Duale Hochschule bildet in 30 Jahren rund 3000 Touristiker aus

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Wie hier beim 10. Tourismustag erwarten die Besucher auch bei der elften Auflage kulinarische Überraschungen von den Studierende
Schwäbische Zeitung

Seit 30 Jahren bildet die Duale Hochschule Baden-Württemberg, vormals Berufsakademie, in Ravensburg Touristiker verschiedenster Couleur aus. Fast 3000 Absolventen arbeiten inzwischen in allen Bereichen des Tourismus – ob im internationalen Konzern oder im oberschwäbischen Familienunternehmen.

„Braucht die Tourismusbranche wirklich so viele Akademiker?“ Als das Tourismusstudium an der einstigen Berufsakademie in Ravensburg vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, wurde diese Frage kontrovers diskutiert. Heute seien die kritischen Stimmen verstummt. Den 19 Pionieren vom ersten Kurs folgten bis heute fast 3000 Absolventen, informiert die Duale Hochschule Ravensburg im Presseschreiben. Die Absolventen arbeiten im Kurort und im Freizeitpark, im Vorstand von Reisebürokooperationen, bei Messen, als Hoteldirektoren oder in der Gastronomie. Sie leiten die Geschicke von Schloss Sigmaringen oder der Insel Mainau wie Gräfin Sonja Bernadotte genauso wie sie sich um das Wohl der Urlauber im Robinson Club kümmern. Und auch bei der EADS vertraut man bei der Vermarktung von Satellitenbildern auf die Geschicke eines Touristikers aus der Ravensburger Schule. Eine betriebswirtschaftliche Ausbildung eröffne viele Möglichkeiten.

Aufgrund der Ausweitung der Tourismusbranche sind dem Studiengang der ersten Stunde inzwischen weitere gefolgt sind: Aktuell lehren zehn Professoren und mehr als hundert Lehrbeauftragte Destinations- und Kurortemanagement, Freizeitwirtschaft, Hotel- und Gastronomiemanagement sowie Reiseverkehrsmanagement. Dazu kommt das Messe-, Kongress- und Eventmanagement.

Vor 30 Jahren hatten die Ravensburger als erste Berufsakademie in Deutschland einen Tourismusstudiengang angeboten, so die Pressemitteilung. Seitdem erhalten die Studenten eine betriebswirtschaftliche Ausbildung mit touristischem Schwerpunkt, die gleichermaßen auf Theorie und Praxis setzt – auf drei Monate Studium folgten drei Monate im Betrieb. Und sogar im Ausland habe Ravensburg einen guten KIang – Studierende aus den USA, Namibia, Ecuador und natürlich aus der Schweiz und aus Österreich holen sich in Oberschwaben ihr touristisches Rüstzeug. Selbstverständlich ist da, dass die Studierenden auch an ausländischen Hochschulen studieren können.

In 30 Jahren ist in Ravensburg auch so manches Lehrbuch entstanden, an dem sich die Studierenden orientieren können. In der bereits sechsten Auflage etwa „Reiseveranstaltung“ von Professor Jörn Mundt und in der siebten Auflage „Management in Hotellerie und Gastronomie“ von Professor Karl Heinz Hänssler. Nicht nur die rund 150 Studienanfänger pro Semester in Ravensburg profitieren davon. Darüber hinaus sind die Ravensburger Professoren immer wieder gefragt, wenn es um Gutachten geht. So manche Kommune bekam da Schützenhilfe in Sachen Tourismusentwicklung, aber auch der Bundestag profitierte von den Expertisen. Immer wieder kommen auch Interessierte aus dem Ausland, aus Kolumbien, Weißrussland oder Mittelamerika, um sich über das Ravensburger Studienmodell zu informieren.

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