Für Daniel Menge sind die Play-offs mit den Towerstars „ein Muss“

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Daniel Menge, hier im Spiel gegen den EHC Basel, geht selbstbewusst in seine erste Saison bei den Towerstars. Der Stürmer lobt d (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Vier Wochen Vorbereitung liegen hinter den Ravensburg Towerstars. Vier Wochen mit 14 Trockentrainings, 30 Einheiten auf dem Eis und acht Testspielen, wie Trainer Petri Kujala bei der Saisoneröffnungspressekonferenz am Dienstag aufzählte. „Wir haben sechs Siege geholt und drei bis vier richtig gute Spiele gemacht“, sagt Kujala. „Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet.“ Doch die Vorbereitung ist jetzt vorbei, am Freitag geht die Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) los. Zunächst haben die Towerstars ein Heimspiel, um 20 Uhr kommt am Freitag der Aufsteiger Rote Teufel Bad Nauheim in die Ravensburger Eissporthalle. Am Sonntag gibt es das Derby gegen den ESV Kaufbeuren in Memmingen.

Für den neuen Towerstars-Stürmer Daniel Menge ist das natürlich ein schöner Saisonstart. Schließlich spielte der 30-Jährige in den vergangenen Jahren in Kaufbeuren. „Wenn man länger in einem Verein gespielt hat und dann gegen diesen antritt“, sagt Menge, „dann will man natürlich gewinnen.“ Überhaupt ist der Stürmer wegen des Gewinnens nach Ravensburg gekommen. „Ich habe noch nie in meiner Karriere ein Halbfinale gewonnen.“ An die Leistungsstärke der Towerstars komme keine seiner bisherigen Mannschaften heran. „Unten herumkrebsen“ möchte Menge mit Ravensburg nicht. „Dann hätte ich auch in Kaufbeuren bleiben können.“ In Ravensburg strebt der Stürmer in höhere Tabellenregionen. „Die Play-offs“, sagt Menge, „sind für unsere Mannschaft ein Muss.“

Anspruchsvolles Publikum

Selbstbewusste Töne, die von den Towerstars-Fans sicher gerne gehört werden. Der Geschäftsführer Rainer Schan und Trainer Petri Kujala wissen um die Erwartungshaltung in Ravensburg nach den Erfolgen in den vergangenen Jahren. „Wir haben ein anspruchsvolles Publikum“, sagt Schan. „Das werden wir nicht ändern können und wollen, und damit können wir auch gut leben.“ Ziele haben Schan und Kujala aber dennoch. Die Play-offs sind eines dieser Ziele. Dazu will Kujala offensives, attraktives Eishockey spielen lassen. „Und bei allem“, betont Schan, „dürfen wir das Finanzielle nicht aus den Augen verlieren.“ Auch in der nun beginnenden DEL-2-Saison planen die Towerstars mit einem ähnlichen Etat wie im Vorjahr. Rund 1,6 Millionen Euro soll die Saison kosten.

Dass die Mannschaft am vergangenen Sonntag gegen die deutlich teureren DEL-Kollegen der Augsburger Panther mit 5:2 gewann, will Schan nicht überbewerten. „Ich werde der Mannschaft auch noch einmal sagen, dass sie jetzt nicht den Fehler machen darf und glauben soll, alles geht von allein.“ Das Vertrauen in „die Jungs“ ist aber da. „Ich kann mir nicht vorstellen“, sagt Schan, „dass die Mannschaft leichtsinnig wird.“

Kujala ist entspannter

Anders als im Vorjahr, in seiner Premierensaison als Profitrainer, hat Kujala die Vorbereitung in diesem Jahr intensiver, aber kürzer gemacht. Auch in Sachen Anspannung sieht es beim 42-Jährigen im zweiten Jahr anders aus. „Letztes Jahr war ich in der Vorbereitung sehr nervös“, gesteht Kujala. „Ich wusste nicht, was ich erwarten sollte.“ Jetzt habe er einen Vergleich, das mache es schon leichter. „Jetzt nimmt man die Vorbereitung auch als Vorbereitung und ist ein bisschen lockerer.“

Lockerer ist inzwischen auch Schan. Nach dem Sommertheater mit dem Streit zwischen der DEL und den Zweitligisten auf der einen sowie dem Deutschen Eishockey-Bund auf der anderen Seite können sich nun alle Beteiligten auf die Saison freuen. Weil die DEL 2 in der Saison 2014/15 auf 14 Mannschaften erweitert werden soll, bezeichnet Schan die kommende Spielzeit als „Übergangsjahr“. Ein Hickhack wie in diesem Sommer, da ist sich der Geschäftsführer sicher, wird es in Zukunft nicht mehr geben. „Dann herrscht endlich Klarheit, wer sportlich auf- oder absteigt.“ Zumindest zwischen der DEL 2 und der Oberliga. Ein Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL 2 lässt noch eine Weile auf sich warten. „Dass es keinen Aufstieg gibt, ist nicht nachzuvollziehen“, sagt Menge. „Es ist ein absolutes Unding.“

Aber auch eines, das jetzt erst einmal in den Hintergrund rückt. Jetzt zählen Siege und Punkte für das Minimalziel Play-offs. „Das“, so der selbstbewusste Stürmer, „sollte bei unserer Qualität kein Problem sein.“ Ab Freitag wird es sich weisen.

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