Europapräsident übernimmt Schirmherrschaft für "Oberschwaben ist bunt"

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Martin Schulz, Präsident der Europäischen Union, wird die Schirmherrschaft über die Veranstaltung im Rahmen von „Oberschwaben ist bunt“ am 1. Februar in der Ravensburger Oberschwabenhalle übernehmen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

„Ich bin davon überzeugt, dass Ihr Kultur- und Musikfestival sowohl das Bewusstsein und Gedenken junger Menschen an den Holocaust fördern als auch ein Zeichen für Toleranz in der Europäischen Union setzen wird.“ Kein Geringerer als Martin Schulz, Präsident der Europäischen Union, hat sich in einem Schreiben an die Initiative „Oberschwaben ist bunt“ gewandt. Der oberste Europäer wird die Schirmherrschaft über die Veranstaltung am 1. Februar in der Ravensburger Oberschwabenhalle übernehmen.

„Oberschwaben ist bunt“ heißt das Kultur- und Musikfestival für Toleranz und gegen Rechts mit Jennifer Rostock als Headliner, das am Samstag, 1. Februar, in der Ravensburger Oberschwabenhalle ein Zeichen für Toleranz und gegen Rechts setzen wird. Mit dabei sind die deutschsprachige Rock-Band Jennifer Rostock aus Berlin, ebenso wie die überregional bekannte, oberschwäbische AC/DC-Coverband Powerage und weitere namhafte europäische Künstler. Gefördert wird das Festival über das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“.

Begleitend zu dieser großen Veranstaltung ist im Sommer die „Digitale Menschenkette – für Toleranz und gegen Rechts“ angelaufen. Bereits mehr als 3500 Menschen haben sich an dieser bundesweiten Aktion beteiligt. Seit heute ist diese Menschenkette um ein prominentes Mitglied reicher: Martin Schulz hat sich ebenfalls ablichten lassen und versteht seine Teilnahme als ein Zeichen dafür, dass ganz Europa in der Pflicht ist, an die Gräueltaten der Nationalsozialisten zu erinnern. Der Europapräsident schreibt den Organisatoren um Made Höld und eine Gruppe psychisch Kranker aus dem ZfP Südwürttemberg: „Das Anliegen Ihrer Initiative hat eindeutige Bezüge zur Geschichte wie auch den Zielen der Europäischen Union. Die europäische Integration war eine Antwort auf das Leiden, das die beiden Weltkriege mit sich brachten, und insbesondere auf die Grausamkeiten des Naziregimes im zweiten Weltkrieg. Am 22. Januar 2013 hat das Europäische Parlament beschlossen, den Holocaust-Gedenktag zum offiziellen jährlichen Gedenken an die damaligen Geschehnisse einzuführen.“

Die Anfrage nach der Schirmherrschaft haben die Initiatoren des Festivals mit einer Diskussion um Gedenkkultur verbunden. Die Frage, ob der 27. Januar, der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, künftig zum nationalen oder gar europäischen Feiertag erklärt wird, hält man auch in Brüssel für durchaus überdenkenswert.

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