Helfen bringt Freude: So geht es den Projektpartnern der „Schwäbischen Zeitung“ momentan

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 Hände waschen in Honduras: Mit einfachsten Hygienemaßnahmen wird versucht, das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Hände waschen in Honduras: Mit einfachsten Hygienemaßnahmen wird versucht, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. (Foto: nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.)
Crossmedia-Volontärin

Während die Region wieder neuen Aufschwung durch die Öffnung von Museen und Gastronomie erfährt, sieht es bei den weltweiten Partnern der „Schwäbischen Zeitung“ teilweise ganz anders aus.

Seit vielen Jahren unterstützen die SZ und ihre Leser Projekte überall auf der Welt mit der jährlichen Weihnachts-Spendenaktion „Helfen bringt Freude“. Jeweils 3600 Euro kamen bei der letzten Weihnachtsaktion über Spenden der SZ-Leserinnen und Leser den einzelnen Partnern zugute.

Wir haben nachgefragt, wie es unseren Projektpartnern geht und wie sie ihre Arbeit mit den Einschränkungen durch das Coronavirus erleben.

Rancho Santa Fe in Honduras

In Ravensburg findet das Kinderdorf „Rancho Santa Fe“des internationalen Kinderhilfswerkes nph Unterstützung vom Eine-Welt-Ausschuss der Seelsorgeeinheit Ravensburg Mitte. Die Vorsitzende des Vereins, Petra Seeburger, sammelt seit fast zwei Jahrzehnten Spenden für die Kinder in Honduras.

Schlechtes Gesundheitssystem kann kaum unterstützen

Agathe Freudl, Pressesprecherinder nph-Kinderhilfe, erzählt, dass die medizinische Versorgung vor Ort ohnehin in einer prekären Situation und das Gesundheitssystem bereits in der normalen Situation überfordert sei. Im Krisenfall könne von deren Seite kaum Unterstützung geboten werden. Deshalb werde versucht, Kontakt und Ansteckungen von vornherein zu vermeiden.

Ausgangssperren machen die Versorgung der Kinder schwer

Die Kinderhilfe hat das Kinderdorf in Honduras deshalb momentan für Besucher gesperrt. Durch die Ausgangssperren und Quarantänemaßnahmen wird die Beschaffung von Hygieneartikeln wie Desinfektionsmittel und Masken erschwert. Auch die Versorgung der Kinder mit Nahrungsmitteln ist, laut Freudl, im Moment mit großem organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden.

Freudl wünscht sich „gelebte Solidarität für eine gemeinsame Zukunft auf der ganzen Welt“.

Emmaus-Schule in Uganda

Die Ravensburger Gemeinde Immanuel unterstützt die Emmaus-Schule in der ostafrikanischen Region Katikamu in Uganda. Der in Berg lebende Ehrenamtliche Robert Gayer war selbst schon oft vor Ort und erzählt, dass auch in Uganda die Schulen seit Mitte März komplett geschlossen sind und die Schüler nach Hause geschickt wurden.

Familien stehen vor Herausforderungen

„Armut, Enge und Hunger sowie der Mangel an Wasser und sanitären Anlagen erschweren den Lockdown“, beschreibt Gayer die Situation. „Zusätzlich nimmt die häusliche Gewalt zu und stellt Familien vor große Herausforderungen.“

Die Ausgangssperrungen in Uganda erfolgten genau in der zweiten Märzwoche, in der die Landwirte normalerweise beginnen, ihre Felder vorzubereiten. Jetzt fehlen bezahlbare Lebensmittel. Die Kinder können zuhause nicht mehr richtig versorgt werden und hungern.

Viele Menschen sind arbeitslos und haben kein Einkommen mehr

Die Landbevölkerung von Katikamu lebt in ärmlichen Verhältnissen. Der öffentliche Verkehr liegt still und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Kleinunternehmer, Taxifahrer und Tagelöhner haben kein Einkommen mehr.

Von den Geldern der SZ-Spendenaktion wollte die Emmaus-Schule einen Stromgenerator kaufen. Diese Anschaffung konnte wegen den Sperrungen nicht getätigt werden.

Gayer sagt, dass noch unsicher ist, ob die Schule ab Juni wieder öffnen darf, da die Corona-Fälle im Land immer noch steigen. Die finanzielle Lage der Schule sei schlecht. Einige Mitarbeiter mussten entlassen werden.

Preda auf den Philippinen

Auch auf den Philippinen fehlt es an Schutzkleidung und Masken. Das schlechte Gesundheitssystem kann auch hier kaum unterstützend wirken. Die Ravensburger Fairhandelsgenossenschaft Weltpartner hilft der Kinderschutzorganisation Preda, die vor Ort Kinder beheimatet, die Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind und betreut diese psychologisch.

Kinder in Gefängnissen sind stark gefährdet

Auf den Philippinen herrscht Armut und viele Kinder wachsen als Waisen auf. Aus der Not heraus stehlen sie nicht selten Nahrungsmittel, Kleidung oder Handys. Die Gefängnisse und Jugendanstalten, in die die Kinder eingesperrt werden, werden auf der Website von Weltpartner als unverhältnismäßig hart und in schlechtem Zustand beschrieben.

Der irische Pater Shay Cullen setzt sich auf den Philippinen für die Stärkung der Kinderrechte ein und holt die Kinder aus den Gefängnissen. Besonders jetzt ist die Lage kritisch, da in den Gefängnissen viele Menschen unter schlechten Hygienebedingungen zusammengepfercht sind. Kinder die in Gefangenschaft krank werden, sterben aller Voraussicht nach auch dort.

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