Herr über 300 Parkplätze

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Karl Bentele an seinem Arbeitsplatz im Parkhaus.
Karl Bentele an seinem Arbeitsplatz im Parkhaus. (Foto: Elke Obser)
Markus Glonnegger

Er ist das Gesicht des Parkhauses Frauentor – und das seit 1985. Damals war Karl Bentele (Jahrgang 1950) an verantwortlicher Position dabei gewesen, als es am 4. November eröffnet wurde. Vom Arbeitsamt war ihm damals die Tätigkeit im neuen Parkhaus vermittelt worden. Der gebürtige Gornhofer, vielen Ravensburgern und Parkhauskunden aus dem Umland dank seiner langjährigen Tätigkeit bekannt, arbeitet auch nach seiner Pensionierung gerne als Teilzeitkraft im Parkhaus am Frauentor.

Kleiner Rückblick: Bereits 1971 wurde das erste Parkhaus eröffnet, unmittelbar neben dem Untertor. Dessen architektonische Gestaltung hatte heftige Proteste in der Bevölkerung ausgelöst. Es folgte die erste Fußgängerzone in der oberen Adlerstraße, der bald weitere folgen sollten. Der Eröffnung des Parkhauses am Frauentor Anfang November 1985 folgte im Mai 1986 die Sperrung des Marienplatzes für den Durchgangsverkehr. Während der Dienstzeit von Oberbürgermeister Karl Wäschle wurde 1988 die Tiefgarage am Marienplatz eröffnet. Somit standen zu diesem Zeitpunkt der Stadt Ravensburg fünf Parkhäuser mit Parkdecks zur Verfügung.

„ Ich war zuvor als Kraftfahrer tätig, auch als Motorradmechaniker“, erzählt Karl Bentele, für den die Aufgabe im Parkhaus Frauentor 1985 wie ein „ Sechser im Lotto“ daherkam. Zu seinen Aufgaben gehörten seither das gleichmäßige Verteilen der Kunden auf insgesamt neun Parkdecks mit derzeit 290 Parkplätzen, regelmäßige Putz- und Kehrarbeiten, das Freihalten der Ein- und Ausfahrt im Winter, die Wartung und Pflege der Automaten und der ebenso pflegliche Umgang mit den Parkhaus-Gästen. „ Ich bin immer diplomatisch, auch wenn´s nach Ärger riecht“, umschreibt Bentele seine Maxime. Im Alltag sei es jedoch nie zu größeren Konflikten gekommen. Mal habe jemand den Hund oder ein Kleinkind im Auto vergessen, mal sei ein älteres Auto auf Deck 9 wegen technischer Defekte ausgebrannt und von der Ravensburger Feuerwehr rasch gelöscht worden. Gelegentlich überschreite ein Kunde die Karenzzeit. Und manchmal habe auch jemand verzweifelt sein Auto gesucht und weder Parkdeck noch Parkhaus gewusst.

Samstags sei wie immer der größte Andrang, weiß Karl Bentele. Und ebenso regelmäßig teurer würden, wie alles andere auch, die Parkgebühren, die sich derzeit auf 50 Cent für 15 Minuten beliefen. „ Es war die richtige Entscheidung, diese Tätigkeit anzunehmen “, sagt Bentele rückblickend. Er könne auch nicht bestätigen, dass die Menschen im Lauf der Jahre rücksichtloser geworden seien.

Unspektakulär verläuft auch seine Freizeit. Bentele genießt während längerer Spaziergänge gerne die Schönheit der Natur seiner oberschwäbischen Heimat. Der Stammtisch im Gasthof Engel am Marienplatz und die Mitgliedschaft bei den Ravensburger Kyffhäusern erfüllen das Bedürfnis des ledig Gebliebenen nach Nähe und Geselligkeit.

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