Hummel setzt ausschließlich auf junge Talente

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 Augen zu und durch: Der FV Ravensburg II (links Tim Lauenroth gegen Altheims Björn Pfister) startet mit dem Derby in Kehlen in
Augen zu und durch: Der FV Ravensburg II (links Tim Lauenroth gegen Altheims Björn Pfister) startet mit dem Derby in Kehlen in die Landesligasaison. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Der Kader des FV Ravensburg II:

Tor: Luka Borgelott

Abwehr: Sebastian Reger, Samuel Walter, Jonas Valtin, Darius Fitz, Tim Kibler, Thore Bedey

Mittelfeld: Niklas Schnell, Julian Flock, Tim Lauenroth, Kubilay Coskun, Moritz Hartmann, Sven Spekking, Arjan Lashani

Sturm: Robin Hettel, Awed Issac Abeselom, Mario Scheiter, David Hoffmann, Saikou Drammeh

Zugänge: Valtin, Coskun, Schnell, Hartmann, Scheiter (alle eigene U19), Hoffmann (FC Memmingen U19), Lashani (SSV Ulm U19), Kibler (TSV Eschach), Drammeh (SK Weingarten)

Abgänge: Omar Jatta (SV Oberzell), Nico Maucher, Sebastian Segbers (beide TSV Berg), Tom Öhler (FC Überlingen), René Zimmermann (FC Ostrach), Okan Celik (TSV Meckenbeuren), Fabio Di Modugno (FC Leutkirch), Christian Barth (1. Mannschaft), Petar Susac (Kroatien), Liam Becker.

Unter dem neuen Trainer Fabian Hummel startet der FV Ravensburg II mit einem klaren Konzept in die neue Saison: Als echte U23 soll die Mannschaft ausschließlich ambitionierten, jungen Fußballern die Möglichkeit bieten, sich an das Oberligateam heranzuarbeiten. Erster Prüfstein in der Landesliga ist am Freitag um 18.30 Uhr auswärts der SV Kehlen.

„Welchen Sinn soll die U23 des FV Ravensburg erfüllen?“, fragt Hummel und stellt fest: „Es macht keinen Sinn, wenn ältere Spieler, die keine Chance auf die Oberliga haben, jungen Spielern die Plätze wegnehmen. Dann können wir diese Mannschaft auch aufgeben.“ Also setzte der 35-Jährige, der auch der Manager des Vereins ist, einen klaren Schnitt: Ältere Spieler – zum Beispiel Stürmer Omar Jatta – bekamen keinen neuen Vertrag. Stattdessen sollen ausschließlich Nachwuchskräfte Spielzeit bekommen. Die kommen aus der eigenen U19 wie in diesem Jahr Jonas Valtin, Kubilay Coskun, Niklas Schnell, Moritz Hartmann und Mario Scheiter.

Vier externe Zugänge

Aber nicht nur: In Tim Kibler holte der FV einen Verteidiger, der ganz jung beim TSV Eschach noch zu Landesligazeiten den Sprung in die Stammelf geschafft hat. Mit Arjan Lashani hat Hummel noch selbst in der Jugend des SSV Ulm zusammengearbeitet und Stürmer David Hoffmann kehrte vom FC Memmingen zum FV zurück. Saikou Drammeh – mit 22 Jahren schon beinahe ein Senior im Team – überzeugte in einem Probetraining. Auch zwischen den Pfosten – der FV hat aktuell nur drei Torhüter für Oberliga- und Landesligateam – tut sich etwas: Ein vierter Torwart ist auf Vermittlung eines Ex-FV-Spielers bereits bei der U23 im Training, man ist sich auch schon einig, aber die offizielle Meldung steht noch aus.

Stand jetzt hat der Kader einen Altersdurchschnitt von unter 21 Jahren. Die Philosophie: Die U23 soll, angedockt an die Jugendabteilung, einen höheren Stellenwert bekommen. „Der Sprung von der U19-Verbandsstaffel in die Oberliga ist groß“, sagt Hummel. „Deshalb sollen sich junge Spieler zwei, drei Jahre in der U23 entwickeln können.“ Dann sollen sie reif für die erste Mannschaft sein. Wer das nicht schafft, soll seinen Platz trotzdem frei machen – für die nächste Generation.

Vor zwei Jahren hat der Verein diesen Schritt schon einmal unter Trainer Reiner Steck versucht – und musste zurückrudern, weil der Klassenerhalt in der Landesliga in Gefahr geriet. „Der aktuelle Kader hat die Qualität, dass wir schon früh nicht mehr über den Klassenerhalt nachdenken müssen“, ist der Trainer überzeugt. Hummel will weg davon, dass Spieler aus der Ersten in der Landesliga Feuerwehrmann spielen müssen, um die Liga zu halten. Akteure aus dem Oberligakader sollen nur noch in der U23 zum Einsatz kommen, „wenn sie nach einer Verletzung im Aufbau sind“.

Selbstbewusst soll auch die Spielweise sein: Hummel will mit seinem Team offensiv agieren und das Spiel machen, auch gegen die starken Teams. „Im Pokal hat das gegen Trillfingen schon sehr gut funktioniert“, meint er. „Zumindest in den ersten 30 Minuten.“ Dass junge Spieler dann nach einer 3:0-Führung die Zügel schleifen lassen, gesteht er ihnen zu: „Das ist Teil des Lernprozesses.“ Für sich selbst sieht es Hummel nur als konsequent an, dass er neben dem Amt des „Managers Sport“ beim FV auch die U23 übernommen hat: „Ich kann den Verein als Manager weiterbringen, das habe ich studiert“, sagt er. „Aber ich kann auch junge Spieler entwickeln.“ Das hat er zuletzt beim SSV Ulm mit dem Aufstieg der A-Junioren in die Bundesliga bewiesen. Auch in die FV-Jugendabteilung will Hummel hineinwirken: „So predige ich unseren Trainern nicht nur Theorie, sondern lebe konkret den Stil vor, der sich vom Oberligateam bis in die Jugendmannschaften durchziehen soll.“

Ob Hummels Rechnung aufgeht, zeigt sich ab Freitag. „Natürlich wissen wir vor dem ersten Spiel noch nicht exakt, wo wir stehen“, meint der Trainer. „Aber wir wollen in Kehlen auf Sieg spielen und gewinnen.“

Der Kader des FV Ravensburg II:

Tor: Luka Borgelott

Abwehr: Sebastian Reger, Samuel Walter, Jonas Valtin, Darius Fitz, Tim Kibler, Thore Bedey

Mittelfeld: Niklas Schnell, Julian Flock, Tim Lauenroth, Kubilay Coskun, Moritz Hartmann, Sven Spekking, Arjan Lashani

Sturm: Robin Hettel, Awed Issac Abeselom, Mario Scheiter, David Hoffmann, Saikou Drammeh

Zugänge: Valtin, Coskun, Schnell, Hartmann, Scheiter (alle eigene U19), Hoffmann (FC Memmingen U19), Lashani (SSV Ulm U19), Kibler (TSV Eschach), Drammeh (SK Weingarten)

Abgänge: Omar Jatta (SV Oberzell), Nico Maucher, Sebastian Segbers (beide TSV Berg), Tom Öhler (FC Überlingen), René Zimmermann (FC Ostrach), Okan Celik (TSV Meckenbeuren), Fabio Di Modugno (FC Leutkirch), Christian Barth (1. Mannschaft), Petar Susac (Kroatien), Liam Becker.

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