Eine Stadt in der Stadt: Die Oberschwabenschau startet am Samstag

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Am 12. Oktober startet die Oberschwabenschau.
Am 12. Oktober startet die Oberschwabenschau. (Foto: Oberschwabenschau)

Nach vier Wochen Aufbauzeit ist auf dem 40.000 Quadratmeter großen Gelände rund um die Oberschwabenhalle und auf den 3000 Quadratmetern in der Halle selbst wieder eine kleine „Stadt in der Stadt“ entstanden.

Am Samstag, 12. Oktober, 9 Uhr, startet die 52. Ausgabe der Oberschwabenschau. Die größte Verbraucher- und Landwirtschaftsmesse im Südwesten geht mit rund 600 Ausstellern an den Start.

Dass ein Rundgang übers Messegelände „besser ist, als vom Sofa aus übers Internet zu bestellen“, steht für Messeleiter Stephan Drescher außer Frage. Biete die Oberschwabenschau doch mehr als reine Produkte – die übrigens von Kehrmaschinen über Kreissägeblätter, Entsafter, Heizkessel, Blockhäuser und Mulchgeräte bis hin zu Fütterungspumpen und Forstmaschinen, zu Beckenrandbürsten, Schleppern, Schinken, Speck und Soßen reichen.

Dort könne man all all die Dinge „sehen, hören, schmecken, riechen, tasten“ und sich darüber hinaus noch mit Menschen unterhalten. Jedenfalls kämen jährlich rund 95 000 Besucher aus Oberschwaben und dem Allgäu zur Oberschwabenschau nach Ravensburg – bis nach Vorarlberg und Südtirol reiche mittlerweile das Einzugsgebiet, so Drescher.

Der mit dem größten Publikumsmagneten aus dem Veranstaltungspaket der Live-in-Ravensburg GmbH auch in Zeiten wachsenden Online-Handels nicht ans Aufhören denkt: „Ein Ende ist nicht in Sicht.“ Stattdessen habe man das kunterbunte „Blumenstrauß“-Angebot, das den Spagat zwischen Fach- und Verbrauchermesse schaffe, Zug um Zug um Service- und Infobereiche, Kinderprogramm, Still- und Wickelmöglichkeiten und zahlreiche Drumherum-Angebote wie Vorträge, Workshops oder Podiumsdiskussionen aufgestockt.

Wir gehen innovativ mit aktuellen Themen um.

Stefan Jäger, Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben

Wie die Vertreter der lokalen Landwirte bei einer Pressekonferenz versicherten, will man auch das momentan heiße Thema Volksbegehren „Artenschutz – Rettet die Bienen“ nicht aussparen. Unter anderem beim Agrarfachtag am Mittwoch, 16. Oktober, der heuer nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr zum zweiten Mal über die Bühne geht, steht in einer Podiumsdiskussion das Volksbegehren auf der Agenda.

Vertreter von Grünen, BUND Baden-Württemberg, Landkreis Ravensburg und hiesige Landwirte erläutern ihre Sicht der Dinge. Wobei Stefan Jäger, Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes Allgäu-Oberschwaben, im Vorfeld der Oberschwabenschau, erklärt: „Wir stellen uns aktuellen Themen und gehen innovativ damit um.“

Den Landwirten sei daran gelegen, ins Gespräch mit der Bevölkerung zu kommen – wollen sie doch mehr sein als nur der Traktorfahrer, hinter dem man bisweilen herfahren muss, über den man sich laut Jäger womöglich aufrege – „ohne dass man eine Ahnung hat, wer da eigentlich drauf hockt.“

Landwirtschaftsminister Peter Hauk spricht

Auch Albrecht Siegel, Leiter des Landwirtschaftsamtes im Ravensburger Landratsamt, bedauert die stetige „Entfremdung“ zwischen Bürgern und Landwirten. Nicht zuletzt deshalb versuche man, in Halle 9 landwirtschaftliche Themen so anschaulich wie möglich darzustellen. Auch Siegel betont mit Blick auf das Volksbegehren, gegen das sich die meisten Landwirte der Region wenden: „Wir sind biologisch vielfältig aus Tradition.“

Würde man nicht nachhaltig wirtschaften, „wäre die Landwirtschaft in der Region längst ausgestorben“. Am ersten Messesonntag, 13. Oktober, um 10.30 Uhr, steht zudem wieder die Bauernkundgebung auf dem Programm. Dabei spricht der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk ab 10.30 Uhr in Halle 8 über Klimaschutz.

Ums Thema Klimaschutz geht es auch bei der Energieagentur, die ebenfalls auf der Oberschwabenschau mit von der Partie ist. Dort will Geschäftsführer Walter Göppel rüberbringen, wie jeder ein bisschen mehr für die Energiewende tun kann. Beispielsweise, indem er sich ein Mini-Solarmodul an den Balkon montiert, mit dem man rund 20 Prozent seines eigenen Stroms gewinnen und das man im Falle eines Umzugs mitnehmen könne.

Göppel ist sich sicher: „Im Mittleren Schussental könnten wir bis zu 50 Prozent unseres Strombedarfs mit der Sonne decken.“ Details gibt’s am Stand der Energieagentur in Halle 1.

Für die Ravensburger ist die Eröffnung der Oberschwabenschau wieder an den Bürgerempfang in Halle 2 gekoppelt: Dieser beginnt am Samstag, 12. Oktober, 11 Uhr. Neben Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp spricht bei diesem Anlass auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobel.

Parkmöglichkeiten rund um die Oberschwabenhalle.
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