Eindrucksvolle Darbietungen zum Jubiläum

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Das Ravensburger Welfen-Gymnasium feierte 125-jähriges Bestehen im Konzerthaus. Zur Auflockerung gab es lustige Vorführungen. (Foto: Mara-Lina Langbehn)
Schwäbische Zeitung
Mara-Lina Langbehn

Auf seine 125-jährige Geschichte hat das Ravensburger Welfen-Gymnasium am Wochenende zurückgeblickt. Nachdem die Feierlichkeiten zum Geburtstag am Freitagmorgen mit einem ökumenischen Gottesdienst eingeleitet worden waren, fand am Abend der offizielle Festakt im Konzerthaus ausschließlich für geladene Gäste statt. Zu diesen zählten unter anderem Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp, die beiden ehemaligen Schulleiter Horst Mendler und Christfried Bartels, Vertreter des Oberschulamts, aktuelle und ehemalige Schulsprecher und Lehrer sowie engagierte Eltern.

Zu den wenigen aktuellen Schülern, die der Feier beiwohnen durften, gehörten die Mitglieder des Schulchors. Einer von ihnen ist Tobias Beck. „Ich bin sehr stolz, ein Welfenschüler zu sein und dass ich heute Abend dabei sein darf, ist eine große Ehre für mich. Ich habe sogar schon ein paar ehemalige Lehrer getroffen, die ich in der Unterstufe mal hatte“, sagte der 17-Jährige.

Hauptorganisatorin des Festakts war Christine Endres. „Die letzten Tage waren sehr anstrengend. Wir haben viel geprobt aber zum Glück konnte ich mich immer auf meine engagierten Kollegen verlassen“, verriet die Musiklehrerin. Los ging es um mit einem Sektempfang. Pünktlich um 19.30 Uhr füllte sich dann der Saal, auf dessen Bühne nur ein schwarzer Flügel stand und davor vier Stühle. Auf diesen nahm kurz darauf ein Streichquartett Platz und eröffnete die Feier. Alle musikalischen Beiträge des Abends stammten von aktuell oder ehemals am Schulalltag Beteiligten.

Die Moderation übernahmen Bodo Klose, ehemals Welfenschüler, und Antonia Fuchs, Abiturientin. In den Rollen berühmter Paare der Literaturgeschichte – zum Beispiel Romeo und Julia oder Tom Sawyer und Huckleberry Finn – führten sie passend zum Motto „Das Welfen – Schule mit Charakter“ humorvoll durch den Abend. So durfte Schulleiter Wolfram Freitag seine Eröffnungsrede nach einer amüsanten Anmoderation durch Robinson Crusoe und seinen Freund „Freitag“ halten.

Nach einer eindrucksvollen Darbietung des Schulchors begab sich Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp auf die Bühne. Er sprach von „einem Anlass zur Freude für die Stadt Ravensburg als Schulträger“. Und nach einer weiteren musikalischen Einlage folgte einer der Höhepunkte des Abends, die Festrede von Ursula Ott, ehemals Abiturientin am „Welfen“ und heute stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift Chrismon und Chefredakteurin von evangelisch.de. Sie ging auf die Bedeutung von Bildung und Erziehung damals wie auch heute ein und reflektierte dabei auf witzige Weise ihre eigene Schulzeit am Welfen-Gymnasium.

In der anschließenden Pause, wurden die Gäste kulinarisch verwöhnt und hatten die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Einer der Ältesten unter ihnen war Max Schraube, der verantwortliche Architekt für den 1968 fertiggestellten Neubau des „Welfen“. „Es ist etwas Besonderes für mich, heute hier dabei zu sein, denn zusammen mit meinen Mitarbeitern habe ich ja einen Teil der Schulgeschichte mitgeschrieben“, sagte der 85-Jährige.

Nach dem eher offiziellen ersten Teil ging es nach der Pause aufgelockert weiter. Moritz Hermann hielt die Schülerrede und Deutsch- und Sportlehrerin Daniela Deginder nahm die Gäste mit auf einen „Streifzug durchs Kollegium“. Als schwäbischer „Welfen-Geist“ verkleidet, verpackte sie die Namen ihrer Kollegen in eine urkomische Rede.

Zum Ende der Veranstaltung versammelten sich einige Lehrer auf der Bühne und bildeten mithilfe von Buchstaben-Plakaten zu passender Musik Wortkonstellationen zum Thema „Welfen“.

In dreieinhalb sehr kurzweiligen Stunden, in denen viel gelacht und geklatscht wurde, präsentierte sich das Welfen-Gymnasium wirklich als „Schule mit Charakter“ und feierte sich und alle Beteiligten gebührend anlässlich seines 125. Geburtstags.

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