Geheim-Konzert in Kriegswirren

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Auftritt im Kriegsgebiet: Bruce Dickinson in einer Szene der Musikdoku „Scream For Me Sarajevo“.
Auftritt im Kriegsgebiet: Bruce Dickinson in einer Szene der Musikdoku „Scream For Me Sarajevo“. (Foto: Alex Elena)

Mehr Infos gibt es unter www.screamformesarajevo.com

Es war eine eigentlich wahnsinnige Idee: 1994, mitten im Bosnienkrieg, trat Bruce Dickinson, der zu dieser Zeit nicht Sänger von Iron Maiden war, sondern eine Solokarriere verfolgte, in Sarajevo auf. Die Stadt – übrigens seit 1972 Partnerstadt von Friedrichshafen – wurde zu dieser Zeit belagert und beschossen. Die UN-Mitarbeiter Martin Morris und Trevor Gibson organisierten das kostenlose Konzert, um den Menschen in der umkämpften Stadt etwas zu geben, das sie von all der Zerstörung und all dem Tod um sie herum ablenken sollte. Den Filmemachern Tarik Hodzic und Jasenko Pasic ist ein aufwühlender Film gelungen, der einem nachgeht. Historische Aufnahmen und Bilder von heute, die die Rückkehr der beteiligten Akteure nach Sarajevo zeigen, sind mit Dickinsons Liedern unterlegt. Das ist beklemmend und verleiht den Stücken eine Wucht, durch die man sie danach anders hört.

Überhaupt ist die Dokumentation teilweise schwer zu ertragen. Etwa, wenn UN-Mitarbeiter Trevor Gibson erzählt, wie ein Junge vor seinen Augen von den Kugeln eines Scharfschützen getötet wurde. Auch die Statements von jungen Menschen, die das Geheimkonzert damals miterlebt haben, berühren ohne reißerisch zu sein.

Dickinsons damalige Mitmusiker hat der außergewöhnliche Auftritt geprägt. Bassist Chris Dale hat immer wieder Tränen in den Augen, wenn er sich vor der Kamera an die Momente erinnert, die seine Sicht auf die Welt für immer verändert haben. Und für Schlagzeuger Alex Elena steht außer Frage: „Jedes Konzert danach war bedeutungslos.“

Mehr Infos gibt es unter www.screamformesarajevo.com

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