Endlich fertig: Haus der katholischen Kirche öffnet

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Das lichtdurchflutete Erdgeschoss im Haus der katholischen Kirche wird tagsüber geöffnet sein und Raum zum Ausruhen, Reden und
Das lichtdurchflutete Erdgeschoss im Haus der katholischen Kirche wird tagsüber geöffnet sein und Raum zum Ausruhen, Reden und Lesen bieten. (Foto: Lena Müssigmann)

Neue Angebote

Bis Februar steht das Veranstaltungsprogramm für das neue Haus der katholischen Kirche: Vorträge, ein Konzert und eine biblische Weinverkostung sind unter anderem angekündigt. Das Programm findet sich unter www.kath-rv.de und liegt vor Ort aus.

Ein Begegnungsraum im Erdgeschoss des Neubaus soll täglich geöffnet sein – dort gibt es laut Riedle Kaffee und Wasser gegen eine Spende, an einer Steckerleiste können Handys geladen werden, es gibt Platz zum Lesen, Ausruhen, Reden. Mittwochs von 11.30 bis 13.30 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr stehen ehrenamtliche Mitarbeiter als „Zuhörer“ für Gespräche zur Verfügung.

Das zentrale Pfarrbüro im Haus der katholischen Kirche hat ab 10. September folgende erweiterte Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr sowie Montag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.

Mit fast einem Jahr Verspätung öffnet am Sonntag das Haus der katholischen Kirche in Ravensburg. Grund für die lange Verzögerung waren unter anderem Mängel beim Brandschutz. Da noch rechtliche Auseinandersetzungen mit Unternehmen laufen, denen die Kirche Pfusch am Bau vorwirft, können die dadurch entstandenen Mehrkosten noch nicht beziffert werden.

Das Haus der katholischen Kirche sollte 4,7 Millionen Euro kosten. Im Oktober 2017 wurde es eingeweiht, aber am Tag darauf schon wieder geschlossen. Wegen der Mängel beim Brandschutz und dem Fluchtwege-Konzept war erst mal nicht daran zu denken, dass Gemeindemitglieder und Besucher ein- und ausgehen. Die Fehler mussten erst zeitaufwendig und teuer ausgebügelt werden.

Bei der Brandmeldeanlage fehlte es an der nötigen Vernetzung zwischen Rauchmeldern, Hausnotruf und automatischer Öffnung der Rauchabzüge, wie Pfarrer Hermann Riedle erklärt. Die Decken im gerade neu gebauten Gebäude mussten an 18 Stellen wieder geöffnet und zusätzliche Kabel verlegt werden.

Pfarrer bleibt trotz des Ärgers ruhig

Die Fluchtwege, die der Architekt festgelegt hatte, waren laut Riedle ebenfalls nicht ausreichend. Deswegen musste ein weiterer Notfall-Ausweg aus dem oberen Stockwerk gefunden werden – er führt jetzt durch das Treppenhaus des Altbaus. Damit im Erdgeschoss die Ausgangstüre frei ist, musste eine gerade neu eingezogene Wand wieder entfernt und das an dieser Stelle geplante Büro verlegt werden.

Richtig ärgerlich wirkt Pfarrer Riedle aber trotz der extremen Verzögerung nicht. „Wenn einmal der Wurm drin ist, dann halt richtig“, sagt er. Nun sei er froh, dass die Gemeinden das Haus endlich nutzen können. „Alles andere bekommen wir geregelt.“

Mit einem Unternehmen habe die Kirche wegen einer Auseinandersetzung um Mehrkosten in einer Schlichtung eine Einigung erzielt, sagt Riedle. Ob Fälle von Pfusch bei dem Bauprojekt vielleicht sogar vor Gericht landen, sei noch ungewiss. Daher könne er auch auch die Mehrkosten noch nicht genau benennen. Tragen müssen sie die beiden Ravensburger Kirchengemeinden Liebfrauen und St. Jodok sowie die Gesamtkirchengemeinde.

Weniger Platz, aber barrierefrei

Das neue Gebäude ist barrierefrei und behindertengerecht – anders als die Gemeindehäuser St. Jodok und Liebfrauen, die beide um 1970 eingerichtet wurden. Wer mit Rollstuhl oder Rollator kommt, hat es künftig leichter. Die Türen zum Haus öffnen sich automatisch, der 130 Quadratmeter große Gemeindesaal liegt im Erdgeschoss – bisher waren die größte Säle, die die katholischen Kirchengemeinden hatten, nur 80 Quadratmeter groß. Weitere Gemeinderäume im zweiten Stock des Neubaus sind mit dem Aufzug zu erreichen. Im ersten Stock befinden sich die Büros der Kirchenpflege.

Durch den Neubau ist die katholische Kirche in Ravensburg zusammengerückt und hat jetzt viel weniger Platz als bisher. Zuletzt standen der katholischen Kirche in Ravensburg 1000 Quadratmeter an sechs Standorten zur Verfügung, heute sind es nur noch 500 Quadratmeter an vier Standorten (Haus der katholischen Kirche, die Gemeindehäuser Liebfrauen/Heilig-Kreuz in der Nordstadt, St. Christina am Schornreuteweg im Osten der Stadt und Christ-König in der Südstadt). Riedle sagt dazu: „In den 70er-Jahren gab es viele Gemeindegruppierungen. Das ist seither zurückgegangen.“ Die Gemeindehäuser St. Jodok und Liebfrauen wurden verkauft. Beide Gemeinden haben ihr Domizil jetzt im Neubau. Dort wurden Pfarrbüros zusammengelegt und die Kirchenpflege kompakter als bisher untergebracht.

Welchen Platzbedarf die Kirche nach weiteren 50 Jahren hat, ist für Riedle schwer zu sagen. Die Büros im ersten Stock des Neubaus sind mit Trockenbau-Wänden voneinander getrennt, die leicht wieder entfernt werden können. So soll das Haus der katholischen Kirche laut Riedle mindestens die nächsten 50 Jahre oder noch länger für die Kirche nutzbar sein.

Am Sonntag, 9. September, wird nach dem Gottesdienst um 10 Uhr in der Liebfrauen-Kirche um 11.15 Uhr die Vernissage für eine Bilder-Ausstellung des Malers Karl J. Schaefer im Haus der katholischen Kirche stattfinden – sie soll den Start des Gemeindelebens im neuen Gebäude markieren.

Neue Angebote

Bis Februar steht das Veranstaltungsprogramm für das neue Haus der katholischen Kirche: Vorträge, ein Konzert und eine biblische Weinverkostung sind unter anderem angekündigt. Das Programm findet sich unter www.kath-rv.de und liegt vor Ort aus.

Ein Begegnungsraum im Erdgeschoss des Neubaus soll täglich geöffnet sein – dort gibt es laut Riedle Kaffee und Wasser gegen eine Spende, an einer Steckerleiste können Handys geladen werden, es gibt Platz zum Lesen, Ausruhen, Reden. Mittwochs von 11.30 bis 13.30 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr stehen ehrenamtliche Mitarbeiter als „Zuhörer“ für Gespräche zur Verfügung.

Das zentrale Pfarrbüro im Haus der katholischen Kirche hat ab 10. September folgende erweiterte Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr sowie Montag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr.

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