EV Ravensburg setzt sich an die Tabellenspitze

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 Alle gegen einen: Heilbronns Goalie Andrew Hare hatte gegen den EV Ravensburg (li. Stürmer Julian Grützmann) viel zu tun.
Alle gegen einen: Heilbronns Goalie Andrew Hare hatte gegen den EV Ravensburg (li. Stürmer Julian Grützmann) viel zu tun. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

EV Ravensburg – Heilbronner EC 4:2 (1:0, 2:1, 1:1). – Tore: 1:0 (0:17) S.Kirsch (J. Katjuschenko, S. Heckenberger), 2:0 (25:01) Wenter (S. Heckenberger, L. Valenti), 3:0 (28:24) Dalldush (Rodrigues, Jäger), 3:1 (37:57) Malez (Brendle, Rupp), 4:1 (46:35) S. Kirsch (J. Katjuschenko), 4:2 (47:51 ÜZ) Rupp. – Strafen: Ravensburg 13 Minuten + 20, Heilbronn 11 + 20.

Stuttgarter EC – EV Ravensburg 3:5 (0:3, 1:1, 0:1). – Tore: 0:1 (0:48) J. Katjuschenko (S. Heckenberger), 0:2 (6:58 ÜZ) Sekula (Fehr, S. Kirsch), 0:3 (14:22 ÜZ) Wirz (Rodrigues), 1:3 (24:36 ÜZ) Reiner (Reiss, Matic), 2:3 (27:58 ÜZ) Willer (Becker, Abert), 3:3 (36:56) Daubner (Mauch), 3:4 (39:15) J. Katjuschenko (S. Kirsch, Wenter), 3:5 (58:15 UZ) J. Katjuschenko). – Strafen: Stuttgart 20 Minuten + 25 + 25, Ravensburg 20 Minuten.

Mit einem Sechs-Punkte-Wochenende hat sich der EV Ravensburg an die Tabellenspitze der Eishockey-Regionalliga Südwest gesetzt. Sowohl beim 5:3 in Stuttgart als auch beim 4:2 zu Hause gegen Heilbronn boten die Oberschwaben überzeugende Leistungen.

Im Gegensatz zur 1:6-Niederlage vor Wochenfrist trat Heilbronn dieses Mal mit Stammgoalie Andrew Hare an. Dass auch der starke Hare vor Missgeschicken nicht gefeit ist, zeigte sich nach 17 Sekunden. Johann Katjuschenko kam vor Heilbronns Tor an die Scheibe, passte seitwärts zu Steffen Kirsch, der schoss aufs kurze Eck. Alle dachten, der Puck sei am Pfosten eingeklemmt. Doch plötzlich kam die Scheibe unter Hares Ausrüstung hervor und glitt im Schneckentempo über die Linie. Torhüter und Stürmer waren gleichermaßen überrascht, als der Schiedsrichter Tor anzeigte.

Mit dieser kuriosen Szene hatte Ravensburg das Vorzeichen für das Spiel gesetzt. Die Hausherren waren das dominierende Team, scheiterten aber ein ums andere Mal an Hare, der schnell zu seiner Klasse fand. EVR-Goalie David Heckenberger machte aber bei den wenigen Heilbronner Chancen ebenfalls eine hervorragende Figur. Wie der Kanadier im Heilbronner Kasten zu überwinden war, zeigte EVR-Verteidiger Martin Wenter. Er setzte sich in der 26. Minute mit einem seiner schnellen Vorstöße vom Gegner ab und traf halbhoch ins lange Eck. Die Reihe der Ravensburger U20-Junioren überzeugte am spielfreien DNL-Wochenende im Regionalligateam. Stefan Rodrigues und Jon Jäger wirbelten sich durch die Heilbronner Hintermannschaft, Leon Dalldush drückte zum 3:0 ein.

Das war aber das fatale Zeichen für Hurra-Eishockey auf Ravensburger Seite. Zu ungestüm ging es nach vorne. Heilbronn bewies, dass es nicht von ungefähr ebenfalls vorne in der Liga steht. Kevin Malez verkürzte auf 1:3 (38.). Im Schlussdrittel war Heilbronn in einem mit unverändert hohem Tempo geführten Spiel auf Augenhöhe. Bedrohlich wurde es für den EVR in der 44. Minute. Lubos Sekulas Check wertete der Schiedsrichter als Kniecheck. Eine unglückliche Szene für den Ravensburger Abwehrstrategen, der zum Duschen durfte. Glück für den EVR war, dass ein Heilbronner den Mitspieler rächen wollte und wegen seiner Prügelattacke zwei Minuten auf die Strafbank musste. Die Überzahlchance vermasselten sich die Gäste gänzlich, indem sie gleich darauf nochmals eine Strafzeit nahmen. Bei vier Mann auf dem Eis sorgte Steffen Kirsch in der 47. Minute für das 4:1.

Wieder eine 3:0-Führung

Wie wichtig dieser Treffer war, zeigte sich knapp eine Minute später. Ein missglückter Befreiungsschlag der Ravensburger Abwehr landete auf der Kelle von Stefano Rupp, der nicht lange fackelte und die Scheibe unhaltbar für Heckenberger zum 2:4 unter die Latte setzte. Heilbronn setzte zur Schlussoffensive an, entschied das Spiel in der 57. Minute aber selbst. Nach einem heftigen Check gegen Rodrigues musste auch Steven Olik vorzeitig vom Eis. In Überzahl brachte der EVR den Sieg sicher nach Hause.

In Stuttgart führte Ravensburg ebenfalls bereits 3:0, ehe es spannend wurde. Wieder gingen die Oberschwaben in der ersten Minute in Führung. Torschütze war Johann Katjuschenko, der sich an die Spitze der Scorerliste der Liga gesetzt hat. In der siebten Minute hämmerte Lubos Sekula in Überzahl die Scheibe zum 2:0 ins Netz. Ebenfalls in Überzahl war in der 15. Minute Junioren-Kapitän Michael Wirz erfolgreich. Dem EVR spielte in die Karten, dass eine Minute später Stuttgarts Top-scorer Nickolas Govig eine Spieldauerstrafe kassierte. Doch auch ohne Govig drückte Stuttgart dem Mittelabschnitt seinen Stempel auf. Durch Treffer in der 25., 28. und 37. Minute hieß es plötzlich 3:3. Goalie Heckenberger parierte in dieser Phase aber einen Penalty der Stuttgarter, in der Schlussminute des Drittels schoss Johann Katjuschenko den EVR wieder in Führung.

Im Schlussdrittel leistete sich Stuttgarts Adrian Sanwald eine Matchstrafe, die der EVR aber nicht zur endgültigen Entscheidung nutzen konnte. Mit drei kleinen Strafen in den Schlussminuten kam Ravensburg noch in äußerste Bedrängnis. Erneut Johann Katjuschenko erzielte in Unterzahl in der vorletzten Minute das 5:3.

EV Ravensburg – Heilbronner EC 4:2 (1:0, 2:1, 1:1). – Tore: 1:0 (0:17) S.Kirsch (J. Katjuschenko, S. Heckenberger), 2:0 (25:01) Wenter (S. Heckenberger, L. Valenti), 3:0 (28:24) Dalldush (Rodrigues, Jäger), 3:1 (37:57) Malez (Brendle, Rupp), 4:1 (46:35) S. Kirsch (J. Katjuschenko), 4:2 (47:51 ÜZ) Rupp. – Strafen: Ravensburg 13 Minuten + 20, Heilbronn 11 + 20.

Stuttgarter EC – EV Ravensburg 3:5 (0:3, 1:1, 0:1). – Tore: 0:1 (0:48) J. Katjuschenko (S. Heckenberger), 0:2 (6:58 ÜZ) Sekula (Fehr, S. Kirsch), 0:3 (14:22 ÜZ) Wirz (Rodrigues), 1:3 (24:36 ÜZ) Reiner (Reiss, Matic), 2:3 (27:58 ÜZ) Willer (Becker, Abert), 3:3 (36:56) Daubner (Mauch), 3:4 (39:15) J. Katjuschenko (S. Kirsch, Wenter), 3:5 (58:15 UZ) J. Katjuschenko). – Strafen: Stuttgart 20 Minuten + 25 + 25, Ravensburg 20 Minuten.

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