FV gibt Zwei-Tore-Führung her

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 Moritz Strauß
Moritz Strauß (Foto: Rolf Schultes)
Maximilian Kroh

Die 68. Minute der Partie des FV Ravensburg gegen den Freiburger FC in der Fußball-Oberliga hätte die Geschichte dieses Spiels erzählen können. Ravensburg lag bereits mit 2:0 in Führung, hatte gute Chancen zum dritten Tor vergeben und wäre bei einem Sieg punktgleich mit Tabellenführer Göppingen gewesen. In dieser 68. Minute bekam der FV, nahezu aus dem Nichts, einen Elfmeter gegen sich. Es hätte der Auftakt zur großen Aufholjagd der Gäste sein können. Es hätte die Szene sein können, in der sich das Blatt im Spiel wendete, der Moment, der gezeigt hätte, was dem FV noch zum absoluten Spitzenteam fehlte. Nur hielt FV-Torhüter Kevin Kraus den Strafstoß. Und trotzdem kassierte Ravensburg noch zwei Gegentore und spielte letztlich nur 2:2 gegen die Freiburger.

„So etwas muss einem eigentlich einen Push geben“, kommentierte FV-Trainer Steffen Wohlfarth die Situation. Ravensburg war spätestens in der zweiten Halbzeit die klar überlegene Mannschaft, der Elfmeter entstand maximal unglücklich. Rechtsverteidiger Moritz Strauß stolperte Freiburgs Alexander Martinelli in die Hacken, der Ball war nicht einmal in der Nähe. Als Kevin Kraus den schwach getretenen Elfmeter von Martinelli festhielt, schien es, als könne die Ravensburger nichts mehr aus der Bahn werfen. Eine gute Viertelstunde später holte Kraus den Ball zum zweiten Mal aus dem Ravensburger Tor. Zwei Distanzschüsse reichten dem Freiburger FC, um einen Punkt aus dem Wiesental mitzunehmen. „Wir haben es nicht geschafft, das 3:0 zu machen, obwohl wir die Chancen dazu hatten“, ärgerte sich Wohlfarth.

Im ersten Durchgang war die Partie noch relativ ausgeglichen gewesen, Ravensburg machte aus der ersten echten Chance das 1:0. Nach einer Ecke von Felix Schäch nutzte Moritz Jeggle seinen Größenvorteil und köpfte zur Führung für den FV ein. Eine weitere gute Möglichkeit hatte Felix Hörger (25.) per Distanzschuss, aber nach 35 Minuten bekamen die Freiburger etwas Oberwasser. Wirklich klare Torchancen sprangen zwar nicht heraus, doch zur Pause war es nur Jeggles Treffer, der den Unterschied zwischen beiden Teams machte.

Durch Traumtor zum Anschluss

Das änderte sich in der zweiten Hälfte zunehmend, Ravensburg erwischte den deutlich besseren Start nach dem Wiederanpfiff. Bereits in der 50. Minute erhöhte Schäch auf 2:0, vorausgegangen waren ein schöner Steilpass von Hörger und eine starke Ballbehauptung von Daniel Schachtschneider. Mit dem zweiten Tor im Rücken kam der FV gegen aufgerückte Freiburger immer wieder zu guten Kontern, das 3:0 schien nur eine Frage der Zeit. Auch nach dem vergebenen Elfmeter entwickelten die Gäste keine wirkliche Überlegenheit. Aus dem Spiel heraus hatte Freiburg über die gesamten 90 Minuten keine zwingende Torchance. Es mussten ein Traumtor aus 20 Metern von Felix Dreher (78.) und dann ein abgefälschter Distanzschuss von Gabriel Moser (87.) her, die den 2:2-Endstand bedeuteten. „Da war natürlich auch ein bisschen Glück dabei“, gab Gästetrainer Joschua Moser-Fendel zu.

Wohlfarth und sein Trainerteam hatten sich auch nach dem Anschlusstreffer bewusst dazu entschieden, sich nicht nur auf die Defensive zu beschränken, sondern weiter über Konter gefährlich zu bleiben. Dieser Plan ging wegen der mangelnden Effizienz vor dem Tor schief. Dementsprechend bedient war der Trainer nach Abpfiff. „Wir haben uns heute selbst geschlagen“, stellte Wohlfarth klar. „Das 2:2 fühlt sich an wie eine Niederlage.“

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