Für eine gute Sache kräftig in die Pedale getreten

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 Für die Organisatoren Heike Ewert, Stefan Oexle-Ewert, Daniel Gathof und Mark Lehnertz (von links) war die Aktion ein voller Er
Für die Organisatoren Heike Ewert, Stefan Oexle-Ewert, Daniel Gathof und Mark Lehnertz (von links) war die Aktion ein voller Erfolg. (Foto: Nora Kneer)
Nora Kneer

Hin und wieder schüttet es wie aus Kübeln und ein konstanter Niesel bleibt. Der Weg zum Aussichtspunkt Süh bei Wolfegg ist matschig und die Reifen der vielen Fahrräder sinken leicht ein. Trotzdem sieht man am Treffpunkt der Radfahrer von #cyclingforculture nur zufriedene Gesichter. Die insgesamt mehr als 300 Teilnehmer der Aktion und des diesjährigen Specials #cyclingagainstcorona haben Geld für die Kultur gesammelt und sind zusammen mehr als 110 000 Kilometer gefahren. Das ist mehr als zweieinhalbmal um die Erde.

Engagement zählt für Abinote

Besonders stolz sei er auf die Jugendlichen, sagt Profiradfahrer und Organisator Daniel Gathof. Die Dynamik und der Wettkampf der sich zwischen den Teams der 15- bis 19-Jährigen entwickelt habe, sei eine schöne Überraschung. „Die sind bei Wind und Wetter auf dem Fahrrad.“ Dabei muss er an die sprichwörtliche „heutige Jugend“ denken, und findet, dass die aktiven Radfahrer aus dem Kreis Ravensburg dieses Sprichwort widerlegen.

Die 16 Teams der Jugendlichen kommen von Schulen, Sportvereinen oder sind wild zusammengewürfelt. Lisa Braun von der Humpis-Schule wäre eigentlich diesen Sommer mit ihrer Seminarklasse eine Alpencross-Tour gefahren. Wegen der Pandemie muss diese ausfallen, stattdessen fahren die Schüler bei #cyclingagainstcorona mit. In Gruppen organisieren und dokumentieren sie die gesamte Aktion und bekommen dafür sogar eine Abiturnote.

Bodnegger Schulklasse vorne

Niels Beer, Magnus Gründler, Leonardo Deeriu, Paul Weber und Friedrich Weber sind Teil von Team Ravensburg. Zum Zeitpunkt der Abschlussveranstaltung lagen sie sogar auf Platz eins. „Aber nur um 50 Kilometer,“ sagt Beer. Bis zwölf Uhr nachts am Freitag konnten alle Teams noch Kilometer sammeln. Dafür dokumentieren sie ihre Fahrten mit einer kostenlosen App. Für die Gewinner gibt es verschiedene Preise, wie zum Beispiel einen Bike-Tag mit Daniel Gathof.

Am Ende holt das Team BZ Bodnegg 9a doch auf und landet auf Platz eins. Team Ravensburg sichert sich den zweiten Platz, Marine Wangen wird Dritter und AEG Stufe 10 schafft es auf Rang vier.

Zehn Cent pro Kilometer gespendet

Dass Jugendliche überhaupt mitfahren, sei dieses Jahr das erste Mal, so Heike Ewert, Personal- und Marketingleitung der Firma Enerquinn. Die veranstaltet seit zwei Jahren gemeinsam mit Gathof verschiedene Aktionen rund ums Radfahren. Alle erwachsenen Teilnehmer spendeten zehn Cent pro gefahrenen Kilometer an eine kulturelle Einrichtung.

Dazu zählen zum Beispiel kleine Restaurants und Kinos, die unter den Corona-Auflagen besonders leiden. Manche Teams haben zudem noch Sponsoren oder runden die gespendeten Beiträge selbst auf. Dieses Jahr seien rund 50 000 Kilometer und damit mindestens 5000 Euro zusammengekommen.

Abstand auch beim Fahren

Die Aktion soll Teamsport trotz der Corona-Krise ermöglichen. Die Organisation von #cyclingagainstcorona habe größtenteils über Videokonferenzen stattgefunden. Beim Radfahren selbst müssen die Abstandsregeln eingehalten werden, aber das sei nicht schwierig, berichtet Ewert. Auch können die Radfahrer getrennt fahren und über ihr Smartphone gemeinsam Kilometer sammeln.

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