Frieren - oder doch die Heizung aufdrehen? Schwäbische.de-User reden Klartext

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist aufgrund der hohen Energiepreise bereit, weniger zu heizen. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben.
Crossmediale Volontärin
Redakteurin

Die Energiepreise sind seit dem vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Grund ist die Gas-Krise seit Sommer 2021 und der Krieg gegen die Ukraine sowie die damit verbundene Unsicherheit an den Märkten.

Der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher hat trotz der stark reduzierten Liefermengen aus Russland die 90-Prozent-Marke überschritten. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat deswegen zumindest für diesen Winter bereits vorsichtig Entwarnung gegeben.

Doch private Verbraucher haben trotzdem Sorgen. Viele haben bereits von ihren Anbietern eine Benachrichtigung erhalten, dass ihre Nebenkostenpauschalen erhöht werden. In der Inflation werden zudem viele anderen Produkte des täglichen Bedarfs teurer.

Durch die Krise ist auch die Nachfrage nach Heizalternativen wie Wärmepumpen, Brennholz und Heizlüftern deutlich angestiegen. Nicht alle Alternativen sind allerdings sinnvoll.

Pünktlich zum Herbstbeginn gab es zudem einen Kälteeinbruch: Seit einigen Tagen sind die Temperaturen stark gesunken und bewegen sich nachts mancherorts nur noch knapp über dem Gefrierpunkt.

Wir wollten von unseren Lesern wissen: Haben Sie Ihre Heizung schon aufgedreht?

Hier eine Auswahl an Antworten:

Die Ölheizung ist bei uns noch aus.

Sascha A.: Die Ölheizung ist bei uns noch aus. Warmwasser machen wir mit Überschussstrom der PV Anlage. Dazu kommt der Holzofen, den wir diese Woche schon zweimal angefeuert haben. Wird aber nicht mehr lange so funktionieren.

Das Arbeiten wird im Winter teilweise unzumutbar.

Emma G.: Nicht nur privat ist Heizen aktuell ein großes Thema, sondern auch im Arbeitsalltag. Ich arbeite beim Staat bei der Justiz, wo eine Höchsttemperatur von lediglich 19° festgeschrieben wurde, die oftmals wegen defekter Heizungen nicht einmal erreicht werden kann. Unter anderem wurde vielerorts der Betrieb von Kühlschränken, Wasserkochern und Kaffeemaschinen untersagt. Da Behörden sich oftmals in alten, teilweise historischen Gebäuden befinden, wird das arbeiten im Winter teilweise unzumutbar.

Ich bin gute Mittelschicht, aber da wird es auch mir langsam echt mulmig.

Thomas H.: Ob ich Sorgen habe mir das Heizen nicht mehr leisten zu können? Mein monatlicher Abschlag geht von aktuell 220 Euro (3 Generationenhaus) auf voraussichtlich 1200 bis 1600 Euro. Nö, hab keine Sorgen, alles supi ... Spaß beiseite, hier muss Entlastung kommen, und zwar gewaltig. Ich bin gute Mittelschicht, aber da wird es auch mir langsam echt mulmig.

Die Abrechnung kommt erst noch.

Christian W. via Instagram: Weder noch, da es Pullover gibt. Die haben lange genug auf ihren Einsatz warten müssen. Und: Sicher ist sicher. Die Abrechnung kommt erst noch.

Ich kann gut leben mit 18 Grad und ziehe etwas Wärmeres an.

Natascha W.: Ich habe schon immer bewusst geheizt und hatte keine 24 Grad in der Wohnung. So halte ich es auch weiterhin, weil es meiner Meinung nach schon lange klar war, dass die fossilen Brennstoffe endlich sind und ich nicht der einzige Mensch auf der Welt bin, der Energie braucht. Jetzt heize ich noch nicht, weil sich der Körper auch wieder umstellen muss und an die Temperaturen gewöhnen muss. Ich kann gut leben mit 18 Grad und ziehe mir einfach schon wieder etwas Wärmeres an, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme.

Ich musste die Heizung gestern einschalten.

Alfred G.: Mit Unterschreitung von 17 Grad im Badezimmer und anderen Räumen musste ich die Heizung gestern nun bereits einschalten.

Die Schwächsten der Gesellschaft werden vergessen.

Ralf R.: Dadurch, dass meine hochgradig pflegebedürftige Ehefrau vor wenigen Tagen verstorben ist, muss die Wohnung nicht mehr beheizt werden. Anders wäre es, wenn sie noch leben würde. Dann gäbe es keine andere Möglichkeit, als die Raumtemperatur wie im letzten Herbst und Winter mindestens auf 21 Grad zu halten. Ganz offenbar denkt kaum jemand daran, dass angesichts dessen so mancher Tipp zum Sparen von Energieträgern völlig weltfremd ist und die Schwächsten der Gesellschaft dabei vergessen werden.

Wir heizen morgens schon.

Chrissi G. via Instagram: Wir heizen morgens schon, weil es in der nicht gedämmten Dachwohnung sehr kalt ist.

Wehe dem, der nicht schon vorgesorgt hat.

Michael L.: Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich meinem Haus bereits vor Jahren ein "Jäckchen" angezogen habe, was dazu führt, dass ich aktuell noch auf die Heizung verzichten kann, ohne dass im Haus jemand friert. Und wenn es im Wohnbereich abends etwas frischer wird, haben wir den Kaminofen, der hier Abhilfe schaffen kann. Wehe dem, der nicht schon vorgesorgt hat.

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