Grünes Licht für den Molldietetunnel

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Der Molldietetunnel, die Entlastung der Ravensburger Innenstadt von rund 30 000 Fahrzeugen täglich im Ost-West-Verkehr, hat jet
Der Molldietetunnel, die Entlastung der Ravensburger Innenstadt von rund 30 000 Fahrzeugen täglich im Ost-West-Verkehr, hat jetzt eine realistische Chance auf Realisierung. (Foto: Grafik: David Weinert)
Bernd Adler

Für die Verkehrsinfrastruktur in Ravensburg und in der Region gibt es gute Nachrichten: Der Deutsche Bundestag hat am Freitag den Bundesverkehrswegeplan 2030 beschlossen. Im vordringlichen Bedarf der endgültigen Fassung sind unter anderem der Ravensburger Molldietetunnel, die Elektrifizierung der Südbahn und der Ausbau der B 30 zwischen Baindt und Biberach. Damit haben diese Projekte die Chance, in den kommenden 15 Jahren realisiert zu werden.

„Es ist sehr erfreulich, dass wir alle wichtigen Projekte in den vordringlichen Bedarf bekommen haben. Nun kann geplant und umgesetzt werden“, kommentierte der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Ravensburg, Waldemar Westermayer (CDU), am Freitag. Der Molldietetunnel, die Elektrifizierung der Südbahn, der Ausbau der B 30 zwischen Baindt und Biberach mit den Ortsumfahrungen Gaisbeuren und Enzisreute, die B-12-Ortsumfahrung Isny-Großholzleute, der Ausbau der B 32 zwischen Altshausen und Vorsee und die Ortsumfahrungen Blitzenreute und Staig sind in der endgültigen Fassung des Plans im vordringlichen Bedarf. Der Bundesverkehrswegeplan ist das Planungsinstrument für den Ausbau und den Erhalt der Schienenwege und Straßen des Bundes.

„Heute ist ein guter Tag für die Region“, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, Heinrich Grieshaber, am Freitag. „Die Elektrifizierung der Südbahn wird nun definitiv bis 2021 kommen. Aber auch auf der Straße kommen wir nun endlich weiter voran. Keine andere Region in Deutschland hat es geschafft, seine wichtigsten Straßenprojekte in einer Prioritätenliste mit Reihenfolge für die Realisierung aufzuführen.“

„Alle wichtigen Ausbauprojekte der lange vernachlässigten Verkehrsachsen in unserem Landkreis sind im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan 2030, sodass sie nun theoretisch in den nächsten Jahren realisiert werden können“, sagte die Ravensburger Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger (Grüne) am Freitag. Dennoch streute Brugger etwas Salz in die Suppe: „Leider setzt Schwarz-Rot die Straßenbaupolitik der 60-er Jahre fort und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt macht zahlreiche Wahlkreisgeschenke an Abgeordnete der Großen Koalition.“ Anstatt Klimaschutzziele im Blick zu haben und ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept vorzulegen würden viele „unnötige und fragwürdige Straßen rein aus Gefälligkeit entstehen“, so die Abgeordnete der Grünen.

„Einige haben nicht mehr an diesen Erfolg geglaubt“, sagte Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp am Freitag der „Schwäbischen Zeitung“. Der Molldietetunnel sei für die Stadt eine „unglaublich wichtige Maßnahme“, durchschneide der Ost-West-Verkehr Ravensburg derzeit dochin zwei Teile und sei eine „enorme Belastung“. Rapp wertete den Berliner Beschluss als Erfolg der Region, die sich über „Stadt-, Kreis- und Parteigrenzen hinweg“ für eine Prioritätenliste bei Verkehrsmaßnahmen entschieden habe. Sollten die Planungen 2017 beginnen, rechnet der OB mit einem Baubeginn frühestens 2022. Landrat Harald Sievers war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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