Fakten-Check: Ist Schwimmen und Baden wegen Corona zu gefährlich?

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Fake-News schüren Ängste, verunsichern und heizen mitunter Emotionen gezielt an. (Foto: dpa/sz)
Deutsche Presse-Agentur
Schwäbische Zeitung
Marc Fleischmann

Falsche Behauptungen schüren Ängste, verunsichern und heizen mitunter Emotionen gezielt an. Schwäbische.de stellt regelmäßig Falschnachrichten richtig und erklärt die Hintergründe.

BEHAUPTUNG: Angesichts einer drohenden Infektion mit dem Coronavirus ist Schwimmen in Freibädern, Seen und Meeren zu gefährlich.

BEWERTUNG: Schwimmen an sich ist unproblematisch. Doch die Besucher von Strand- oder Freibädern müssen die Abstandsregeln beachten.

FAKTEN: Ende Mai und Anfang Juni öffnen in einigen Bundesländern trotz der Corona-Krise wieder die Freibäder. Wann dies in Baden-Württemberg und Bayern der Fall sein wird, ist noch offen.

Grundsätzlich gilt aber: Wer ins Schwimmbad, an den Badesee oder ans Meer geht, sollte auch außerhalb des Wassers Vorsicht walten lassen. Der Alptraum von Virologen sind dicht nebeneinander liegende Handtücher mit sich sonnenden Menschen darauf.

Vom kühlen Nass selbst geht eine geringere Infektionsgefahr als vom direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Darüber sind sich Wissenschaftler einig. Wenig Grund zur Sorge gibt es, wenn es sich dabei um aufbereitetes und mit Chlor desinfiziertes Badewasser in Hallen- und Freibädern handelt.

Das Virus werde dadurch „zuverlässig inaktiviert“, sagt Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Das bestätigt auch das Umweltbundesamt (UBA): „Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. (…) Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Viren).“

Badeseen sind unbedenklich

Unbedenklich sei zudem auch das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie Badeseen oder in Meeren wie Nord- und Ostsee, heißt es beim UBA.

Unser 360-Grad-Rundgang durch das Freibad Stefanshöhe in Wangen (Stand Ende April 2020). Durch Klicken auf einen Pfeil, kommen Sie zur nächsten Station. Durch Klicken auf ein Pluszeichen können Sie einen Ort genauer betrachten.

Die Gefahr einer Ansteckung sei wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering: „Steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicherweise in das Wasser eingetragener Viren führen“.

Die Pressestelle der Stadtverwaltung Laupheim erklärte bereits auf Anfrage der "Schwäbischen Zeitung", dass das Baden im See eigentlich kein Problem sei, sofern man sich an die Corona-Verordnung und die damit verbundenen Abstandsregeln halte. Ob an einzelnen Seen ein Badeverbot gilt oder nicht, darüber entscheiden in der Regel die Kommunen.

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Kurz vor der Fertigstellung: Wir haben uns auf der Baustelle im Freibad umgeschaut.

Ein Konzept zur Wiedereröffnung der Freibäder erarbeite derzeit eine Arbeitsgruppe aus kommunalen Landesverbänden, Sozialministerium und Landesgesundheitsamt, heißt es auf der Homepage der Staatsministeriums Baden-Württemberg.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hat bereits einen Pandemie-Plan erstellt, wonach Badegästen 15 Quadratmeter Liegefläche zur Verfügung stehen sollten. Daraus ergebe sich die maximale Anzahl von Gästen, die sich im Bad aufhalten dürfen.

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