Gesünder in der Pflege

Lesedauer: 4 Min
 Omar El-Hallak und Anna Bühler machen was für ihre Gesundheit – dank ihres Arbeitgebers.
Omar El-Hallak und Anna Bühler machen was für ihre Gesundheit – dank ihres Arbeitgebers. (Foto: Elke Zapf)
Elke Zapf

Anna bewegt sich mehr, Omar raucht weniger – denn beide nehmen erfolgreich am Programm „astra plus“ teil. Seit Oktober letzten Jahres machen sie eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege am Zentrum für Rsychiatrie Südwürttemberg (ZfP) in Weißenau. Gerade in diesem Beruf raucht die Hälfte aller Auszubildenden, das sind doppelt so viele Raucher wie im Bundesdurchschnitt. Daher hat das ZfP Südwürttemberg deutschlandweit als erste Gesundheits- und Krankenpflegeschule an einer Psychiatrie das Programm „astra plus“ eingeführt. Es unterstützt Auszubildende dabei, mit der eigenen Gesundheit achtsamer umzugehen.

„In unserer Klasse rauchen ziemlich viele, deshalb haben wir uns für das Rauchentwöhnungs-Programm entschieden“, sagt Omar El-Hallak. Der 19-Jährige ist selbst seit einem Jahr Raucher und hat durch das Projekt viele Impulse bekommen, damit aufzuhören. Ganz hat er es zwar noch nicht geschafft, aber fünf statt zehn Zigaretten pro Tag sind auch schon ein Erfolg.

„Ich mache auf jeden Fall weiter und versuche, auch meine Freunde zu überzeugen. Der Griff zum Glimmstängel hat ja wirklich viele negative gesundheitliche Folgen“, erzählt Omar. Er selbst greift – wie viele andere auch – zur Zigarette, weil die Anforderungen an seinen Job sehr hoch sind und er auch als Auszubildender unter enormem Zeitdruck steht. Eine Zigarette an der frischen Luft verhilft ihm dann zu einer kurzen Pause und mindert den Stress. „Bei astra plus haben wir aber gelernt, dass man auch anders mit Stress umgehen kann“, sagt Omar.

Das bestätigt Anna Bühler: „In der Klasse haben wir Arbeitsblätter zur Stressprävention bekommen und kleine praktische Übungen gemacht. Wir haben uns zum Beispiel ganz gerade hingesetzt, die Augen zugemacht, ganz tief eingeatmet und uns etwas Schönes vorgestellt. Das hilft enorm.“ Auch gesundes Essen und tägliche Bewegung waren Teil des Programms. „Eine Woche lang hat jeder von uns Tagebuch darüber geführt, wie er versucht, gesunden Lifestyle in sein Leben zu integrieren“, erklärt Anna. Sie selbst ist in die Stadt gelaufen statt mit dem Bus zu fahren und hat Obst statt Süßigkeiten gegessen. „Das will ich natürlich weiter so machen – und das Tagebuch hilft mir sehr dabei“, so Anna. „Ich habe damit einen kleinen Leitfaden, wie ich den Tag gesund strukturieren kann: aufstehen, Obst frühstücken und dann zur Schule laufen.“ Außerdem will sich die 18-Jährige im Fitnessstudio anmelden, um sich auch abends zu bewegen.

Dank „astra plus“ sind Anna Bühler und Omar El-Hallak zu Experten ihrer eigenen Gesundheit geworden und wollen viele Anregungen in ihren Alltag integrieren. Das können auch Mitarbeitender und Patienten des ZfP Südwürttemberg in Weißenau tun. Denn auch für sie gibt es zahlreiche Angebote für einen gesunden Lebensstil, zur Stressbewältigung und Rauchentwöhnung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen