Gemeinsam Wege durch den Schmerz finden

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Schwäbische Zeitung

„Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andren muss man leben!“ So wie in Memento von Mascha Kaléko beschrieben, ist der Tod eines geliebten Menschen eine der schmerzlichsten Lebenserfahrungen, die wir Menschen durchmachen müssen, teilt die Ambulante Hospizgruppe Ravensburg mit.

Gut gemeinte Worte und Gesten können nicht über diesen schweren Verlust hinwegtrösten. Durch den Tod ist nichts mehr wie es war. Das Leben der „anderen“ geht weiter, doch, im eigenen Leben findet man den Sinn nicht mehr. Diesen Trauerprozess erlebe jeder Mensch auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo, heißt es in der Pressemitteilung. Trauer betreffe den ganzen Menschen, Seele und Körper. Verschiedenste Emotionen und körperliche Symptome könnten empfunden und erlebt werden. Es gehe im Trauerprozess nicht nur darum, wieder zu „funktionieren“, sondern mit diesem Verlust leben zu lernen.

Was ist richtig? Wie lange darf ich trauern? Wie finde ich Ruhe und einen neuen Rhythmus in meinem Alltag? Wie kann man mit diesem Verlust, mit dieser Lücke weiterleben? Trauern sei keine Krankheit, sondern eine Fähigkeit, die helfe, neue Wege durch den Schmerz zu finden. Was gut tut, könne jeder nur für sich selbst herausfinden. Aber es könne hierbei hilfreich sein, sich gemeinsam mit anderen Betroffenen zu treffen und auszutauschen.

Angebote der Hospizgruppe

Im ersten Halbjahr 2018 bietet die Ambulante Hospizgruppe Ravensburg mehrere Veranstaltungen und Angebote zum Thema Trauer an. In einem Trauer-Café sind jeweils am dritten Donnerstag im Monat Trauernde zu Kaffee oder Tee in gemütlicher Atmosphäre eingeladen, um sich gemeinsam, begleitet von geschulten Ehrenamtlichen, treffen und austauschen zu können. Beginn ist heute, 15. Februar, um 14.30 Uhr in der Cafeteria im Bruderhaus in der Grüner-Turm-Straße 38. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine kleine Gruppe von sechs bis acht Personen wird sich für sechs Abende in der Trauergruppe „Trauer–Weg–Leben“ treffen, um gemeinsam und durch Trauerbegeleiter unterstützt, eigene Wege durch die Trauer zu suchen. Start ist am Montag, 26. Februar, um 18 Uhr. Es sind noch Plätze frei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Wenn Menschen durch Suizid aus dem Leben scheiden, zieht dies unendlich viel Schmerz und Fassungslosigkeit nach sich. Dies ist häufig ein traumatisches Erlebnis für alle Beteiligten. Im öffentlichen Vortrag „Trauer nach Suizid“ am Montag, 19. Januar, um 19 Uhr im Heilig-Kreuz-Gemeindesaal am Sonnenbüchel wird Referentin Stephanie Hamann vom Arbeitskreis Leben in Tübingen von ihrer Erfahrung und Arbeit berichten. Denn die Referentin wisse, wie belastend die immer wiederkehrenden Fragen und die daraus resultierenden Schuldgefühle für Trauernde, Angehörige, Freunde, Kollegen und Bekannte sind, heißt es abschließend.

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