Herausforderungen sind ihr Antrieb

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Schwäbische Zeitung

Menschen, die auf ihre Art ein Millionenpublikum erreichen, kamen am Montagabend in der Gesprächsrunde „Humpis -- der Talk“ im Humpisquartier Ravensburg zu Wort. Roland Mack und Hans M. Leopold, Albana Nocaj und Andreas Falkenroth, Matze Ihring und Andi Scheiter sprachen über das, was ihr Leben als öffentliche Personen ausmacht.

Von unserer Mitarbeiterin   Babette Caesar

Roland Mack ist Geschäftsführer von Deutschlands größtem Freizeitpark, dem Europapark Rust. Hans M. Leopold, genannt Poldi, ist Macher des Teleshopping-Kanals „Welcome“ und längst zur Kultfigur aufgestiegen. Vier Millionen Besucher verzeichnete der Europapark Rust im vergangenen Jahr. Poldi erfreut sich in Stuttgart eines Bekanntheitsgrades von 40 Prozent.

Was ist das Erfolgsrezept, ging als Frage von Moderator Joachim Umbach, Mediendirektor des Schwäbischen Verlags, an die beiden Gäste. Im Falle von Mack ist es zuallererst das Glück, damals ein solches Gelände gefunden zu haben. Stichwörter wie auf Qualität setzen, jede Herausforderung annehmen und Dienstleister zu sein, fielen. Die Grundkompetenz habe er aus der Technik mitgebracht und Achterbahnen entwickelt, die bei den Gästen ankommen. Angesprochen auf die Tourismussituation in Baden-Württemberg nannte Mack die Schwierigkeiten, junge Menschen zu motivieren. Unter den Gästen in Rust liege das durchschnittliche Alter bei 28 Jahren, im Schwarzwald bei 58. So gesehen profitiere die ganze Region.

„Wir verkaufen keinen Schrott“

Von was Poldi profitiert, ist nicht allein sein rotes Hemd, das er auch am Abend trug. Mittlerweile hat es sich zur Dienstkleidung gemausert, aber mehr noch als dieses Markenzeichen lautet auch sein Erfolgsrezept Qualität und ein gesundes Arbeitsklima. „Wir verkaufen keinen Schrott“, machte er deutlich. Zehn Leute arbeiten in dem „kleinen Laden“ als ganz junge Truppe. Da wüssten alle alles, und auch er betätige sich bei Bedarf als Hausmeister.

Zappelt nicht nur dumm herum

Was sein Dauerbrenner sei? Die Moulinex-Gemüsereibe. Er habe sie aus der Versenkung geholt und bis dato 65 000 Stück verkauft. So besäße jeder Stuttgarter, vom Säugling bis zum Rentner, einen dieser Klassiker. 70 bis 80 Prozent seines Sortiments kommt aus Baden-Württemberg, obwohl er weltweit Haushaltsmessen besucht. Auf verschwindend kleine drei Prozent beläuft sich die Retourenquote. Vom Bankkaufmann über ein Studium der Betriebswirtschaftslehre ist er bei den Gemüseraspeln im Fernsehen angelangt. Flexibilität hätte das Motto des Abends lauten können, denn auch der nächste Gast, die erst 20-jährige Albana Nocaj aus Tettnang, geht Herausforderungen in ihrem Leben unerschrocken an.

Die amtierende Miss Baden-Württemberg und Vize-Miss Germany überzeugte mit einer charmanten Schlagfertigkeit. So antwortete sie auf die Frage von Stefan Kühlein, Programmchef von REGIO TV EURO 3, ob es sich bei dem Spruch „Schön, aber nicht klug“ um ein Vorurteil handele, prompt mit: „Man sieht es mir an, dass ich nicht nur dumm rumzappele!“. Bei ihrem Vater hat sie im Fliesengeschäft gearbeitet, jetzt studiert sie in Konstanz, gibt Taekwondo-Kurse für Kinder und ist zufrieden mit dem zweiten Platz, denn ein Jahr lang nur herumreisen mit fremden Menschen – nein.

90 Meter sind Apnoe-Rekord

Klavierpädagoge und einer der 70 besten Freitaucher der Welt hat sich Andreas Falkenroth aus Lindau auf die Fahnen geschrieben. Auf welchen Erfolg er am meisten stolz sei, wollte Kühlein wissen. Bescheiden meinte Falkenroth, dass er ja eigentlich ein durchschnittlicher Taucher sei. Aber die 90 Meter ohne Flossen im Bodensee sind neuer Apnoe-Rekord.

Mit Radio 7-Musikchef Matze Ihring und Andi Scheiter von der Radio 7-Morningshow „Scheiter & Jack“ unterhielt sich Umbach. Ob Lena Meyer-Landrut in Oslo eine Chance hat? Gewinnen wird sie nicht, meinte Ihring. Er sieht sie auf dem zehnten Platz. Von Castingshows halte er überhaupt nichts. Diese Werbemasche mache Radio 7 nicht mit. Geschwärmt hat der gelernte Koch von seiner Ulmer „Plattenküche“, bei der ein prominenter Künstler sein Lieblingsalbum und Leibgericht vorstellt. „Geradeaus sehen und mit Musik geht alles leichter“ ist sein Lebensmotto.

Und das von Scheiter? „Jeden Tag mindestens 15-mal lachen“, entgegnete der 37-Jährige lachend und springt seit sechs Jahren morgens um zwei Uhr dreißig aus dem Bett. Viel Kaffee braucht es dann allerdings doch. um munter zu bleiben. Lokführer oder Schauspieler wollte er als Kind werden, nun ist es das gesprochene Wort, das er morgens um fünf Uhr zu bester Comedy aufbereitet. Gefragt nach dem Moderatoren-Leben in luftiger Höhe, 2009 im Container in Senden, war ihm nur anfangs auf dem Balkon etwas mulmig. Doch nach zehn Tagen baumelten die Füße unten durchs Geländer.

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