EV Ravensburg kämpft um drei Sterne

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 Die U17 des EV Ravensburg (links Goalie Timo Röder) ist in die Bayernliga abgestiegen.
Die U17 des EV Ravensburg (links Goalie Timo Röder) ist in die Bayernliga abgestiegen. (Foto: privat)
Sportredakteur

Es stand schon mal besser um den Eishockeynachwuchs des EV Ravensburg. Die Bilanz nach der gerade abgelaufenen Saison 2018/19: Die U20-Junioren des EVR haben nach einer starken Saison die Aufstiegsrelegation zur Deutschen Nachwuchsliga II nur um einen Punkt verpasst. Die Ravensburger U17 dagegen wurde abgeschlagen Letzter in der DNL II und spielt in der kommenden Saison nur noch in der Bayernliga. Der bisherige Kooperationspartner in dieser Altersklasse, der EV Lindau, spielt in der kommenden Saison nur noch mit der eigenen U17. Dennoch gibt es noch eine kleine Hoffnung.

Denn: Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) überlegt derzeit wohl, ob er das Kooperationsteam des EVL und des EVR auch in der kommenden Saison in der Deutschen Nachwuchsliga II setzt. „Es stehen noch Gespräche aus“, sagt Lindaus Vorsitzender Bernd Wucher. Wenn es künftig keine Kooperation mehr geben sollte, würden sich Ravensburg und Lindau in der Bayernliga als Gegner gegenüber stehen. Fest steht seit dieser Woche, dass der EVL vom DEB zwei Sterne für die Nachwuchsarbeit verliehen bekommen hat.

Seit vier Jahren gibt es das Sternekonzept des DEB. Kurz gesagt: Je besser die Vereine im Nachwuchs aufgestellt sind, desto mehr Sterne bekommen sie. Stand jetzt hat der EV Ravensburg drei Sterne. Einen für den jüngsten Nachwuchs U7/U9. „Da haben wir so viele Kinder wie noch nie“, freut sich der EVR-Vorsitzende Winfried Leiprecht. Rund 80 Kinder stehen in dieser Altersklasse auf dem Eis in der CHG-Arena.

Einen sicheren zweiten Stern bekommt der EVR laut Leiprecht für das Umfeld – schließlich ist die Halle zweitligatauglich. Allerdings bekommt Ravensburg diesen Umfeld-Stern dauerhaft nur, wenn er alle Anforderungen des DEB in der Altersklasse U13/U15 erfüllt. Da haben Leiprecht und der zweite Vorstand Dieter Breuer die größten Bauschmerzen. Denn die U13/U15 hat in der Ravensburger Halle momentan zu wenig Trainingszeit. Der Verband gibt in seinem Sternekonzept Pflichtstunden vor, die erfüllt der EVR nicht. Bisher gab es noch zusätzliche Eiszeiten beim Kooperationspartner EV Lindau, die rechnet der DEB künftig aber nur noch zu 50 Prozent an. „Wir müssen dringend neue Gespräche mit der Stadt Ravensburg führen“, sagt Leiprecht.

Den Eiszeitenrahmenplan für die kommende Saison macht die Stadt in Zusammenarbeit mit den Vereinen (EVR und ESC Ravensburg). Dazu gibt es noch einige andere Wünsche, etwa Zeiten für den Publikumslauf, für Hobbymannschaften und natürlich für den Zweitligisten Towerstars. „Wir haben zweimal pro Woche Jugendtraining um 6.30 Uhr“, sagt Breuer. Sein Blick dabei sagt, was einige Lehrer und Eltern davon halten. Aber nur so kann der EVR sein sportliches Level halten.

Vorderbrüggen verlässt den EVR

Das hat in der abgelaufenen Saison allerdings eine große Delle erhalten – mit Ausnahme der U20. In diesem Zusammenhang lobt Leiprecht den bisherigen hauptamtlichen Nachwuchstrainer Marc Vorderbrüggen. „Er hat tolle Arbeit bei der U20 geleistet.“ Allerdings wird Vorderbrüggen künftig nicht mehr für die Ravensburger Jugend tätig sein. Er bleibt Co-Trainer der Towerstars. „Schade“, ist Leiprechts Kommentar. Auch hier sagt sein Blick mehr.

Ob die U15 trotz des letzten Platzes auch in der Saison 2019/20 in der Bayernliga spielen darf, hängt noch vom DEB ab. „Vielleicht setzt der Verband uns wieder in dieser Liga“, hofft Leiprecht. Und auch bei der U17 gibt es jetzt doch wieder ein bisschen Hoffnung. Sollte der EVR dauerhaft aber nicht drei Sterne bekommen, ist es fraglich, ob der Ravensburger Nachwuchs diese hohen Ligen halten kann. Denn mit nur einem Stern würden dem EVR auch 15 000 bis 20 000 Euro Fördergelder fehlen – der Gesamtetat des Vereins beträgt rund 300 000 Euro. „Wir haben immer noch viel Potenzial“, sagt Leiprecht. „Aber mittelfristig können wir es nur mit einer zweiten Eisfläche ausschöpfen.“ Da nimmt der EVR gerade einen neuen Anlauf bei der Stadt.

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