Für den Erfolg beißt er die Zähne zusammen

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 Wohnzimmer auf Rädern: Im Wohnlastwagen der Familie Gruss hat sogar ein Weihnachtsbaum patz. Kevin feiert mit seiner Frau Julia
Wohnzimmer auf Rädern: Im Wohnlastwagen der Familie Gruss hat sogar ein Weihnachtsbaum patz. Kevin feiert mit seiner Frau Julia und seinen Töchtern Victoria (2) und Valentina (7) ein ganz entspanntes Weihnachtsfest. (Foto: Stefanie Böck)
Stefanie Böck

Bei diesem Namen spitzen Zirkusfans die Ohren: Kevin Gruss stammt aus einer der bekanntesten Zirkusdynastien Europas. Im Weihnachtscircus in Ravensburg zeigt der 31-jährige Franzose die erfolgreichste Nummer seines Jahresprogramms: eine gefährliche Luftakrobatik an festen Bändern.

Die jungen Eltern hängen meterweit in der Höhe. Wirbeln herum und schwingen im Kreis – an nur einem Handgelenk. „Tut schon ein bisschen weh, aber man gewöhnt sich dran“, sagt Akrobat Kevin Gruss und lächelt charmant. Für den Erfolg beißt er die Zähne zusammen: „Keine Darbietung in meinem Zirkus in Frankreich erntet mehr Applaus als diese. Die Leute klatschen sogar im großen Finale noch einmal lauter, wenn wir uns verbeugen.“ Eines der größten Komplimente für einen Artisten.

Andere Shows inspirieren ihn

Erfolg ist diesem Mann nicht fremd. Seiner Familie ist es gelungen, den „Stil des Nouveau Cirque mit dem des klassischen Tierzirkus zu kombinieren“, heißt es auf der Webseite des Ravensburger Weihnachtscircus. Einmal im Jahr geht Kevin Gruss international auf reisen, um sich von anderen Shows inspirieren zu lassen. Dieses Jahr hat er sich mit seiner Frau Julia und seinen zwei kleinen Töchtern auf den Weg nach Ravensburg gemacht. 14 Stunden fuhr die Familie mit ihrem Wohnlastwagen aus Amiens nördlich von Paris zum Weihnachtscircus von Elmar Kretz auf den Platz vor der Oberschwabenhalle.

Im Wohnzimmer des Gefährts ist alles da, was eine Familie für die Feiertage braucht: Weihnachtsdeko, Weihnachtsbaum, sogar elektrisches Feuer flackert in einem Kamin in einer Zimmerecke. Typische Weihnachtstraditionen? „Gibt es bei uns nicht. Wir kochen immer was anderes“, sagt Kevins Frau Julia, die ursprünglich aus Tschechien stammt und eigentlich nur ihre Schwester im Zirkus in Frankreich besuchen wollte. Dort verliebte sie sich in den Sohn des Chefs. Jetzt ist sie selbst Teil des Programms.

Worauf das Ehepaar gespannt ist

28 Mal tritt das Paar in den 14 Showtagen in Ravensburg auf. Die Stadt gefällt den beiden gut: „Es ist herrlich, wir waren sogar schon auf dem Markt.“ Zwar immer auf Achse, aber nur selten sind die beiden im Ausland unterwegs. Mit ihrer eigenen Show treten sie das ganze Jahr über in 28 Städten in Frankreich auf. Pause machen sie normalerweise im Sommer. Ausnahmsweise verlassen sie dieses Jahr mitten im Winter ihr Programm. Mitgebracht haben sie nur das Beste: die Nummer an den Bändern. „Noch nie war eine Darbietung bei uns in Frankreich so erfolgreich wie diese.“ Jetzt sind die beiden natürlich gespannt, wie das Publikum in Ravensburg auf die emotionale und ausdrucksstarke Luftakrobatik reagiert. Ein bisschen nervös sind sie schon: „Das Niveau ist hoch. Aber wir geben alles.“

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