Ehrenamt-Messe übertrifft Erwartungen

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Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp und Landtagsabgeordneter Manne Lucha (von links) informierten sich am Stand des Stadt
Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp und Landtagsabgeordneter Manne Lucha (von links) informierten sich am Stand des Stadt (Foto: Felix Kästle)
Martina Kruska

Mit Infoständen von 120 Vereinen und Einrichtungen, einem bunten Rahmenprogramm sowie Vorträgen zum Thema Ehrenamt lockte die erste Ravensburger Ehrenamt-Messe am Sonntag unzählige Besucher in die Oberschwabenhalle.

Mit drei Salutschüssen der Ravensburger Bürgerwehr vor der Prominentenriege mit Oberbürgermeister Daniel Rapp, Gisela Erler und weiteren Vertretern politischer Gremien wurde kurz vor 11 Uhr die bislang größte deutsche Ehrenamt-Messe eröffnet.

Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, zeigte sich nach einstündigem Messerundgang „total beeindruckt von der Wucht des hiesigen ehrenamtlichen Angebots“. Schon in ihrer Ansprache hatte sie das überaus bunte und vielfältige ehrenamtliche Engagement in Ravensburg hervorgehoben.

Das Organisationsteam der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement um Sophie Bader und Susi Bentele zeigte sich vom unerwartet großen Besucherandrang überwältigt. Vor allem am frühen Nachmittag bildeten sich immer wieder Staus in den Gängen zwischen den Ständen.

Ein junger Afrikaner vorm Stand des Arbeitskreises Asyl berichtete lachend, wie dankbar er sei für die große Unterstützung der Vorsitzenden Barbara Missalek. „Alle Flyer sind weg“, so deren Antwort auf die Frage, ob sich der Einsatz am Sonntag gelohnt habe. Und: „Der Papst und Lampedusa haben ein Umdenken eingeleitet.“

Paten werden gesucht

Mit einem eindrucksvollen Hilferuf warb der Ambulante Kinderhospizdienst Amalie, der sich für von Sterben und Tod betroffene Kinder einsetzt, um Ehrenamtliche. „Wir können nur helfen, wenn Sie uns helfen.“ Gesucht werden Paten, die – nach entsprechender Schulung – einen Teil ihrer Zeit schwer erkrankten Kindern und deren Familien schenken, oder in einer Kinder-Trauergruppe mitarbeiten möchten.

Gaby Dietrich vom Städtepartnerschaftsverein „Die Brückenbauer“ knüpfte erfolgreich Kontakte zu den Pfadfindern während ihres Messerundgangs. „Wir brauchen unbedingt jugendlichen Nachwuchs. Toll, dass nun eine Zusammenarbeit mit den Pfadfindern möglich scheint.“

Auch bei der Stammzellen-Typisierung der Johanniter und der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) herrschte reges Treiben. Vor allem junge Menschen ließen sich dort von vier Ehrenamtlichen der Johanniter Blut abnehmen. „Das Kind einer Kollegin ist an Leukämie erkrankt“, so Robert Ibele, 28, der gerade seinen Arm zur Blutentnahme ausstreckte. „Mir erscheint die Typisierung ohne Risiko, ich möchte gern helfen!“ Und wie es ist, wenn durch einen Stammzellenspender neues Leben geschenkt wird, erzählten die Eltern der elfjährigen Lara Herde, die mit dreieinhalb Jahren durch eine Knochenmarkspende gerettet werden konnte. Heute kickt sie voller Freude im Fußballverein Blitzenreute und ist mit ihrer Stammzellenspenderin, deren Adresse die Eltern nach zwei Jahren erfahren haben, eng befreundet.

Hüpfburg und Rettungsfahrzeuge der Johanniter, die große Kletterwand der Bergwacht, das Kinderschminken im Raum der Wahloma-Kinderbetreuung, all das faszinierte die Kinder, deren Eltern über die Messe schlenderten oder von der Tribüne aus die Tanz-, Theater- und Musikdarbietungen bestaunten.

„Das hat sich gelohnt“, meinte Birthe Tilmann, 28, beim Verlassen der Oberschwabenhalle. „Man kennt Feuerwehr, DRK und andere große Organisationen, aber für alles, was so im Hintergrund ehrenamtlich passiert, wurden einem hier die Augen geöffnet. Großartig.“

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