Dynamisches und ansteckendes Gotteslob

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Schwäbische Zeitung

Jugendchöre bringen eine frische Dynamik ins kirchenmusikalische Leben. Spürbar geworden sei dies beim Sechsten Diözesanen Jugendchortag am 29. September in Ravensburg, teilt die Katholische Seelsorgeeinheit Ravensburg Mitte mit. 350 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von etwa 30 Chören trafen sich einen Tag lang, um miteinander zu üben, an Chorstimmen zu feilen, Spaß zu haben und einen grandiosen vom Gotteslob erfüllen Gottesdienst mit Weihbischof Thomas Maria Renz in der Christkönigskirche zu feiern.

„Lift your voice“ lautete das Motto des Treffens. Ja, ihre Stimmen erhoben die jungen Sänger mit einer Freude, die ausstrahlt und ansteckt. Monatelang hatten sie auf diesen Tag hingearbeitet und die Lieder im 44-seitigen Chorheft einstudiert. Ende September mündete das Üben in ein gemeinsames Fest. Aus Ravensburg dabei war der Jugendchor der Liebfrauengemeinde. Den Leitern der Chöre galt der Dank von Diözesanmusikdirektor Walter Hirt, der das Amt für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart leitet. „Ihr investiert in die Zukunft der Kirche, denn eine lebendige Kirche braucht Musik“, sagte er. Die kirchliche Chorarbeit biete „einen spirituellen Mehrwert“.

Frische und Dynamik des Chortages dürften aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass kirchliche Jugendchöre es nicht leicht haben, sagt er im Gespräch am Rande des Treffens. Waren vor 15 Jahren rund 1000 Teilnehmer beim Jugendchortag, sei die Zahl von 500 vor drei Jahren dieses Mal erneut gesunken. Den Hauptgrund sehe er im achtjährigen Gymnasium. Beim vielen Nachmittagsunterricht bleibe kaum Zeit für außerschulische Aktivitäten. Begeistert ist Hirt, dass die meisten der Jugendlichen bereits von Kindesbeinen an im Chor singen. Zum Chorleben zählten auch Chorfreizeiten und Unternehmungen.

Sein Kollege Thomas Gindele war der Musikalische Leiter des Tages. Mit Elan und Freude dirigierte er beim Gottesdienst neben den 350 vereinigten Chören auch die Solisten und die Drei-Mann-Band aus Göppingen. Thema des Gottesdienstes war das Lied „Leichtes Gepäck“ von Silbermond. Schwester Marie-Therese Bühler von der Ravensburger Jugendkirche Joel erklärte die Symbolik des Textes: „Wir belasten uns mit zu vielen materiellen Dingen, die wir eigentlich gar nicht brauchen.“ Als Zeichen dafür, dass man diesen Ballast auch bei Jesus abgeben könne, gingen die Gottesdienstbesucher zum Altar und legten Steine in Körbe – nach den Fürbitten wurden gasgefüllte Luftballone an die Körbe gebunden.

Weihbischof Renz griff das Lied von Silbermond auf. Pilger speckten auf langen Wegen immer wieder Gepäck und kämen mit weniger aus. Auch den seelischen Ballast aus Ängsten und schmerzlichen Erfahrungen könne man loswerden – zum Beispiel in der Beichte durch die Zusage Jesu: „Du bist entlastet, deine Sünden sind dir vergeben.“

Der Weihbischof war sichtlich begeistert von der Atmosphäre des Gottesdienstes, als er sagte: „Ich danke euch für den Einsatz eurer Freizeit. Das Singen tut euch gut und den Menschen, für die ihr singt.“ Zahlreiche Helfer aus Ravensburg unterstützten das Treffen: die Jugendkirche Joel, der Chor der Liebfrauenkirche sowie die Klösterle-Schule, wo das Mittagessen und eine Luftballonaktion stattfanden.

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