Diese Schäden verursacht Sturmtief Eberhard im Südwesten

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Das Sturmtief Eberhard fegt über den Bodensee hinweg und sorgt für Wellengang. (Foto: Jakob Fandrey)
Deutsche Presse-Agentur
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Sturmtief Eberhard fegte am Sonntag über den Südwesten hinweg. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte davor, ins Freie zu gehen. „Die Bevölkerung mit schweren, ja orkanartigen Böen rechnen“, sagte Meteorologe Clemens Steiner am Sonntagmorgen. Nicht bloß im Bergland, sondern in allen Bereichen des Südwestens müsse mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde gerechnet werden. Die Gefahr vor herumfliegenden Gegenständen sollte jeder Ernst nehmen, so Steiner.

In Langenargen am Bodensee braut sich was zusammen: Das Sturmtief Eberhard fegt über die Region hinweg. (Foto: Jakob Fandrey)

In Stuttgart mussten die Helfer wegen des Sturms und Orkanböen zu mehreren Einsätzen ausrücken, wie die Polizei mitteilte. Unter anderem stürzte ein größeres Blechteil von einem Dach auf drei Autos. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. In Weil der Stadt (Kreis Böblingen) drohte, wegen des Sturms ein Baugerüst einzustürzen. Die Feuerwehr rückte an und baute das Gerüst aus Sicherheitsgründen ab.

Die Bevölkerung mit schweren, ja orkanartigen Böen rechnen.

Meteorologe Clemens Steiner

In Steinheim (Kreis Ludwigsburg) fiel ein Baum auf ein Haus und eine Stromleitung. In Backnang (Rems-Murr-Kreis) stürzte wegen des Sturms ein alter Kastanienbaum um und fiel auf ein Haus. Auch hier sei niemand verletzt worden. Es sei jedoch eine größere Bergungsaktion erforderlich gewesen, hieß es.

Die Bahn meldete am Sonntagnachmittag über Twitter, „dass die Diesel-betriebenen Züge aufgrund der aktuellen Unwetterwarnungen mit vorhergesagten Starkregen und Orkanböhen nur mit vermindeter Geschwindigkeit verkehren.“ Reisende mussten daher mit Verspätungen rechnen.

In Rainau-Buch bei Aalen stürzte ein Baum auf die Oberleitung der Bahngleise und in Wasseralfingen (ebenfalls im Landkreis Aalen) wurde ein geparktes Auto unter einem Baum begraben. 

In Nordrhein-Westfalen wurde der gesamte Zugverkehr eingestellt, wie die Deutsche Bahn am Sonntagnachmittag mitteilte. In Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) mussten Züge zeitweise stoppen, nachdem Bäume oder Gegenstände auf Schienen gestürzt waren und diese blockierten. Mittlerweile ist die Strecke wieder frei.

Aufgrund eines umgestürzten Baumes auf den Bahngleisen bei Ellwangen kam es auf der Strecke zwischen Aalen und Ellwangen zu Verpsätungen und Zugausfällen. Zwei Busse wurden bereitgestellt, die zwischen den beiden Städten pendelten.

Auch zahlreiche Funken wurden wegen des Sturms in der Region abgesagt. Darunter das Funkenfeuer in Ravensburg, Mengen und Spaichingen. In Wangen im Allgäu und in Heimholz bei Lindau ließ man sich trotz des Sturms das Funkenfeuer nicht nehmen.

Die Feuerwehr Erolzheim (Landkreis Biberach) wurde zu einem Einsatz gerufen, weil ein Baum auf ein Hausdach gestürzt war. „Wir entfernten den Baum stückweise mit einer Motorkettensäge und der Drehleiter“, heißt es auf der Homepage der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte beseitigten die Gefahr und ersetzten die kaputten Dachziegel durch neue Platten.

 Im Gewerbegebiet in Haslach ist ein Baum auf ein Gebäude gestürzt.
Im Gewerbegebiet in Haslach ist ein Baum auf ein Gebäude gestürzt. (Foto: Feuerwehr Erolzheim)

Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Ulm kam es im Kreis Biberach zu keinen weiteren „nennenswerten Schäden“. Nach ersten Erkenntnissen seien Bauzäune, vereinzelt Bäume und mobile Verkehrszeichen umgeweht worden, erläuterte eine Sprecher am Sonntagabend. Größere Schäden habe es in Höhenlage wie auf der Schwäbischen Alb gegeben.

In den höheren Gebieten bläst der Wind noch stärker. Schon am Sonntagmorgen wurden auf dem Feldberg Windgeschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern gemessen. Der Wind bleibt laut DWD auch in der Nacht auf Montag noch stark, nehme dann jedoch ein wenig ab.

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