Firmen-Referenten kommen besser an als Lehrer

Lesedauer: 4 Min
Drei Schüler der Junior Business School erklären den Referenten der Unternehmen die von ihnen entwickelte Europe Card. (Foto: Stefanie Rebhan)

Die Junior Business School (JBS) des Albert Einstein Gymnasiums Ravensburg hat im Wirtschaftsmuseum ein erfolgreiches Ende gefunden – zumindest für dieses Jahr, denn aufgrund der positiven Resonanz auf Seiten der Schüler und Unternehmen wird es die AG wieder geben. Anmeldungen liegen bereits vor.

Die JBS hat neben der Vermittlung von wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnissen und der voruniversitären Bildung vor allem die besondere Förderung junger Menschen zum Ziel. In Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen wie der Sparkasse Ravensburg, MTU, IHK, Vetter, Bosch, Ravensburger und Daimler erhielten Schüler der Klassen 10 und der Jahrgangsstufe 1 jeden Freitagnachmittag Einblicke in die Betriebe und bekamen Fachwissen über Themen wie Patentrecht, Marktanalyse, Wirtschaftsethik, Kreditwesen oder Personalwirtschaft.

„Mir hat der Praxisbezug gefallen. Der Referent vom jeweiligen Unternehmen hat einem gezeigt und erklärt, was wir in der Schule nur theoretisch gelernt haben“, sagt der 16-jährige David Will aus der JBS. Die Schüler hätten laut Jürgen Straub, Leiter der AG, auch angegeben, dass sie ihren persönlichen Horizont erweitern konnten. Weiter sei ihnen die AG eine Hilfe für die Berufswahl gewesen, sie hätten gelernt, wirtschaftliche Situationen genauer einzuschätzen und wie Unternehmensstrategien funktionieren. Die 25 Schüler der JBS haben außerdem Business-Pläne erstellt – also Geschäftsideen samt Finanzierungsplan entwickelt.

„Einer sagte zu mir: ‚Ich weiß jetzt, dass Maschinenbau nichts für mich ist‘. Das ist auch gut, dann kann er schon etwas ausschließen, wenn er an seine berufliche Zukunft denkt“, sagt Straub. Dem Direktor des Albert-Einstein-Gymnasiums, Walter Boenchendorf, blieb vor allem eines hängen: Was die Referenten den Schülern erzählten, sei viel besser angekommen als das, was sie von den Lehrern hörten. „Es ist schon beeindruckender, wenn der wahre Experte spricht, der bekommt deutlich mehr Aufmerksamkeit“, sagt Boenchendorf.

Alexander Otten, Patentanwalt, war einer dieser Referenten. Er staunte über den Einsatz der Schüler, regelmäßig ihren Freitagnachmittag zu opfern. „Dafür verdienen sie Respekt. Es war interessant, die Dinge auch einmal aus der Perspektive der Schüler zu betrachten. Das war ganz anders als wenn man mit Berufstätigen oder Studenten zusammenarbeitet“, sagt Otten. Hinzu komme der Vorteil für die Unternehmen, bereits mögliche geeignete Nachwuchskräfte kennenzulernen. „Ich bin mir sicher, die JBS wird eine Zukunft haben“, sagt Boenchendorf mit Blick auf alle Beteiligten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen