Ferienprogramm bietet Bildung, Spaß und Zeit zum „Chillen“

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 Die Kinder beim Spielen und Toben auf dem großzügigen Außengelände
Die Kinder beim Spielen und Toben auf dem großzügigen Außengelände (Foto: Franziska Stölzle)
Franziska Stölzle

Ein Tag in den Sommerferien, kurz vor zwölf Uhr in der Grundschule der Ravensburger Weststadt. Dort singen sieben Kinder, aus der ersten und zweiten Klasse, „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“, bevor sie zum Mittagessen gehen. Danach geht es für alle auf das riesige Außengelände, wo Wippen, Schaukeln und Klettergerüste zum Spielen und Toben einladen.

Die Grundschule bietet auch während der Sommerferien ein attraktives Programm. Vom 29. Juli bis zum 9. August findet hier unter der Woche die „MIKI-Ferienbetreuung“ mit zusätzlichem Sprach-Sommercamp statt. Das Programm wird bereits zum 13. Mal angeboten und von rund 130 Grundschulkindern wahrgenommen. 35 der Kinder besuchen vormittags die Sprachförderung und die anderen 95 nur die MIKI-Ferienbetreuung. Die Kinder werden entweder morgens von ihren Eltern direkt zur Schule gebracht oder sie fahren mit dem Sammelbus, der ab 8 Uhr verschiedene Standorte anfährt, darunter zum Beispiel die Grundschulen Neuwiesen und Kuppelnau. Nachmittags geht es gegen 16.30 Uhr für alle wieder nach Hause.

Sie nehmen an Angeboten aus den Bereichen Sport, Kunst, Natur und Musik teil. Die jüngeren Teilnehmer dürfen zum Beispiel die Kampfkunst Aikido kennenlernen, angeboten vom Ravensburg Sportcenter KJC, die Älteren üben sich währenddessen im Fechten beim Turn- und Sportbund (TSB). Die Kinder sollen so neue Dinge kennenlernen und dazu angeregt werden, eventuell einem Verein beizutreten oder eine Aktivität in ihrer Freizeit weiterzuführen.

Um ein vielfältiges Programm anbieten zu können, sind lokale Partner und finanzielle Unterstützung ein Muss. Als Kreativpartner wurden dieses Jahr der TSB, der Deutsche Alpenverein (DAV) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gewonnen. Zusammen gestalten sie ein buntes Angebot für die Kids. Das Camp kostet insgesamt 70 000 Euro, davon werden lediglich 12 000 Euro von den Eltern selbst bezahlt. Der Rest wird durch Spenden von der Sonja-Reischmann-Stiftung (10 000 Euro), der Waisenhausstiftung Soliah (5000 Euro), vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts „Sommerschulen 2019“ (5000 Euro) und der Stadt Ravensburg (35 000 Euro) finanziert.

Den Kindern macht die Ferienbetreuung offensichtlich viel Spaß: In der Pause sind die vielen Spielgeräte rund um die Grundschule immer belegt. Auf den Wippen sitzen gleich zwei Kinder auf jeder Seite, andere schaukeln schwungvoll oder kicken auf dem großen Fußballplatz.

44 Frauen und Männer arbeiten in der Ferienbetreuung mit – neben Betreuern und Erziehern sind auch Studenten und Praktikanten zur Unterstützung dabei.

„Für das Sprach-Sommercamp sind vor allem Studenten der Pädagogischen Hochschule Weingarten zuständig“, erklärt Leiterin Kristina Matschke. Die Kinder arbeiten gemeinsam an einem mehrsprachigen Abschlussprojekt, in das die Muttersprachen der Kinder integriert sind. In den Kleingruppen werden sie außerdem vor allem in Grammatik individuell gefördert. Beispielsweise wird Memory gespielt, Geschichten vorgelesen und kleine Texte geschrieben.

„Im Gegensatz zum letzten Jahr sind es in diesem mehr Kinder, die erst vor Kurzem oder vor ein paar Jahren nach Deutschland gekommen sind“, sagt Kristina Matschke. Im Sprach-Sommercamp bekommen sie laut Matschke nicht nur die Möglichkeit, Defizite aufzuarbeiten und gut gewappnet ins neue Schuljahr zu starten, sondern auch neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Die Gestaltung ihrer Nachmittage sei den Kindern selbst überlassen. Sie könnten an den großzügigen Tischen im Gebäude basteln und malen, draußen Fangen, Verstecken spielen oder einfach mal „chillen“, sagt eine Betreuerin. Auch das gehört zu den Ferien dazu.

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