Dutzende Autofahrer ignorieren Einbahnstraße

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Die Einbahnregelung in der unteren Holbeinstraße in Ravensburg wird vielfach von Autofahrern ignoriert. Anwohner ärgert das gew
Die Einbahnregelung in der unteren Holbeinstraße in Ravensburg wird vielfach von Autofahrern ignoriert. Anwohner ärgert das gewaltig. (Foto: Kai Lohwasser)
Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Die Einbahnregelung in der unteren Holbeinstraße in Ravensburg wird von vielen Autofahrern ignoriert. Sie fahren einfach entgegen der erlaubten Richtung. Anwohner zählten dort bis zu 150 Verstöße pro Tag. Da es im weiteren Verlauf zudem gefährliche Bereiche für Fußgänger gibt, fordern Anwohnern nun, dass die Stadt in der Straße etwas unternimmt.

Seit 2012 wendet sich Oliver Greuling immer wieder an die Ravensburger Stadtverwaltung, um auf die Gefahrenpunkte vor seiner Haustür aufmerksam zu machen. Bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Der Lehrer ist daher Anfang des Jahres losgezogen und sammelte Unterschriften von Nachbarn, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, dass die Stadt an dieser Stelle etwas tun müsse. Fazit: Nur ein Anwohner wollte nicht unterzeichnen, 66 weitere hingegen taten es. Mit ihrer Unterschrift unterstützen sie die Forderung, dass gegen Falsch- und Schnellfahrer etwas unternommen wird.

Seit Herbst 2014 Einbahnstraße

Im Herbst 2014 hatte die Stadt zwischen dem sanierten Platz an der Kreuzung Holbein-/Raueneggstraße, wo Kinderspielgeräte stehen, und der Brunnenstube eine Einbahnregelung eingeführt. Seither dürfen Autos in diesem Bereich nur noch bergauf fahren. Bereits ein Jahr danach klagte Stadtrat Jürgen Hutterer im Gemeinderat darüber, das zwischen Holbeinstraße 11 und 15 dennoch vielfach verbotenerweise bergabwärts gefahren werde – auch nachts und mit hoher Geschwindigkeit.

Diese Beobachtungen kann Oliver Greuling nur bestätigen. „Täglich fahren hier nach Zählungen von Anwohnern bis zu 150 Autos entgegen der erlaubten Richtung durch die Einbahnstraße. Selbst bei konservativer Schätzung sind das über 35 000 Fahrzeuge im Jahr“, sagt er. Greuling fordert daher von der Stadt und der Polizei, diesen verbotenen Schleichverkehr durch massive Kontrollen endlich abzustellen.

Doch das ist noch nicht alles: Im unteren Bereich der Holbeinstraße, zwischen Rauenegg- und Leonhardstraße, gibt es nach Aussage der Anwohner ebenfalls permanent Probleme mit Autofahrern. Seit der Sanierung ist dieser Abschnitt dank seiner starken Neigung und des neuen Fahrbahnbelags geradezu eine Einladung zum Schnellfahren – und das, obwohl er sehr schmal und unübersichtlich ist. Auch die hier zulässige Höchstgeschwindigkeit von sieben Kilometern in der Stunde und die Tatsache, dass es keine Fußgängerwege gibt, hält Autofahrer nicht vom Rasen ab.

Gefahr für Fußgänger und Autos

„Es gibt keinen Bürgersteig, die Kinder auf dem Schulweg nach St. Christina gehen hier genauso auf der Straße wie die vielen Fußgänger, die in die Altstadt wollen“, sagt Oliver Greuling. Daher komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern und Autos. Weise man Raser auf ihr Fehlverhalten hin, werde man angepöbelt oder richtiggehend beleidigt.

Die Anwohner fordern daher von der Stadt, diese gefährliche Situation zu entschärfen. Als Vorschläge nennen sie regelmäßige Radarmessungen sowie eine bauliche Lösung, die zum Langsamfahren zwingt.

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