Gemeinderat wählt Nachfolger für Simone Rürup am 25. März

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 Der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Simone Rürup wird am 19. Februar zunächst im Eschacher Ortschaftsrat gewählt und dann
Der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Simone Rürup wird am 19. Februar zunächst im Eschacher Ortschaftsrat gewählt und dann am 25. März vom Ravensburger Gemeinderat offiziell bestätigt. (Foto: Wynrich Zlomke)
stellv. Redaktionsleiter

Wer wird Nachfolger von Simone Rürup als Ortsvorsteher in Eschach? Am kommenden Dienstag, 19. Februar, wird der Ortschaftsrat darüber beraten und eine Empfehlung aussprechen, die endgültige Entscheidung fällt der Gemeinderat dann am 25. März. Es ist aber nicht üblich, dass das Ravensburger Stadtparlament die Vorentscheidung des Ortschaftsrates in dieser Personalfrage kippt.

Laut dem städtischen Pressesprecher Alfred Oswald stellt sich im Ortschaftsrat nur ein Bewerber in zunächst öffentlicher Sitzung vor: ein Mann von außerhalb, also kein jetziger Mitarbeiter der Ravensburger Stadtverwaltung. Danach berät das Gremium nicht-öffentlich und wählt den neuen Ortsvorsteher in geheimer Wahl. Anschließend wird das Ergebnis wieder öffentlich bekanntgegeben. Es ist die letzte Sitzung, die von Simone Rürup geleitet wird, obwohl sie bereits eine Woche zuvor, am 12. Februar, als neue Bürgermeisterin von Baindt vereidigt wurde.

Rürup, die sich im Dezember bei der Bürgermeisterwahl in Baindt im ersten Wahlgang mit mehr als 64 Prozent der Stimmen gegen drei andere Bewerber durchgesetzt hatte, tritt ihren Dienst dort am 20. Februar an. Sie war etwa fünf Jahre lang Ortsvorsteherin der mit mehr als 9000 Einwohnern größten Ravensburger Ortschaft. Der Posten in Eschach gilt als eine Art „Bürgermeisterschmiede“. Rürups Vorvorgänger Holger Lehr wurde Schultes in Grünkraut, und auch der Berger Bürgermeister Helmut Grieb hat einst als Ortsvorsteher begonnen, zunächst in Schmalegg, dann in Eschach. Rürups direkte Vorgängerin Bettina Haller (heute Miller) wechselte als Hauptamtsleiterin nach Amtzell. Danach gab es zunächst Schwierigkeiten, die Stelle neu zu besetzen. Sie musste 2013 zweimal ausgeschrieben werden, nachdem in der ersten Runde vielversprechende Bewerber wieder abgesagt hatten.

Dass das Amt wieder mit einer 100-Prozent-Stelle ausgeschrieben wird, war diesmal – im Gegensatz zur letzten Neubesetzung in Schmalegg – unstrittig, obschon in den vergangenen Jahren immer mal wieder infrage gestellt wurde, ob Ortsvorsteher und Ortschaftsverwaltungen noch zeitgemäß sind. Kritik daran kam vor allem von Seiten der SPD, der Freien Wähler und der FDP.

Die Kritik entzündet sich an der Frage, ob mehr als 40 Jahre nach der Eingemeindung der ehemals selbstständigen Gemeinden Eschach, Taldorf und Schmalegg nach Ravensburg nach wie vor die gleichen Regeln gelten sollten, die man bei den Eingemeindungsverträgen vereinbart hatte. Schmalegg wurde 1971 eingemeindet, Eschach und Taldorf folgten drei Jahre später.

Bei den Haushaltsberatungen vor zwei Jahren stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walser daher die Frage, ob es nötig sei, für 15000 Einwohner drei Ortsvorsteher und drei Ortschaftsverwaltungen vorzuhalten. Er bezog dafür aber reichlich Prügel, vor allem von Seiten der CDU. Die Ravensburger Stadtverwaltung bezifferte auf Walsers Anfrage diese Kosten auf knapp 1,5 Millionen Euro jährlich. Geld, das aber nicht in dieser Höhe eingespart werden könnte, würde man Aufgaben zentralisieren, da diese Arbeit auch an anderer Stelle von jemandem gemacht werden muss.

Eine andere Idee, die in dem Zusammenhang immer mal wieder auftaucht, ist die Zusammenlegung der Ortschaften Taldorf und Schmalegg, wenn der Taldorfer Ortsvorsteher Vinzenz Höss in Pension geht. Er will zwar bei der nächsten Ortsvorsteherwahl noch einmal antreten, könnte aber zum 31. Dezember 2020 in Ruhestand gehen.

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