Eissporthalle bekommt bald einen neuen Namen

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Neue Perspektive: Eine Hintertorkamera gibt es künftig auch im Ravensburger Eissportstadion. Unser Bild zeigt die Towerstars-Spi
Neue Perspektive: Eine Hintertorkamera gibt es künftig auch im Ravensburger Eissportstadion. Unser Bild zeigt die Towerstars-Spi (Foto: Joachim Storch)
Schwäbische Zeitung

Für die Ravensburg Towerstars beginnt am 11. September die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Die Ravensburger planen mit einem Etat von zwei Millionen Euro, der vor allem durch Sponsoreneinnahmen und den Verkauf von VIP-Tickets zustande kommt. Das Eissportstadion wurde zur neuen Saison mit Kameras ausgestattet, die eine Wiederholung von Spielszenen auf einer LED-Wand möglich macht. Auch, was die Vermarktung des Hallennamens betrifft, ist der Eishockey-Zweitligist offenbar kurz vor dem Ziel.

„Unser Etat liegt nach wie vor bei rund zwei Millionen Euro“, sagt Towerstars-Geschäftsführer Rainer Schan. Und der sei auch notwendig, um in der DEL 2 eine gute Rolle spielen zu können. Denn mit den zwei Millionen gehört Ravensburg nach Einschätzung Schans nicht mehr zu den Topteams der Liga. Ganz vorne sei mittlerweile Frankfurt, das rund drei Millionen zur Verfügung hätte, auch Bietigheim und Bremerhaven seien finanziell besser aufgestellt als Ravensburg. „Wir liegen vielleicht an Platz fünf oder sechs in der DEL 2“, sagt Schan.

Rund die Hälfte des Etats kommt laut Schan aus Sponsoren-Einnahmen, etwa 25 Prozent aus dem Verkauf von VIP-Tickets im Stadion. Die restlichen 25 Prozent würden über normale Eintrittskarten und kleinere Posten wie Trikotverkauf etc. generiert. Daher sei man mittlerweile auch von Gesellschafter und Mäzen Peter Horne, der im Ravensburger Eishockey in den vergangenen Jahren vieles möglich gemacht hatte, weitgehend unabhängig. Mit den Firmen IFM Electronic, Argo Personal und MLP habe man drei neue, größere Sponsoren gewinnen können. Dennoch brauche man nach wie vor ein paar „Eishockeyverrückte“ im Kreis der Sponsoren und Gesellschafter wie eben Horne, die einspringen, wenn finanzielle Not am Mann ist.

FV Ravensburg keine Konkurrenz

Keine Konkurrenz sieht Schan weiterhin im zuletzt erstarkten FV Ravensburg, der nach dem Aufstieg in die Fußball-Oberliga mittlerweile mehr Zuschauer und Sponsoren anzieht. „Es gibt viele, die beide Sportarten unterstützen“, sagt Schan. „Ich glaube, dass die Region das Potenzial hat für Eishockey und Fußball“. Schan glaubt sogar, dass die beiden Vereine künftig zusammenarbeiten könnten, wenn es etwa um den Ausbau der Infrastruktur geht. „Zwei starke Sportvereine können gegenüber der Stadt ganz anders auftreten.“ Für beide Vereine gelte, dass sie bei weiterem sportlichem Erfolg, die Infrastruktur ausbauen müssten.

Auch in der neuen Saison gibt es die sogenannte Familientribüne im Eissportstadion, für die Eltern mit ihren Kindern vergünstigte Tickets bekommen. Sie wurde den Towerstars wieder von der Stadt Weingarten zur Verfügung gestellt und bietet 118 Sitzplätze. Damit hat das Stadion eine Kapazität von 3418 Zuschauern pro Heimspiel. Vor der Halle gibt es wieder einen Fanbereich, der durch Bauzäune abgesperrt ist, mit mehreren Verpflegungsständen. Für diese „Hütten“ muss jetzt aber laut Schan ein Bauantrag gestellt werden.

Eine große Neuerung gibt es in der neuen Saison: Das Spiel wird künftig mit je zwei Hintertorkameras, sowie Kameras über den Toren und einer über der dem Mittelkreis aufgezeichnet. Damit kann nur wenige Sekunden nach einem Tor die Wiederholung auf einer LED-Wand gezeigt werden. In den Pausen soll es die Höhepunkte des vorangegangenen Drittels zu sehen geben. Dazu mussten nicht nur die Kameras, sondern auch eine neue Software installiert werden. Laut Schan waren Investitionen im fünftstelligen Bereich notwendig. Hintergrund der Anschaffung ist der sogenannte Videobeweis, der ab der Saison 2016/2017 Pflicht ist in der DEL 2. Die Towerstars haben das System bereits jetzt angeschafft. In dieser Saison dürfen jedoch laut Reglement strittige Situationen nicht gezeigt werden.

Einen Schritt weiter sind die Towerstars offenbar, was die Vermarktung des Hallennamens betrifft. „Wir haben einen Interessenten, der den Hallennamen gekauft hat“, sagt Schan. Es handle sich um ein Firmenkonstrukt, wie genau die Halle heißen soll, stehe noch nicht fest. Den Towerstars bringt der Name einen sechsstelligen Betrag. Der neue Name soll schon bald auf der Eissporthalle stehen, wie auch immer er lautet, für Schan ist klar: „Wir freuen uns, wenn es wieder los geht.“

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