Herr Hämmerle im Selbstgespräch mit dem Anderen

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Bernd Kohlhepp alias Herr Hämmerle.
Bernd Kohlhepp alias Herr Hämmerle. (Foto: Bernd Kohlhepp)
Schwäbische Zeitung

Wer „Herrn Hämmerle“ kennt, fragt sich, was denn dieser „schwäbische Dinosaurier“, den er kreiert hat und zu denen man ihn selbst zurechnen muss, im Ravensburger Kunstmuseum verloren hat, gehört er doch auf die Kabarett-Bühnen des Ländle. Wer jedoch den Erfinder des Herrn Hämmerle, den Tübinger Schauspieler Bernd Kohlhepp, kennt, ahnt, dass hier ein Novum mit experimentellem Charakter zu erwarten ist.

Kunst liegt Kohlhepp laut Mitteilung am Herzen, hatte er doch, neben Germanistik und Kulturwissenschaften, auch Kunstgeschichte studiert. Er ist ein Multitalent: Comedian und Schauspieler, Buchautor, Mundart-Dichter, Filmemacher, Blogger und ein Meister des Improvisationstheaters. Er gibt den schwäbischen Rock ’n’ Roller Elvis, er spielt Schillers „Räuber“ als Solostück in sämtlichen Rollen, inszeniert Goethes Faust als Classic Comedy, und selbst schwäbischer Dialekt und Swing gehen bei ihm eine musikalische Allianz ein.

Nun schlüpft er in der Rolle des Herrn Hämmerle bei einem Crossover zwischen Kunst und Kabarett, und was könnte einen besseren thematischen Rahmen abgeben als die Ausstellung „Face it! Im Selbstgespräch mit dem Anderen“. Die Führung am Mittwoch, 25. September, um 18 Uhr verspricht schräg zu sein, witzig, anregend. Denn eines ist sicher: Herr Hämmerle erklärt nicht. Er findet Erklärungen. Und zwar für alle alltäglichen Ungereimtheiten, denen er seine schwäbische Weltsicht überstülpt. Sein Spiel ist frech und herausfordernd. Mit raschen Rollenwechseln, starker Gestik und Mimik bietet Kohlhepp eine neue humoristische Sicht auf die Ausstellung.

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