Erstes Magazin der Reihe „KulturGut“ erschienen

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Essen in der Region
Essen in der Region (Foto: KulturGut)

„KulturGut“ heißt eine neue Katalogreihe des Wirtschaftsmuseums Ravensburg, das die Kreissparkasse Ravensburg herausgibt. Dieses Magazin soll die traditionelle Jahresgabe des Geldinstituts ersetzen, die 1973 zum ersten Mal erschienen war. Der erste Band heißt „Kulinarik & Genuss“

Christian von der Heydt, der Direktor des Wirtschaftsmuseums, freut sich über die neue Kooperation. Denn das Magazin wird künftig die Sonderausstellungen des Hauses in der Marktstraße dokumentieren. In diesem Sommer spürte das Museum unter dem Titel „Kulinarik und Genuss“ den Fragen nach: Was essen die Menschen hier in der Region? Woher kommen die Produkte? Und wer stellt sie her?

Im Allgäu und in Oberschwaben kann man zurecht – wie das reich bebilderte über 70 Seiten starke Heft zeigt – stolz sein auf die Qualität der Speisen. Aufgegliedert in Themenblöcke wie Fleisch, Milch, Getreide, Gemüse und Obst kommen verschiedene Produzenten vom Konditor über den Sternekoch bis zur Biogärtnerin zu Wort. Im Buch gibt es dazu ausführliche Geschichten. Manfred Thierer erklärt, wie der Emmentaler nach Oberschwaben kam. Christian von der Heydt stellt Ralf Buchmann vor, der auch über die Probleme spricht, mit denen das Metzgerhandwerk heutzutage konfrontiert ist.

Der ehemalige Leiter des Humpis-Museums, Andreas Schmauder, blickt auf eine mittelalterliche Tafel. Dank einer erhaltenen Spesenabrechnung aus dem Jahr 1477 kann man bis auf das letzte Hühnerbein nachweisen, was die 40 bis 50 vornehmen Vertreter der Ravensburger Handelsgesllschaft im Gesellschaftshaus, dem heutigen Gasthof Mohren, verzehrt haben – unter anderem 21 Lämmer, 44 Hähne und 102 Hühner, 300 Vögel und 2800 Krebse. Gut, man muss dazu sagen: Das Essen zog sich über 34 Tage hin .

Bei der Gestaltung des Buches haben sich Marc Brandner und der Fotograf Markus Leser von der Ausstellungsarchitektur inspirieren lassen. Auch sie richten die Speisen wie die Informationen auf Tellern an. Museumsleiter von der Heydt legt übrigens Wert auf die Feststellung, dass keines der Gerichte – wie sonst in der Foodfotografie üblich – weggeworfen wurde. Alle seien ihrer ordungsgemäßen Bestimmung zugeführt worden. Eine anstrengende aber wohlschmeckende Buchproduktion.

Das nächste Magazin wird sich dem Thema der kommenden Sonderausstellung widmen: Moderne Gastarbeiter.

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