Es lohnt sich, einen Blick auf diese Kunst zu werfen

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Künstler der Region zeigen ihre Ausstellung „Kleinplastik 3“ im Landratsamt.
Künstler der Region zeigen ihre Ausstellung „Kleinplastik 3“ im Landratsamt. (Foto: Babette Caesar)
Schwäbische Zeitung
Babette Caesar

40 Kleinplastiken von 22 Künstlern bespielen die Ausstellungsfläche im Kreishaus 1 des Landratsamtes Ravensburg. Die am Freitagabend eröffnete Jahresausstellung 2018 des Verbandes Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg, Region Bodensee/Oberschwaben unter dem Motto „Kleinplastik 3“ wartet mit einer Auswahl figürlicher und abstrakter Werke der unterschiedlichsten Materialien auf. Sie zu erkunden, lohnt sich.

Zum dritten Mal präsentieren sich Künstler des Verbandes unter der Leitung von Rainer Anwander und Angelika Brackrock hier mit Kleinplastiken. Maximilian Eiden, Leiter des Kreiskultur- und Archiv-amtes Ravensburg machte in Vertretung von Kulturdezernent Joachim Simon deutlich, dass sich alle beteiligten Künstler auf dieses Medium geeinigt hätten. Auch, wenn einige unter ihnen in anderen Bereichen arbeiten würden.

Er nannte das Landratsamt einen ungewöhnlichen Ort für Kunst, handele es sich doch nicht um einen Ausstellungsraum. Dennoch, eine Auseinandersetzung mit der Kunst ist auch hier möglich. Nur anders, wenn Menschen kommen, um hier Alltagsgeschäfte zu erledigen und das möglichst zügig. Ob da noch Zeit für Kunst bleibt? Kunst gehört unter die Menschen, ist Eiden überzeugt, bietet sie doch viele Ansatzpunkte, um aus gewohnten Ansichten heraus zu finden.

Die aus Stuttgart angereiste Verbandsvorsitzende Jutta Stoerl Strienz vermittelte den Besuchern einen Einblick in die vielseitigen Aufgaben des Verbandes. Der Part, die ausgestellten Werke zu erläutern, kam Ernst Hövelborn vom Kunstverein Backnang zu. Er hat zusammen mit Andrea Dreher aus Ravensburg die Ausstellung kuratiert. Was die Spannung dieser Schau ausmacht, ist die Erkundung der verschiedenen angewandten Materialien. Die Palette reicht von Stein über Ton, von Holz über Kunststoffe, von Stahl über Textilien, von Andrea Kernbachs geschichteten Graupappen über Papiernes bis zu Draht und Vergoldungen.

„Jeder bringt etwas zum Ausdruck“, stellte Hövelborn seiner Werkbetrachtung voran. Es geht ums Sehen und Reflektieren, um künstlerische Aussagen. Das in Worte zu fassen , damit tat er sich nicht leicht. So macht die Bodenplastik „Eruption“ von MaRo Siegl den Auftakt. Sie ist wahrlich ein Eyecatcher in ihrer dunkelblauen, malerisch-gestischen Aufmachung.

Neben die tönernen „Figurinen“ von Annette Weber hat Barbara Ehrmann ihre Installation „Apnoe“ platziert. Hier konstrastieren unterschiedlich ausgerichtete Beziehungsgeflechte mit dem Wandobjekt von Brigitte Fuchs. Schemenhaft zeichnet sich eine weibliche Figur in einer rotbraunen Tonigkeit ab.

Im Unterschied dazu wirken Harald Björnsgards Eisenplastiken, Frank Teufels Steinbearbeitungen oder Rainer Anwanders Holzformen geradezu klassisch. Die Frauen in dieser Ausstellung würden sich künstlerisch mehr trauen als die Männer, die sich eher an einer Sprache festhielten, mutmaßte Hövelborn.

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