Evangelische Stadtkirche feiert im Licht von Taufe und Erneuerung

Lesedauer: 4 Min
Pfarrer Martin Henzler-Hermann hat am Sonntagmorgen die neu gewählten Mitglieder des Kirchengemeinderats feierlich in ihr Amt ei
Pfarrer Martin Henzler-Hermann hat am Sonntagmorgen die neu gewählten Mitglieder des Kirchengemeinderats feierlich in ihr Amt eingeführt. (Foto: Maria Anna Blöchinger)
Maria Anna Blöchinger

Die Amtseinführung der neu gewählten Mitglieder des Kirchengemeinderats ist im Festgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche in Ravensburg am Sonntagmorgen ein Höhepunkt gewesen. Pfarrer Philipp Jägle erläutert den Stand der fast abgeschlossenen Kirchenrenovierung, Dekan Friedrich Langsam den Spendenstand und Kirchengemeinderätin Margret Bentele die Einzelheiten der Spendenbausteine.

Im Gottesdienst ging es um das Thema Kinder Gottes. Wer möchte nicht bei aller Erfahrung wieder Kind sein, und erst recht Kind Gottes? „Welche Gottes Geist treibt, die sind Kinder Gottes“, verkündete Pfarrer Philipp Jägle. Die Lesung von Pfarrer Martin Henzler-Hermann machte deutlich, dass wir der Erneuerung bedürfen. Vielleicht weil ein junges Streichquartett den Gottesdienst mit Musik von Joseph Haydn und Mendelssohn-Bartholdy glänzend umrahmte, leuchtete auch die Poesie der biblischen Texte neu auf.

Dekan Friedrich Langsam entfaltete in seiner Predigt die gern ins Bild gesetzte Geschichte von der Taufe Jesu (Matt 3). Erst geht es hin und her zwischen Johannes dem Täufer, der nicht will, sich nicht würdig fühlt, und Jesus, der ihn ermuntert. Bei der Taufe dann erscheint der Geist Gottes in Gestalt einer Taube und eine Stimme spricht: Dies ist mein geliebter Sohn. „Die ganze Dreieinigkeit ist da gegenwärtig“, betonte Dekan Langsam. Er erinnerte daran, wie Eltern oft nach dem Namen eines Kindes suchen, ein Name, der mit Bedeutung und Aufgabe verbunden werde. Der Name Jesu heiße aus dem Hebräischen übersetzt „Gott rettet“, sagte der Dekan. „Gott rettet, indem er eine neue Gerechtigkeit unter den Menschen schenke“, erläuterte er und knüpfte noch manche erhellende Beziehung.

Mit Dank und Applaus verabschiedete die Kirchengemeinde den zwölfköpfigen Kirchengemeinderat der vergangenen sechs Jahre. Der neue Kirchengemeinderat besteht nur noch aus zehn, dafür aber deutlich jüngeren Mitgliedern. Mit dem Bittgesang „O komm du Geist der Wahrheit“ erbat die Gemeinde für die Aufgaben der nächsten Jahre auch die „scharf geschliffenen Waffen der ersten Christenheit“. Im Südschiff gab nach Stärkung und persönlichem Austausch Pfarrer Philipp Jägle einen Überblick über die beinahe fertiggestellte Renovierung. Er nannte unter anderem die umweltfreundliche Gasheizung und die gute Planung; Beleuchtung und Lautsprecheranlage bedürften aber noch einer Feinabstimmung. Der barrierefreie Zugang zum Chorraum soll bis Ende März fertiggestellt sein. Dekan Friedrich Langsam sagte, insgesamt habe die Renovierung fünf Millionen Euro in Anspruch genommen und erfordere 731 292 Euro an Spenden. Voller Stolz gab der Dekan bekannt, dass bereits 559 778 Euro an Spenden zusammengekommen seien. Für die offenen Spenden hat die Fundraising-Gruppe um Christoph Leopold und Margret Bentele ein originelles Konzept entwickelt. An einem Bauzaun hingen Spenden-Bausteine in Papierform. Wer einen davon erwirbt, kann dann zum Beispiel mal sagen: „Den Scheinwerfer hab‘ ich finanziert!“

Meist gelesen in der Umgebung

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen