Durch den Leutkircher Überraschungssieg ist der FV II gewarnt

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 Eine Szene aus dem WFV-Pokalspiel, das Leutkirch mit 3:1 gewann: Malick Dambel (FCL, links) gegen Ravensburgs Tom Öhler.
Eine Szene aus dem WFV-Pokalspiel, das Leutkirch mit 3:1 gewann: Malick Dambel (FCL, links) gegen Ravensburgs Tom Öhler. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Die U23 des FV Ravensburg empfängt in der Fußball-Landesliga am Sonntag (15 Uhr) den FC Leutkirch. Die Ravensburger sind gewarnt: Mit dem 3:1 gegen den FV Rot-Weiß Weiler haben die Leutkircher jüngst bewiesen, dass bei ihnen von Resignation im Abstiegskampf keine Rede sein kann.

Leutkirchs Trainer Bruno Müller hat seine Spieler in die Pflicht genommen – die Sprach- und Denkregelung ist klar: „Vorbei ist es erst, wenn rechnerisch wirklich nichts mehr geht.“ Mit dieser Einstellung haben sich die Leutkircher wieder auf vier Punkte an Platz zwölf herangekämpft. Müllers Appell geht aber sowieso noch weiter und richtet sich in die Zukunft: „Wie wir aus dieser Saison herausgehen, gehen wir in die nächste Saison hinein.“ Also: Egal ob’s zurück in die Bezirksliga geht oder doch noch der Klassenerhalt in der Landesliga gelingen sollte – die Zügel schleifen zu lassen, ist keine Option.

Mit der Leistung beim knappen 0:1 in Berg und dem Sieg gegen Weiler haben die Spieler des FCL unterstrichen, dass sie ihrem Trainer folgen. Nominell war das 3:1 im Allgäu-Derby sicher der größte Erfolg der Saison – davon will Bruno Müller aber nichts wissen: „Unser größter Erfolg ist, dass sich die Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt hat. Wir sind mit der Relegation und vielen verletzten Spielern ja im letzten Sommer mit einer großen Hypothek gestartet.“

Apropos letzter Sommer: das Duell zwischen dem FCL und der U23 des FV Ravensburg hat es in dieser Saison bereits zweimal gegeben – nach Siegen steht es ausgeglichen 1:1. Erst hatte Leutkirch im Pokal die Nase vorn, dann revanchierten sich die Ravensburger in der Liga.

Bozoglu ragt heraus

Beim FV steht mittlerweile ein neuer Trainer an der Seitenlinie, aber auch Gerhard Grünhagel kennt die Qualitäten des FCL bereits aus eigener Anschauung: „Die Leistung der Leutkircher in Berg war einfach gut. Sie haben einen der besten Torhüter der Liga in ihrer Mannschaft und zwei starke Stürmer.“ Mit Can Bozoglu ragt einer heraus: Mit zwölf Treffern steht er aktuell auf Rang vier der Landesliga-Torschützenliste. Die Bilanz nach der Winterpause spricht für sich: In sieben Einsätzen hat Bozoglu sechsmal getroffen.

Es ist also eine echte Aufgabe für die Ravensburger Abwehr, die Offensive des FCL in Schach zu halten. Zuletzt fehlte der FV-Viererkette die Stabilität – beim FC Mengen gab es gleich vier Gegentore. „Wir hatten einfach zu viele Ausfälle“, erklärt Trainer Gerhard Grünhagel das 1:4. „Ich musste die Innenverteidigung schon wieder neu formieren und auch auf der Sechs neu aufstellen.“ Jede Woche neu denken zu müssen, bleibt die Konstante beim Coach der U23 der Ravensburger – der FV II bringt es schon wieder auf die beeindruckende Zahl von 37 über die Saison hinweg eingesetzten Spielern. Ob es für das wichtige Spiel gegen Leutkirch Verstärkung aus der ersten Mannschaft gibt, wird Grünhagel trotz der weiter bedrohlichen Lage im Abstiegskampf wieder erst kurzfristig erfahren: „Ich werde wohl erst am Samstagabend wissen, ob Sebastian Mähr und Steffen Wohlfarth zur Verfügung stehen.“

Der Coach hofft für die Partie gegen den FCL auf eine Rückkehr von Christian Barth – ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Ziel, das Offensivspiel der Mannschaft wieder temporeicher und präziser zu machen.

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