Fünffacher Mordversuch: Jetzt soll Prozess um mutmaßlichen Supermarkterpresser beginnen

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Nach Suizidversuch: Prozess um mutmaßlichen Supermarkt-Erpresser verzögert sich
Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufregung – ein 54-Jähriger Mann soll in Friedrichshafen vor einem Jahr vergifteten Babybrei in Umlauf gebracht haben. Heute hätte der mutmaßliche Supermarkterpresser deshalb vor Gericht erscheinen sollen. Eigentlich…

Eine Woche später als geplant soll am Montag am Landgericht Ravensburg der Prozess gegen den mutmaßlichen Supermarkterpresser beginnen. Der Prozessauftakt war vor sieben Tagen verschoben worden, weil sich der Angeklagte in seinem Haftraum in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg selbst verletzt hatte und deshalb als nicht verhandlungsfähig galt.

Der 54-Jährige aus dem Raum Tübingen ist angeklagt wegen versuchten Mordes in fünf Fällen, besonders schwerer räuberischer Erpressung in sieben Fällen und gemeingefährlicher Vergiftung. Der Mann soll vor einem Jahr in einem per E-Mail verschickten Erpresserschreiben von sieben Handelskonzernen insgesamt 11,75 Millionen Euro gefordert und damit gedroht haben, 20 vergiftete Lebensmittel in verschiedenen Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland in Umlauf zu bringen.

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hatte er vorab bereits fünf Gläser vergiftete Babynahrung in Geschäften in Friedrichshafen deponiert. Diese enthielten allesamt Ethylenglycol in einer für Babys und Kleinkinder tödlichen Dosis.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Erpresser sollte eigentlich schon am 1. Oktober beginnen. Doch nachdem er sich am Morgen in der JVA Ravensburg Schnittwunden am linken Unterarm zugefügt und vermutlich Schlafmittel eingenommen hatte, wurde der Prozessauftakt aufgrund von Zweifeln an seiner Verhandlungsfähigkeit verschoben.

Laut ärztlicher Einschätzung hatte es sich um einen „nicht ganz unernst gemeinten Suizidversuch“ gehandelt. Der Angeklagte wurde bis auf Weiteres ins Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg verlegt.

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