Für einen Abend dahoim in Friedrichshafen

Lesedauer: 5 Min
 Blaue Heimtrikots, weiße Auswärtstrikots: Die Ravensburg Towerstars präsentierten sich am Samstagabend ihren Fans.
Blaue Heimtrikots, weiße Auswärtstrikots: Die Ravensburg Towerstars präsentierten sich am Samstagabend ihren Fans. (Foto: Johannes Kienzler)
Johannes Kienzler

Es wirkte schon etwas befremdlich, als die Vereinshymne „Dahoim in Ravensburg“ am Samstagabend kurz vor Beginn der Saisoneröffnungsparty der Ravensburg Towerstars über die gut gefüllte Friedrichshafener Uferpromenade schallte. Der Grund für die auf den ersten Blick etwas irritierende Wahl der Location, war aber ganz einfach zu erklären: Zum einen möchte der Verein damit dem nicht unbedeutenden Teil der Towerstarsfans aus Friedrichshafen und der Umgebung danken. Zum anderen wird der Lammgarten von Thomas Vogt, dem Bruder des ehemaligen Towerstarsspielers Stephan Vogt, betrieben, der selbst auch schon für die Mannschaft gespielt hat. Die Wahl der Location war also auch ein Zeichen der Wertschätzung an das bekannte Brüderpaar.

Den Fans jedenfalls gefiel die Veranstaltung und nicht zuletzt auch der Veranstaltungsort. Der 17-jährige Philip Schenk aus Friedrichshafen etwa, der selbst Eishockey spielt und dessen Vater waren sehr froh darüber, ihre Lieblingsmannschaft einmal vor der Haustür zu treffen. Und die, die von weiter her kamen, taten das für ihre Idole auch gerne, so wie der 82-jährige Peter Jooss aus Ravensburg und sein Freund, der 76-jährige Hening Stabel aus Überlingen. Jooss ist Zeit seines Lebens fleißiger Stadionbesucher; Stabel hat laut eigener Aussage seit Ende der 80er-Jahre so gut wie kein Spiel der Towerstars verpasst. Gemeinsam mit ihren Ehefrauen, die über die Jahre selbst Fans geworden sind, lauschten sie aufmerksam der Veranstaltung. Denn: Wenn ihre Towerstars auftreten, ist die Location erst einmal zweitrangig. Oder wie es Heinz Hellmann, Stadionbesucher seit den frühen 70er-Jahren, formulierte: „Für die Towerstars fahre ich auch gerne 50 Kilometer.“ Dafür bekam er immerhin als einer der ersten die neue Mannschaft zu sehen. Wie viele Fans es nun genau waren, war schwer auszumachen. Diejenigen, die extra für die Towerstars nach Friedrichshafen gekommen waren, mischten sich mit normalen Lammgarten-Besuchern.

Was alle einte: Sie bekamen einen reichlich veränderten DEL2-Meister zu sehen. Neu-Trainer Tomek Valtonen und seine Assistenten Kasper Vuorinen und Marc Vorderbrüggen sehen ihre Mannschaft in der neuen Saison trotz des Umbruchs mindestens unter den ersten sechs. Womöglich könne auch eine bessere Platzierung herausspringen, sagte Valtonen. Dass der Kader das Zeug dazu hat, auch in diesem Jahr wieder um die Spitzenplätze mitzuspielen, davon sind Trainer- und Funktionsteam überzeugt. Allerdings seien dazu alle Spieler, inklusive der zehn Neuzugänge, die die Towerstars vor Saisonbeginn verpflichtet haben, zu 100 Prozent gefordert.

Acht bis zehn Teams würden in der kommenden Spielzeit um die ersten sechs Plätze in der Tabelle kämpfen, sind sich die Towerstars-Verantwortlichen sicher. Und eines sei klar: Die Ravensburger werden als Meister die Gejagten sein. Eine Rolle, der sich der Verein bewusst sei und die er auch gerne annehme, hieß es. Schließlich sei der Kader stark genug, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Ein weiterer Programmpunkt am vergangenen Samstag war die Präsentation des neuen blauen Heimtrikots der Towerstars und des weißen Auswärtstrikots, die die Spieler auf der Bühne trugen. Für viel Überraschung sorgte das Team dabei aber nicht, blieb das Design doch, abgesehen von den Farben, weitestgehend gleich wie in der Vorsaison.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen