbeutel benutzen und auch diese ordentlich entsorgen, wäre der Hass auf Hunde nicht annähernd so groß“, glaubt die 51-Jährige. Sie versucht, die Beweggründe der Leute zu verstehen, die Giftköder auslegen. „Die Ignoranz der Hundebesitzer ist bestimmt mit ein Grund“, meint sie. Jedoch hält Graeff es für ein Unding, sich an den Hunden zu rächen: „Für mich ist es das Allerletzte, wenn man gegen die Hunde geht, sie quält oder sogar vergiftet.“

Giftköder tötet Hund

Erst kürzlich hat ein Giftköder-Fall in Leutkirch für Aufsehen gesorgt: Dort war ein Hund vermutlich an den Folgen von verstreutem Rattengift gestorben. Ähnliche dramatische Vorfälle sind in Ravensburg und Weingarten nicht bekannt. Doch weiß man auch hier um die Thematik.

Damit ein friedliches und geordnetes Zusammenleben von Bürgern mit und ohne Hunden funktioniert, haben die Städte im Schussental genaue Richtlinien. So gibt die Stadtverwaltung Weingarten in ihrer Polizeiverordnung Verhaltensregeln für Hundebesitzer vor. Laut Paragraf 11 der Polizeiverordnung sind Tiere so zu halten und zu beaufsichtigen, dass niemand durch sie gefährdet wird. „Speziell für Hunde bedeutet dies Leinenpflicht auf öffentlichen Straßen und Gehwegen, wenn diese sich in bebauten Ortsteilen befinden“, verdeutlicht Jasmin Bisanz von der Stadt Weingarten. Außerhalb darf ein Hund nur frei herumlaufen, wenn eine Person mit ihm Gassi geht, auf deren Zurufe er erfolgreich hört. Auf Kinderspielplätzen oder Liegewiesen sind Hunde verboten, es sei denn, es sind Blinden- und Sehbehindertenhunde.

„Ein grundlegender Aspekt der Verordnung ist die Vermeidung von Verunreinigung durch Hunde“, so Presseprecherin Bisanz weiter. „Der Halter eines Hundes hat dafür zu sorgen, dass dieser seine Notdurft nicht auf Gehwegen und in verkehrsberuhigten Bereichen, in Grün- und Erholungsanlagen oder in fremden Gärten verrichtet.“ Doch abgelegter Hundekot muss laut Paragraf 12 der Polizeiverordnung unverzüglich beseitigt werden. Hierfür stellt die Stadt Weingarten zahlreiche sogenannte „Robidogs“ zur Verfügung. Diese enthalten Tüten zum Aufnehmen des Hundekotes, die die Besitzer dann sofort im Mülleimer entsorgen können. Die „Robidogs“ stehen in städtischen Grünanlagen wie zum Beispiel im Stadtgarten, in der Promenade, der Kuenstraße oder auf dem Broner Platz.

Verstoß ist strafbar

Ähnlich verhält es sich in Ravensburg. Auch hier regelt die Polizeiverordnung die Leinenpflicht und die Pflicht zur Beseitigung des Hundekots. „Die Beutel für Hundekot sind ein Service der Stadt für Hundebesitzer“, informiert der Pressesprecher der Stadt Ravensburg, Alfred Oswald.

Werden die Vorschriften nicht befolgt, kennen die Städte kein Pardon: „Bei einem Verstoß handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit“, teilt Jasmin Bisanz von der Stadtverwaltung Weingarten mit. Geahndet werden kann diese Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße.

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