Feuerwehrmann Chernomaz mahnt zur Disziplin

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Rich Chernomaz am Dienstagabend bei seinem ersten Einsatz als Towerstars-Coach.
Rich Chernomaz am Dienstagabend bei seinem ersten Einsatz als Towerstars-Coach. (Foto: Patrick Seeger)
Sportredakteur
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Als sein erster Auftritt als Feuerwehrmann zu Ende war, fiel bei Rich Chernomaz die Anspannung ab. Nach dem 3:2-Sieg der Ravensburg Towerstars am Dienstagabend in Freiburg lächelte der Kanadier, als er sich auf seinen Stuhl bei der Pressekonferenz setzte. Dem erfahrenen Trainer war anzusehen: So leicht war die Situation für ihn nicht. Dann gab Chernomaz ganz kurz Einblick in sein Innenleben. „Das war ein langer Tag für mich. Ich bin erst um halbeins (in der Nacht von Montag auf Dienstag, Anm. d. Red.) in Ravensburg angekommen. Ich hatte mit der Mannschaft nur eine halbstündige Sitzung vor der Abfahrt, es gab kein Training.“

Viel Zeit, seine neuen Spieler kennenzulernen, hatte der Nachfolger von Jiri Ehrenberger also bisher nicht. Anders herum hatten die Spieler aber auch keine Zeit, den Trainer und dessen Spielidee kennenzulernen. „Ohne Training haben sie mit dem neuen System gut gespielt“, lobte Chernomaz nach dem 3:2 in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Wert legte der 55-Jährige vor allem auf die Defensive: „Deshalb waren wir in der neutralen Zone auch eher passiv.“

In Frankfurt alles stehen und liegen lassen

Gleich nach Spielschluss musste Chernomaz von Freiburg noch einmal zurück nach Frankfurt, wo er eine Wohnung hat. Da am Montag mit Ravensburg alles recht schnell über die Bühne gegangen war, hatte er dort mehr oder weniger alles stehen und liegen gelassen. Am Mittwochmorgen nun packte Chernomaz seine Sachen, setzte sich mit seiner Frau ins Auto – und machte sich gemeinsam mit ihr auf nach Ravensburg. Dort erwartete ihn am Nachmittag Towerstars-Geschäftsführer Rainer Schan, der ihn zu der Wohnung brachte, die in Ravensburg dem Trainer zur Verfügung gestellt wird – und in der also bis vor wenigen Tagen noch Chernomaz’ Vorgänger Ehrenberger lebte. Er werde in einer „sehr schönen Stadt“ sein, ist sich Chernomaz sicher, mit einem „sehr schönen Stadion“ und „Fans, die uns sehr unterstützen“.

Der neue Towerstars-Trainer hat ein klares Ziel: mindestens Platz vier nach der Hauptrunde. Denn dieser bedeutet Heimrecht im Play-off-Viertelfinale. „Wir müssen auch ein bisschen Glück haben“, sagt Chernomaz. Vor allem hofft er auf die schnelle Rückkehr von Pawel Dronia und Andreas Driendl, um einen vollen Kader zur Verfügung zu haben.

Der Sieg in Freiburg war ein guter Start. „Die Jungs haben das sehr gut gemacht“, lobte Chernomaz auch noch einen Tag nach dem Spiel. Allerdings: Der EHC Freiburg, Vorletzter in der DEL2, sollte nicht der Maßstab für die Towerstars sein. Nun sind die Ravensburger wieder punktgleich mit Spitzenreiter Löwen Frankfurt.

Am Freitag um 20 Uhr trifft der Tabellenzweite in der Ravensburger CHG-Arena auf den Tabellenvierten EC Bad Nauheim. Das wird ein absoluter Härtetest für Chernomaz und seine Mannschaft.

Bis dahin hat der Kanadier Zeit, seine Mannschaft besser kennenzulernen. Was er unter anderem ansprechen will, ist die Disziplin. Ende des zweiten und Anfang des dritten Drittels in Freiburg gab es drei Strafen gegen die Towerstars, später bekam Robbie Czarnik noch 2+10 Minuten wegen eines Checks gegen den Kopf. „Das waren zwei, drei Strafen zu viel“, meinte Chernomaz. Eine dieser Überzahlsituationen nutzte Freiburg zum 2:3-Anschlusstreffer. In den anderen Powerplays war der EHC zu harmlos – aber darauf sollten sich die Towerstars in den kommenden Spielen nicht verlassen.

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