Faszinierende Reise in 1001 Nacht

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 Die Kinder proben schon fleißig fürs Rutentheater.
Die Kinder proben schon fleißig fürs Rutentheater. (Foto: Rosa Laner)
Rosa Laner

Erstmals in Kostümen auf der Bühne des Konzerthauses – das ist für die Schauspielerinnen und Schauspieler sowie für die Ballettkinder des Rutentheaters stets ein ganz großes Erlebnis. So auch in diesem Jahr. All die originellen, farbenfrohen Kostüme, die sagenhaften Kulissen, vor allem aber die spielfreudigen, begeisterten Kinder und Jugendlichen, die im Probenendspurt für das Stück ihr Bestes geben, bereiten eine wahre Freude.

„Aladin und die Wunderlampe“ führt in die märchenhafte Welt von 1001 Nacht. 90 Schauspieler, 66 Ballettkinder, 66 Musiker, dazu 28 Helfer im Team sind eingebunden. Martina Zeller hat wieder die Gesamtleitung, Bodo Klose führt Regie und hat auch das Drehbuch geschrieben. Die beiden, ein eingespieltes Team, nehmen sich vor der Probe Zeit für ein Gespräch. Der Regisseur freut sich: „Es ist eine gute Truppe mit allen Altersstufen der ersten bis dreizehnten Schulklasse. Große und Kleine spielen hier ganz eng zusammen, das ist ganz toll. Die Rolle des Bösewichts übernimmt in diesem Stück eine Magierin.“ „Sie bläst uns aus dem Saal mit ihrer tollen Stimme“, so Martina Zeller. Und weiter verrät sie: „Zum ersten Mal haben wir mit dem goldigen Äffchen Coco eine Pantomimenrolle, das ist bewusst so inszeniert. Da gibt es keinen Text zu lernen, dafür ein Buch mit Handlungsanweisungen. Es gibt sehr viele Wechsel in den Kostümen, sogar das Äffchen zieht sich um. Ganz besonders freue ich mich auf die Magie.“

Bodo Klose: „Bei der ersten Kostümprobe sind die Kinder voll aufgeregt. Da ist eine Kopfbedeckung zu eng, ein Schleier hält nicht vor dem Gesicht, sie zupfen an den Hosen und Jacken. Mit den Kostümen sind die Kinder ganz woanders. Und in diesem Stück ist viel Action, viele Schauspieler sind gleichzeitig auf der Bühne und es sind viele Requisiten im Einsatz.“

Zwei Spieler haben an diesem Tag mündliche Abiturprüfung. „Erst die Schule und dann sich hier zu entfalten, das wollen wir ermöglichen“, sagt der Regisseur.

Dann wird es Zeit, die Kinder stehen schon am hinteren Bühneneingang, warten auf ihren Einsatz. Vor ihrem Auftritt haben die Fischhändlerin Laura und die Gewürzhändlerin Viki noch kurz Zeit, zu berichten, wie es ihnen gerade geht. Laura sagt: „Ich tu so, als ob der Fisch frisch ist, aber der liegt schon lange herum und stinkt. Da werde ich von den anderen verspottet. Die Rolle macht total Spaß.“ Viki meint: „Mir macht es als Händlerin auch Spaß. Wir beide stecken in einer anderen Rolle in einem Kamel und ich bin das Hinterteil. Es ist voll heiß da drin.“

Los geht’s, die Bühne wartet. Beziehungsweise Bodo Klose. Er sitzt inzwischen in der ersten Reihe im Zuschauerraum, höchst konzentriert, hat Augen hinten und vorne. „21, 22 Auftritt. Schau seitlich, dann sieht man den Schnabel“, ruft er dem farbenprächtigen Papagei zu. Neben dem glanzvollen Gefieder steht eine leuchtende Kristallkugel, die live gespielt wird. Diese Idee der Darstellung ist genial. Die Magierin tritt auf, zwar ist ihr Stab noch nicht der richtige, doch das mindert in keiner Weise ihre starke Ausstrahlungskraft. Kulissenwechsel. Zug 14, es läuft schon ganz gut, ist vom Regisseur zu vernehmen. Dann klemmt eine Tür. Bodo Klose hat für alles eine Antwort, sie bleibt vorerst einfach auf.

Erstmals gemeinsam mit den Schauspielern auf der Bühne sind an diesem Tag die Elevinnen des Ballettstudios Martina Romano. Seit März wurde pro Tanz einmal pro Woche zusätzlich zum Tanzunterricht geprobt. Martina Romano: „Die Rutentheatertänze sind eine sehr willkommene Herausforderung. Da die Tänze mit der Handlung des Märchens verschmelzen sollen und nicht als Einzelstück da stehen, ist unsere Kreativität gefragt.“ Zwischen acht und 19 Jahre sind die Tänzerinnen. Je näher die Premiere rücke, umso höher steige die Nervosität. „Die Kostüme sind ein Traum. Es ist einfach wunderbar, wie hier alles entsteht und mehr und mehr zu einem Ganzen zusammenwächst.“

Am selben Abend proben parallel die Kinder und Jugendlichen des Rutenorchesters nebenan in der Realschule. Die Temperaturen sind oben im Probenraum wie im Orient. Stühle werden zurechtgerückt, Instrumente eingestimmt. Dann schenken alle Musikdirektor Harald Hepner, der einmal mehr das Jugendblasorchester der Musikschule Ravensburg leitet, die volle Aufmerksamkeit. „Die Stelle vom Horn darf mächtiger sein. Ruhig staccato spielen“, weist er an.

Das Orchester nimmt einen mit ins Morgenland, und obwohl bestimmte Passagen mehrmals gespielt werden müssen, ist es bereits ein Genuss. „Ganz gut“, lobt auch Harald Hepner. Der Schwierigkeitsgrad sei, wie in jedem Jahr, recht hoch und anspruchsvoll. „Die Jugendlichen sind mit großem Eifer und Engagement dabei. Die Stimmung ist sehr gut“, freut er sich.

Schauspiel, Tanz, Musik - Es wird eine faszinierende Reise, diese ganze Welt von 1001 Nacht.

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