Gedämpfter Optimismus in den Ravensburger Kinos

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 Kinobesitzer Gallion Anastassiades reinigt im Kino Burgtheater in Ravensburg die Stuhlpolsterung mit einem Dampfreiniger.Seit d
Kinobesitzer Gallion Anastassiades reinigt im Kino Burgtheater in Ravensburg die Stuhlpolsterung mit einem Dampfreiniger.Seit dem 4. Juni laufen hier wieder 18 Filme täglich. (Foto: dpa/Felix Kästle)
Wolfgang Steinhübel

Axel Burth und Gallion Anastassiades blicken mit gedämpftem Optimismus in die Zukunft. Am Donnerstag, den 4. Juni, hatten die Geschäftsführer der Cineparc Ravensburg GmbH eines ihrer beiden Kinos in Ravensburg wieder geöffnet. In der „Burg“ gibt es seither ein reichhaltiges Programmangebot mit 18 verschiedenen Filmen täglich.

Noch am stärksten besucht sind die Kinder- und Familienvorstellungen.

Gallion Anastassiades

„Noch am stärksten besucht sind die Kinder- und Familienvorstellungen“, sagt Anastassiades und weiter: „Meistens kommen ganze Familien oder man kommt mit zwei bis drei Freunden. Die Familien sind froh, endlich wieder gemeinsam außerhalb der vier Wände etwas unternehmen zu können.“

Auch die Vorstellungen am Samstagabend laufen zufriedenstellend. Allerdings – hatte man vor der Corona-Krise einen guten Samstagabend, bedeutete dies zirka 1000 Zuschauer. Jetzt bedeutet ein für die jetzigen Gegebenheiten zufriedenstellender Samstagabend 130 Gäste.

Vorerst nur ältere Filme

Es geht zögerlich voran. Drei Gründe dafür nennt Anastassiades: Erstens haben die Leute immer noch Angst. Zweitens laufen weitgehend ältere Filme, die schon vor der Krise angelaufen sind. Neustarts werden erst ab dem 26. Juni erwartet.

Und drittens fehlen die Marketingkampagnen seitens der Verleiher. Diese starten jetzt auch langsam – man wollte warten, bis die Kinos in allen Bundesländern wieder geöffnet haben. Bayern, zum Beispiel, öffnete erst am 14. Juni seine Lichtspieltheater.

Es fehlt der Nachschub von neuen Filmen nicht nur aus Hollywood. Viele Filmverleiher wollen noch nicht aus der Deckung kommen und mit eventuell schwachen Besucherzahlen ihren neuen Film „verbrennen“. Dies ist zwar auch eine Chance für kleinere Verleiher, die nun die Gunst der Stunde nutzen. Leider erhalten diese Filmproduktionen aber oft nicht so eine mediale Unterstützung, die zum Beispiel einen „James Bond“-Film oder einen oscarprämierten Film schon fast zum Selbstläufer machen.

Das große Geschäft mit Blockbustern aus den USA lässt noch ein wenig auf sich warten. „Die Kinos in Kalifornien machen auch so langsam wieder auf“, sagt Axel Burth, „aber es dauert noch eine Weile, bis die Filme dann nach Deutschland kommen und synchronisiert werden.“

Umfangreiches Konzept

Der Onlineverkauf der Eintrittskarten läuft eigentlich ganz gut. Besonders Jüngere haben gar keine Probleme damit. Ältere dagegen wollen oft ihre Daten nicht preisgeben und haben keinen oder wollen keinen digitalen Zugang verwenden.

Das trifft aber auch Jugendliche unter 16 Jahren. Diese dürfen ohne ihre Eltern keine Online-Geschäfte abwickeln (zum Beispiel Online-Tickets kaufen). Für diese Besucher gibt es immer noch die Möglichkeit, Karten direkt im Kino zu erwerben – natürlich immer mit der Angabe der Kontaktdaten.

 Vorsichtig optimistisch sind Cineparc-Geschäftsführer Axel Burth und Gallion Anastassiades (links).
Vorsichtig optimistisch sind Cineparc-Geschäftsführer Axel Burth und Gallion Anastassiades (links). (Foto: Wolfgang Steinhübel)

Auch während der Vorstellungen lief bisher alles reibungslos ab. Zusammen mit dem Ordnungsamt wurde ein umfangreiches Konzept erarbeitet: Im Gegensatz zu früher gibt es nur Platzkarten. Es gilt Maskenpflicht bis zum Kinosaal.

Im Foyer stehen Desinfektionsständer. Die Filmstarts sind zeitlich getrennt. Zwischen den Filmen ist genügend Zeit, um den Saal aufzuräumen, putzen und zu desinfizieren. Den Besuchern wird geraten, Schlangen zu vermeiden. Beim Kauf von Popcorn, zum Beispiel, ist die Geld- und Warenausgabe getrennt. Eine Kontrolle wurde schon seitens des Ordnungsamts durchgeführt. „Dabei gab es nichts zu beanstanden“, so Anastassiades.

Wann das zweite Lichtspieltheater, das „Kinozentrum am Frauentor“ öffnet, steht noch in den Sternen. Das Angebot an neuen Filmen ist noch nicht so groß, zudem ist vor dem Kino eine Baustelle. Die beiden Geschäftsführer schätzen, dass es eventuell im August auch dort wieder losgeht.

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